Exponat des Monats 12/2020

Aus Rotkreuz Museum Innsbruck
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Pinzgauer mit Sanitätsaufbau, Bilderserie 1977

Der dreiachsige Pinzgauer mit Sanitätsaufbau wurde im Feber 1977 im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des „Katastrophenzuges“ des Roten Kreuzes Innsbruck) der Jahre 1976–1979 angeschafft. Zur Großunfall- und Katastrophenbewältigung wurden damals vier Einsatzgruppen bestehend aus Vorhut, Schnelleinsatzgruppe, Feldlazarettgruppe und Unterstützungseinheit geschaffen. Der Pinzgauer stand der aus 50 Mann bestehenden Schnelleinsatzgruppe zur Verfügung. Damit stand er in einer Reihe mit den bis 1978 speziell aufgebauten Sonderfahrzeugen für den Großunfall- und Katastrophenschutz, Gerätewagen und Funkwagen. Die Kosten für die Anschaffung beliefen sich auf öS 361000,-- für das Fahrzeug plus öS 151000,–– für den Aufbau.

Bereits 1991 wurde ein Verkauf des Wagens an das Östereichische Rote Kreuz, das dafür öS 430000,–– zu zahlen bereit gewesen wäre, erwogen, letzendlich aber davon abgesehen. 1993 meldete die Werkstätte des Roten Kreuzes Innsbruck, dass es Probleme gäbe, für den Pinzgauer das „Pickerl“ zu erhalten. 1997 wurde das Fahrzeug schließlich an das Rote Kreuz Kufstein verkauft, wo es als Trägerfahrzeug für die Trinkwasseraufbereitungsanlage dienen sollte, aber bereits ein Jahr nach Kauf wieder veräußert wurde.

Der Sanitätspinzgauer der Freiwilligen Rettung Innsbruck, 1977. – Fotografie, s/w, 9 x 9 cm (B x H). – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Es handelte es sich um einen Steyr-Puch Pinzgauer 712 SH 6x6.


Patientenraum des Sanitätspinzgauers der Freiwilligen Rettung Innsbruck, 1977. – Fotografie, s/w, 9 x 13 cm (B x H). – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Das Fahrzeug konnte vier liegende Patienten aufnehmen. Medizintechnisch war es neben üblicher Sanitätsausrüstung mit einem Weinmann Medumat (Beatmungsgerät) mit 2 1-Liter-Sauerstoffflaschen ausgestattet.
Der Sanitätspinzgauers der Freiwilligen Rettung Innsbruck, 1977. – Fotografie, s/w, 9 x 13 cm (B x H). – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Es war möglich, den aus Polyester bestehenden Containeraufbau vom Fahrzeug zu trennen, um ihn als stationäre Versorgungseinheit mit unabhängiger Beleuchtung und Heizung zu betreiben. Dazu konnte der Container auch von einem Hubschrauber abgehoben werden, um ihn an den jeweiligen Einsatzort zu verbringen.
Fahrerkabine des Sanitätspinzgauers der Freiwilligen Rettung Innsbruck, 1977. – Fotografie, s/w, 9 x 13 cm (B x H). – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Bis Dezember 1977 waren 22 Mitglieder des Roten Kreuzes Innsbruck auf den Pinzgauer eingeschult worden. Um ihn zu fahren wäre aufgrund des Gewichtes von 3850 kg eigentlich ein Führerschein der Gruppe C erforderlich gewesen.
Der Sanitätspinzgauers der Freiwilligen Rettung Innsbruck an der Bobbahn in Igls, 1977. – Fotografie, s/w, 9 x 13 cm (B x H). – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Von Anfang an war geplant gewesen, den Pinzgauer auch bei typischen Wintersportambulanzen vor allem in der Axamer Lizum, im Kühtai oder der Bobbahn in Igls einzusetzen. Im Winter 1977 wurde der Wagen erstmals bei einer Ambulanz bei der Igler Bobbahn aufgefahren.

Ernst Pavelka, 09.12.2020