Exponat des Monats 04/2017

Aus Rotkreuz Museum Innsbruck
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Im ⇨ Online-Museum wird jeden Monat ein Gegenstand aus dem ⇨ Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck vorgestellt.

Die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahre 1907

Gründungsgeschichte der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck

Am 12.04.1907 wurde die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Gasthof Breinößl (Innsbruck, Maria-Theresien-Straße 12) gegründet. Sie ging aus der seit 1881 bestanden habenden Sanitätsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck hervor. Diese wurde auf Initiative von Branddirektor Baron Viktor Freiherr von Graff, ihres Abteilungsführers Leo Stainer sowie ihrer Mitglieder mit eigenem, von Korpsarzt Dr. Otto Kölner verfasstem Statut, neu formiert und verblieb bis 1925 im Verband der Feuerwehr. Am 01.10.1907 übernahm sie den öffentlichen Rettungsdienst in Innsbruck und stellte damit nicht nur in Innsbruck, sondern in Tirol überhaupt erstmals einen öffentlichen Rettungsdienst. Spätere Gründungen von Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren umliegender Ortschaften erfolgten unter der Beratung durch die Innsbrucker Rettungsabteilung.

Die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahre 1907 (zw. 12.04. und 31.07.1907). – Fotografie auf Karton im Bilderrahmen: s/w, 33,5x20 (45x32,5) cm (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck).
Die Aufnahme zeigt die Gründungsmitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im zweiten Hof des Neuen Rathauses, in dem sich die Rettungsstation von 1907-1927 befunden hatte. – In der Mitte, mit der Hand an der Laterne des Wagens, der Korpsarzt der Freiwilligen Feuerwehr, Dr. Otto Kölner. Dr. Kölner hatte 1897 das Ausbildungswesen der Sanitätskolonne der Feuerwehr refomriert und erstmals einen regulären Ausbildungskurs eingeführt. Damit schuf er die wesentlichste Voraussetzung dafür, dass die Sanitätsabteilung 1907 einen öffentlichen Rettungsdienst überhaupt stellen konnte. 1907 entwarf er die ersten Statuten der Rettungsabteilung. Rechts von ihm Obmann Leo Stainer, der als Kommandant der Sanitätsabteilung ab 1904 das Projekt der Gründung einer Rettungsabteilung weiter vorantrieb. Beim Dritten von rechts handelt es sich wahrscheinlich um den Sanitätsmann Ferdinand Nessler jun., der sich gemeinsam mit den beiden Ersteren im Oktober 1906 auf eine Studienreise nach Nürnberg und Linz begeben hatte, um in Vorbereitung der Gründung einer Rettungsabteilung die dortigen Rettungsgesellschaften zu inspizieren. Am 12.04.1907 wurde Ferdinand Nessler dann als Schriftführer in den Engeren Ausschuss gewählt. Dritter von links wahrscheinlich der erste Obmann-Stellvertreter, Anton Gasser.

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Ernst Pavelka