Exponat des Monats 09/2017

Aus Rotkreuz Museum Innsbruck
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Im ⇨ Online-Museum wird jeden Monat ein Gegenstand aus dem ⇨ Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck vorgestellt.

Anatomisches Modell mit entnehmbaren Organen, ~1901/02

Die Wurzeln der mit der mit der Schaffung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahre 1907 gegründeten Freiwilligen Rettung Innsbruck reichen bis in das Jahr 1897 zurück. Auf Initiative von Branddirektor Viktor Baron Graff wurde damals die bereits bestehende Sanitätsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck einer Reform unterzogen, in deren Zuge Korpsarzt Dr. Otto Kölner den ersten regulären Ausbildungskurs für die noch „Samariter“ genannten Sanitäter einführte. In der Lehre wurde dabei auch auf verschiedene Unterrichtsmittel zurückgegriffen.

Im 1902 erschienen Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck für das Jahr 1901 wird erstmals neben Skeletten auch ein anatomisches Modell erwähnt. Es heißt dort:

Der Lehrstoff des Curses besteht aus einem theoretischen Theil (oder Vorlesungen), in welchem der Vortragende alle wichtigsten Gebiete über den Bau des menschlichen Körpers und der Functionen der Organe (der verschiedenen Systeme) unter Vorzeigung einer Reihe von Lehrmitteln, als: Skelette, naturgetreues Modell des menschlichen Körpers, mikroskopischer Präparate u. s. w. in gemeinverständlicher Weise darlegt; aus dem theoretisch-praktischen Theil (16 Stunden), der alle plötzlichen Unglücksfälle, welche dem menschlichen Körper zustoßen können, behandelt […].
Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 07.08 Berufsfeuerwehr Innsbruck: Freiwillige Feuerwehr Innsbruck (Hg): XXVII. Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr in Innsbruck für das 44. Vereinsjahr 1901, Innsbruck: Selbstverlag, 1902, S. 6.

Das Inventarium des Jahresberichtes für 1902 erwähnt ein „1 Faetom [sic] mit Kasten zum Aufbewahren und zum Transport” (Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 07.08 Berufsfeuerwehr Innsbruck: Freiwillige Feuerwehr Innsbruck (Hg.): XXVIII. Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr in Innsbruck für das 45. Vereinsjahr 1902, Innsbruck: Selbstverlag, 1903, S. 22). Gemeint ist – unter Umständen ein Schreibfehler – ein „Phantom”, also ein Übungsmodell für Unterrichtszwecke. Der Oberteil des „Kasten[s]” ist bei dem im Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck erhaltenen Modell nicht mehr vorhanden, an der hölzernen Bodenplatte ist der Verschluss aber noch erkennbar.


Anatomisches Modell, Papiermaché, Holz, Textilriemen, ~1901/02. – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Anatomisches Modell (Ausschnitt), Papiermaché, Holz, Textilriemen, ~1901/02. – Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Der Sanitätskurs der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck, 1902 ; Fotografie, s/w. - Quelle: FREIWILLIGE RETTUNGSGESELLSCHAFT INNSBRUCK (Hg.): 50 Jahre Rettung Innsbruck. Ostern 1957, Innsbruck: Selbstverlagm 1957, o. pag. (Bildteil). - Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck.
Die Aufnahme zeigt das heute vom Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck beherbergte „Phantom“. Links neben dem Skelett stehend, Korpsarzt Dr. Otto Kölner, in der Mitte der spätere Obmann-Stellvertreter der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck, Anton Gasser.

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Ernst Pavelka