Exponat des Monats 06/2018: Unterschied zwischen den Versionen
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<br/>Die beiden '''ersten Chefärzte der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''''', '''''Dr. Franz Hörtnagl''''' (re.) und '''''Dr. Viktor Tschamler''''' (li.) salutieren vor '''''Erzherzog Eugen''''' vor Beginn einer Schauübung am 12.05.1912, die im Zusammenhang mit der Gründung des ''Deutsch-tirolischen Samariter-Landesverbandes'' (''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'') abgehalten worden war. Die beiden Ärzte wurden bei der an die Übung anschließenden Feier im ''Gasthof zum Grauen Bären'' zu Ehrenmitgliedern ernannt.</sup>]] | <br/>Die beiden '''ersten Chefärzte der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''''', '''''Dr. Franz Hörtnagl''''' (re.) und '''''Dr. Viktor Tschamler''''' (li.) salutieren vor '''''Erzherzog Eugen''''' vor Beginn einer Schauübung am 12.05.1912, die im Zusammenhang mit der Gründung des ''Deutsch-tirolischen Samariter-Landesverbandes'' (''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'') abgehalten worden war. Die beiden Ärzte wurden bei der an die Übung anschließenden Feier im ''Gasthof zum Grauen Bären'' zu Ehrenmitgliedern ernannt.</sup>]] |
Version vom 8. August 2022, 10:32 Uhr
Im ⇨ Online-Museum wird jeden Monat ein Gegenstand aus dem ⇨ Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck vorgestellt.
Schauübungen der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck

Schon die Gründerväter der Freiwilligen Rettung Innsbruck hatten erkannt, dass die Qualität der Ausbildung der Samariter, wie Sanitäter lange Zeit genannt wurden, der Schlüssel dazu sein musste, um in Innsbruck einen öffentlichen Rettungsdienst einrichten und stellen zu können. 1897 hatten Branddirektor Viktor Baron Graff und Abteilungsführer Gustav Riegl den Innsbrucker Stadtarzt Dr. Otto Kölner als Korpsarzt zur Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck geholt, um die Ausbildung bei der schlecht geschulten Sanitätkolonne zu reformieren. Dr. Kölner führte damals bei der Sanitätsabteilung erstmals ein standardisiertes Ausbildungsprogramm für Sanitäter, den ersten Sanitätskurs ein. Dieser bildete von Seiten der Ausbildung in zehnjähriger Aufbauarbeit die Basis dafür, dass man 1907 überhaupt imstande war, in Innsbruck den öffentlichen Rettungsdienst aufzunehmen. Um die im Kurs erlernten und in einer abschließenden Prüfung approbierten Fähigkeiten auch nach außen zu demonstrieren, nahm die Sanitätsabteilung regelmäßig an den großen, öffentlichen Übungen der Feuerwehr teil. Nach der Gründung der Rettungsabeilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 12.04.1907 führte diese auch selbst jährlich öffentliche Übungen durch.
Beübt wurde normalerweise ein Massenanfall von Verletzten, wie er im Großunfall- und Katastrophenfall auftritt, Derartige Szenarien waren auch damals keineswegs abwegig, wie ein verheerender Brand in Zirl, bei dem ein Großteil der Häuser zerstört wurde, am 21.06.1908 zeigte. Damals bewältigte die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck ihr erstes Großschadensereignis. Dazu kamen Übungen im Be- und Entladen von Verwundetenzügen, um der mit der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vereinbarten Verpflichtung zur Betreuung von Militärpersonal im Kriegsfall gerecht werden zu können.
Die Übungen dienten dabei nicht nur der sanitätsdienstlichen und einsatztaktischen Schulung, sondern boten vor allem auch eine Leistungsschau für die Bevölkerung sowie politischen Funktionären Gelegenheit zur Repräsentation.
Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck beherbergt eine ganze Reihe von Fotoserien zu den Schauübungen der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck. Sie geben Einblick in die damals vorhandenen technischen Einrichtungen und das Vorgehen zur Bewältigung von Großschadenslagen.

Die beiden ersten Chefärzte der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck, Dr. Franz Hörtnagl (re.) und Dr. Viktor Tschamler (li.) salutieren vor Erzherzog Eugen vor Beginn einer Schauübung am 12.05.1912, die im Zusammenhang mit der Gründung des Deutsch-tirolischen Samariter-Landesverbandes (Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz) abgehalten worden war. Die beiden Ärzte wurden bei der an die Übung anschließenden Feier im Gasthof zum Grauen Bären zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Aufstellung der Sanitätsmannschaft bei einer Schauübung auf dem Ausstellungsgelände im Jahre 1913. Es könnte sich um eine Übung im Rahmen der 6. Jahreshauptversammlung am 12.02.1913 handeln. Rechts im Bild, Obmann-Stellvertreter Anton Gasser. Im Hintergrund das Sieberer'sche Waisenhaus.

Die erste Angriffswelle bei einem Massenanfall von Verletzten bildeten mit Sanitätstaschen ausgerüstete Sanitäter auf Fahrrädern. Aufstellung einer Fahrradkolonne der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer wahrscheinlich am 12.02.1913 stattgefunden habenden Schauübung auf dem Ausstellungsgelände.

Aufbau verschiedener Tragen und eines Tragstuhls bei der Hauptübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 9.10.1910 auf dem „Staatsbahnhof“ (späterer Westbahnhof).

Sanitäter mit Rauchhelm für Bergungen aus vergifteter Atmosphäre bei einer wahrscheinlich am 12.02.1913 stattgefunden habenden Schauübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck auf dem Ausstellungsgelände.

Aufbau eines Linxweiler'schen Einlagerungsapparates, in den bis zu vier Tragen eingehängt werden konnten, um Verwundete in Güterwaggons der Eisenbahn zu transportieren, bei der Hauptübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 9.10.1910 auf dem „Staatsbahnhof“ (späterer Westbahnhof).

Als Figuranten wurden gerne Kinder des Sieberer'schen Waisenhauses im Saggen genommen. Hier wohl schon zum Ende einer wahrscheinlich am 12.02.1913 stattgefunden habenden Schauübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck auf dem Ausstellungsgelände.

Bürgermeister Wilhelm Greil zieht den Hut vor der Rettungsabeilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck. – Aufgenommen bei der Feldübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 25.10.1908 am Innrain. Im Hintergrund ein Feuerwehrhaus mit Schlauchturm aus Holz, rechts das Verbindungshaus der Akademischen Studentenverbindung Austria (Josef-Hirn-Straße 3).
Ernst Pavelka