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	<title>Rotkreuz Museum Innsbruck - Benutzerbeiträge [de-at]</title>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=1938-1945_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_als_Bereitschaft_Innsbruck_des_Deutschen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2420</id>
		<title>1938-1945 Die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck als Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2026-09-09T11:14:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Zurück]] zur historischen Übersicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 23.05.1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 12. März 1938 Truppen des nationalsozialistisch regierten ''Deutschen Reiches'' die Österreichische Grenze überschritten, um so den '''Anschluss Österreichs''' an Hitler-Deutschland zu vollziehen, befand sich unter ihnen der Reichsarzt-SS '''''Ernst Robert Grawitz'''''. ''Grawitz'' war im Dezember 1936 '''geschäftsführender Präsident des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' geworden. Als solcher führte er das operative Geschäft, während der eigentliche Präsident, '''Prinz Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha''' – '''wie Grawitz hochgradiger Nationalsozialist''' –, lediglich repräsentative Aufgaben wahrnahm. Jetzt, im März 1938, nahm ''Ernst Robert Grawitz'' die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in Augenschein, um die Übernahme derselben durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' vorzubereiten. Dort musste er, wie er nach ''Berlin'' meldete, feststellen, „dass die Leitung der Österreichischen Rotkreuz-Gesellschaft sich in Händen solcher Persönlichkeiten befindet, die für uns völlig untragbar sind. Es befinden sich z.B. im Vorstand dieser Gesellschaft an einflussreichster Stelle mehrere Volljuden, die zum Teil gleichzeitig Freimaurer sind. Der Präsident selbst ist Exc. Dr. Max Wladimir Baron Beck, 83 Jahre, Philosemit, freimaurerisch eingestellt und angeblich Legitimist. Sein Sanitätschef für das Österreichische Rote Kreuz, gleichzeitig persönlicher Berater und behandelnder Arzt, ist der Volljude und Freimaurer Hofrat Dr. Isidor Lamberger.“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 177) Zwei Tage nach dem Besuch von ''Ernst Robert Grawitz'' traten ''Beck'' und ''Lamberger'' von ihren Ämtern zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Äußerung von ''Ernst Robert Grawitz'' vor dem Hintergrund seines Zieles lesen. Dieses bestand darin, einen '''Prozess der Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' nach nationalsozialistischen Prinzipien''' weiterzutreiben, der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 ohne erkennbaren Widerstand und zum Teil in willfähriger Partnerschaft von Seiten des ''Deutschen Roten Kreuzes'' sukzessive im Gange war. Er erfolgte in zwei wesentlichen Grundlinien: Einerseits wurde die '''Arbeit des DRK auf seine vermeintliche Kernaufgabe, die Kriegsverwundetenfürsorge, reduziert'''. Diese sah man konkret im Rahmen des '''Wehrmachtssanitätsdienst'''es verwirklicht. Es wurden dazu jene Bereiche des ''Deutschen Roten Kreuzes'', welche in Friedenszeiten aufgebaut worden und vor allem in der Volksfürsorge, aber auch in der Jugendarbeit angesiedelt waren, zugunsten einer Übernahme durch entsprechende NS-Organisationen (z. B. die ''NS-Volksfürsorge'', ''Hitlerjugend'', ''Bund Deutscher Mädel'') zurückgedrängt. Denn die Nationalsozialisten hatten die '''kriegswichtige Bedeutung des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' rasch erkannt. Andererseits wurde in die Organisationsstruktur das '''Führerprinzip''' eingeführt, sodass sich zügig ein '''Stab linientreuer Nationalsozialisten innerhalb des DRK''' etablieren konnte. Dem entsprach, dass ''Ernst Robert Grawitz'' im Sinne seiner Doppelfunktion als Reichsarzt-SS und geschäftsführender Präsident des DRK fast sämtliche Führungspostionen im DRK-Präsidium mit Mitgliedern der SS besetzte. Dabei war man peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, das DRK wäre zu nahe an den NS-Staat oder seine Behörden herangerückt, um seine internationalen Beziehungen, auf die man gerade in Kriegszeiten angewiesen war, nicht zu gefährden oder das Recht zum Führen des Rotkreuz-Zeichens nicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das derart verfasste ''Deutsche Rote Kreuz'' wurde nun die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' mit '''Verordnung des Reichsinnenministeriums vom 23.5.1938''' eingegliedert und somit aufgelöst. In Folge wurden im Juli 1938 die Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes gegründet und die einzelnen Dienststellen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz inkorporiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur:'' Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frühestens am 4.8., spätestens am 20.09.1938''' wurde auch die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''behördlich aufgelöst'''. Sie wurde '''vom ''Deutschen Roten Kreuz'' übernommen''' und der '''Landesstelle XVIII in Salzburg''', die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war, zugeordnet. Der Name der Rettungsgesellschaft änderte sich in '''''„Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes“'''''. Sie war der '''''Kreisstelle Innsbruck''''', die außerdem die Bereitschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'' ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'' umfasste, untergeordnet'''. Die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' hatte aufgehört, als eigenständiger Verein zu existieren.''' In seiner letzten Sitzung am 20.9.1938 fasste der Engere Ausschuss den Beschluss, „den Dienstbetrieb der freiw- [sic] Rettungsgesellschaft in das Deutsche Rote Kreuz zu überführen und die Geräte, [sic] sowie die Einrichtungen dem Deutschen Roten Kreuz zu übergeben“. Rund einen Monat später wurde die Übergabe in den ''Innsbrucker Nachrichten'' öffentlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der '''Realbesitz''' wäre in das Eigentum des ''Deutschen Roten Kreuzes'' übergegangen, wenn dieser durch die Hausbauten nicht nach wie vor hypothekarisch belegt gewesen wäre. Da das DRK verschuldete Realwerte aber nicht übernehmen durfte und die Führung von Wirtschaftsbetrieben in seinen Satzungen nicht vorgesehen war, konnte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' die Betriebe vor dem Zugriff des DRK retten: Der gesamte Realbesitz wurde '''der Stadt Innsbruck treuhändisch übergeben'''. Man machte sich dazu '''§ 18 der Satzungen der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft''''' zunutze. Dieser sah vor, dass der Ausschuss im Falle der Auflösung des Vereins dessen bewegliches und unbewegliches Vermögen der Stadt Innsbruck zu übergeben hatte. Sollte sich ein Verein gleichen Zweckes wie jener der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft'' innerhalb von zehn Jahren bilden, so wurde die ''Stadt Innsbruck'' verpflichtet, diesem das Vermögen auszuhändigen; andernfalls sollte es in ihr Eigentum übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' erfolgte wahrscheinlich im Zuge eines '''Besuches des DRK-Oberstführers ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld''''' vom DRK-Präsidium in Potsdam-Babelsberg in Innsbruck. ''Brekenfeld'' war seit dem 1.7.1937 im aktiven DRK-Dienst, Führer der ''Landesstelle III des Deutschen Roten Kreuzes'' (Brandenburg ohne Berlin), NSDAP-Mitglied, Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse, Träger des Verwundetenabzeichens und wird als strammer Nationalsozialist beschrieben (Bresgott, Hans-Christian, Archiv des Deutschen Roten Kreuzes Berlin: E-Mail an Ernst Pavelka vom 19.5.2015 17:43). Von ihm ist die Bemerkung erhalten, das DRK sei in Aufgabe und Gesinnung, Tun und Handeln ein „Nationalsozialistisches Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 443).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: KAM2-20140129193205 blatt115v-blatt116r eintrag 24 08 1938.png|thumb|400px|right|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/a/a0/KAM2-20140129193205_blatt115v-blatt116r_eintrag_24_08_1938.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Eintrag von ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld'' im Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 04.08.1938: &amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Deutsche Rote Kreuz beglückwünscht sich zur Übernahme der vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck und hofft, daß die Männer dieser Rettungsgesellschaft nunmehr alsbald voll Stolz den Rock des D.R.K.-Helfers tragen werden, voll Stolz über die Zugehörigkeit zu einer Organisation, dessen [sic] Schirmherr der Führer ist, der ihr seine [sic] Ursprungsaufgabe, Hilforganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegebenhat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innsbruck[,] d. 4.8.38&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D. Brekenfeld&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D.R.K.-Obristführer [sic] vom&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Präsidium des D.R.K.“&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im '''Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''''' hinterließ ''Brekenfeld'' am 4.8.1938 einen '''handschriftlichen Eintrag''', nach dem das ''Deutsche Rote Kreuz'' sich zur Übernahme der „vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck beglückwünsch[e]“, der der Führer ihre „Ursprungsaufgabe, Hilfsorganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegeben“ habe. Damit gab Brekenfeld der Innsbrucker Rettungsgesellschaft eines der wichtigsten Ziele, welches die Nationalsozialisten seit 1933 mit der ideologischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verfolgt hatten, mit auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalsozialistischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verdankt sich eine der augenfälligsten Änderungen bei der nunmerigen ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'': Ab der Übernahme war nun ein '''Nachweis über die Deutschblütigkeit jedes Mitglieds wie seines Ehepartners''' erforderlich, um in der DRK-Ortsbereitschaft Innsbruck weiterhin tätig sein oder in sie überhaupt eintreten zu können. Denn bereits am 1.6.1933 hatte das ''Deutsche Rote Kreuz'' mittelst Rundschreibens an die Mitglieder Juden von allen Funktionen ausgeschlossen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wo Nichtarier in bezahlten Stellungen sind, ist ihnen unter Anwendung des Beamtengesetzes auf den nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. Zu den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Rundschreiben Nr. 244 des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (damals noch Joachim von Winterfeldt-Menkin) vom 1. Juni 1933, zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 88-89.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man berief sich bei dieser Bestimmung, der schon im Mai die Direktive, jüdischstämmige Personen nicht mehr in Vorstandsfunktionen zu wählen, vorausgegangen war, auf den „Arierparagraphen“ des '''Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933'''. Der Nachweis über die Deutschblütigkeit der Mitglieder sowie ihrer Ehepartner, nicht aber die ausdrückliche Formulierung des Ausschlusses von Juden, wurde in Folge nur in die Regelwerke der Teilorganisationen des DRK, nicht aber in die Satzungen geschrieben, um internationales Aufsehen über den Ausschluss jüdischer Mitglieder vom DRK möglichst zu vermeiden. Man wusste, dass eine solche Bestimmung eine klare Verletzung der Grundsätze des Roten Kreuzes darstellte. Unbeschadet dessen war die''' Reaktion des Internationalen Roten Kreuzes verhalten''', als es von den neuen Bestimmungen beim DRK erfuhr. Im November 1933 verkündete dann ''Paul Hocheisen'', Chef der SA-Sanitätskolonnen und im selben Jahr als Beauftragter für die Gleichschaltung des DRK zum ''Deutschen Roten Kreuz'' gekommen, den „ausnahmslosen Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Sanitätskolonnen“ (Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 89-90).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon bevor die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom Deutschen Roten Kreuz übernommen worden war, hatte es '''Mitglieder mit nationalsozialistischen Bestrebungen''' innerhalb ihres Korps gegeben, wenn deren Gesinnung vor März 1938 auch noch nicht offen zu Tage getreten war. Der Jahresbericht für 1937, der im Mai 1938 und damit nach dem Anschluss erschien, erwähnt einen Kreis um den Gruppenführer ''Josef Baur'', der ab November/Dezember 1937 den gesamten '''Kamaradschaftsausschuss''' stellte. Der 1896 geborene ''Josef „Pepi“ Baur'' war 1929 der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' beigetreten und in der Monatsversammlung vom 16.11.1937 in der Nachfolge von ''Franz Rohm'' zum Obmann des Kameradschaftsausschusses gewählt worden. Ab dem Anschluss Österreichs war er bemüht, ein Programm umzusetzen, welches einerseits darin bestand, die '''Kameraden in nationalsozialistischer Denkungsart zu schulen''', um „frischen nationalsozialistischen Geist in die Reihen der Samariterschaft zu tragen“ (Jahresbericht 1937, S. 7); andererseits sollte die '''Ausbildung um soldatische Aspekte erweitert werden''', „damit die Samariter hinter den militärisch gut geschulten SS- und SA-Formationen nicht zurückstehen müssen“ (Jahresbericht 1937, S. 7). An den Kameradschaftsabenden sollte zudem '''nationalsozialistisches Liedgut''' gelehrt und gesungen werden. Freilich mag es sich dabei auch um eine überzogene Darstellung eigener Linientreue nach außen handeln, zumal sich die Jahresberichte an die Öffentlichkeit wandten. ''Josef Baur'' jedenfalls wurde nach der Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' Führer der männlichen Bereitschaft Innsbruck (1939–1941). Über das weitere Schicksal von ''Josef Baur'' ist nichts bekannt. In einer Personalliste aus dem Jahre 1964 wird er lapidar als mit 1945 ausgetreten geführt. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1946/47 wurde er als minderbelastet eingestuft, da er innerhalb der NSDAP niemals eine politische Funktion ausgeübt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personell hatte der Anschluss ''Österreichs'' an das ''Deutsche Reich'' insofern Folgen, als mit 15.3.1938, also drei Tage nach dem Anschluss, '''''KR Josef Dinkhauser''''', stellvertretender Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', per Schreiben an den ''Engeren Ausschuss der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit von seinen Funktionen zurücktrat''' und anscheinend auch aus der Gesellschaft ausschied. ''Dinkhauser'' war bei der Gemeinderats-Ergänzungswahl im April 1933 als Kandidat für den ''Bürgerlichen Ständebund von Tirol'' angetreten [Hye, Franz-Heinz; Justic, Josefine: Innsbruck im Spannungsfeld der Politik 1918-1938. Berichte – Bilder – Dokumente (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs; Neue Folge, Bd. 16/17). Hrsg. v. Stadtmagistrat Innsbruck. Innsbruck 1991, S. 200]. In der im ''Engeren Ausschuss'' ob des Briefes ''Dinkhausers'' ausgebrochenen Diskussion, hatten u. a. ''Josef Baur'', Chefarzt ''Dr. Viktor Tschamler'' und ''Karl Kačičnik'', damals Kassier, die Auffassung vertreten, dass ein Ausscheiden ''Dinkhausers'' aus der Rettungsgesellschaft unumgänglich sei. Schriftführer ''Hans Müller'' und Obmann ''[[Leo Stainer]]'' vertraten demgegenüber, dass der Rücktritt ''Dinkhauser''s nicht besonders dringlich sei. Ob der '''Ausschluss von zwei weiteren Mitgliedern''' in derselben Sitzung politische Gründe hatte oder nicht, konnte bis jetzt nicht erhoben werden. Der Ausschluss erfolgte aber auf Antrag des nationalsozialistisch durchsetzten Kameradschaftsausschusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenartig mutet an, dass einen Monat später, nämlich in der letzten Jahreshauptversammlung der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 15.4.1938, zum einen ''Dinkhauser'' wieder zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurde und zum andern eines der beiden in der Sitzung des Engeren Ausschusses vom 15.3.1938 ausgeschlossenen Mitglieder wegen seiner Verdienste geehrt wurde. Wie dies zu interpretieren ist, ließ sich nicht klären. Vielleicht hatte man ''Dinkhauser'' überreden können, seinen Schritt nocheinmal zu überdenken, vielleicht haben wir es aber auch mit etwas zu tun, das man gemeinhin als „Höttinger Nudel“ bezeichnet, in diesem Falle mit einer bauernschlauen Reaktion auf irgendein Ereignis inmitten der hochgradig angespannten politischen und geistigen Situation dieser Tage, zu der man sich aus unbekannten Gründen veranlasst sah. Jedenfalls hielt ''Dr. Viktor Tschamler'' in der in Rede stehenden Sitzung des Engeren Ausschusses in Anschluss an die Diskussion um das Ausscheiden ''KR Josef Dinkhausers'' eine Rede auf den Sieg der Deutschen Idee, die mit einem dreifachen Sieg-Heil und einem Treuebekenntnis zum Führer und zur Deutschen Nation endete. Danach wurde der Ankauf eines Führerbildnisses für das Sitzungszimmer beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am '''Beginn eines summarischen Jahresberichtes über die Jahre 1937 bis 1947''', der übrigens nicht identisch ist mit dem oben zitierten, 1938 erschienen Jahresbericht für 1937, beschäftigt sich die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' in einer Weise, die unschwer als Rechtfertigung erkannt werden kann, mit der '''Schuldfrage''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der grauenhafte Krieg liegt hinter uns. Die hochgehenden Wogen politischer Wirrnisse sind verebbt, wie haben Abstand gewonnen zu all dem Schlimmen, das jahrelang unsere Herzen und Gemüter bewegte. Die Tragik ausschließlich subjektiven Denkens und Handelns wurde erkannt und ist einer normalisierenden Objektivität im Gesamtablauf des täglichen Lebens gewichen. […] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns im Zuge dieser läuternden, objektiven Denkungsart eine Frage vorlegen: Haben wir, Diener des Roten Kreuzes, in den Jahren der Wandlungen gesündigt, haben wir die Ziele unseres Symbols verraten? Wir sind glücklich, diese Frage mit ehrlichem Herzen verneinen zu können. Jeder echte Samariter, mag er die Schrecken des Bombenkrieges in der Heimat erlebt haben, mag er da oder dort im Kriegseinsatz gestanden sein, hat geholfen, wann und wo er helfen konnte, ist Samariter geblieben und ist es heute noch.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck (Hg.): 31.-41. Jahresbericht der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck für die Jahre 1937-1947. Innsbruck 1947, S. 1.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Überfall Großdeutschlands auf Polen brach am 1.9.1939 der '''Zweite Weltkrieg''' aus. Bereits am 26.8. wurden '''achtzehn Mitglieder''' der ''Ortsstelle Innsbruck des DRK'' zum '''Kriegssanitätsdienst''' eingezogen, später wurden es immer mehr. Die Ausfälle konnten zunächst durch Angehörige der '''[http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;amp;ID=3448 Hitlerjugend]''' (HJ) ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der 1926 aus Vorgängerorganisationen hervorgegangenen ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' handelte es sich um die Jugendorganisation der ''Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei''. In vielerlei Hinsicht kann man sie zu den damals sehr verbreiteten [http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&amp;amp;root=26635&amp;amp;id=5321&amp;amp;redir= bündischen Jugendverbänden] rechnen, sie unterschied sich von anderen, ähnlich organisierten Jugendbünden aber u. a. durch die enge ideologische Bindung an die Mutterpartei. Der österreichische Ableger wurde 1927 ins Leben gerufen. Als am 19.6.1933 die NSDAP unter dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler ''Engelbert Dollfuß'' verboten wurde, traf dieses Schicksal auch die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]''. Einige Gruppen der HJ agierten allerdings bis zum Anschluss ''Österrreichs'' an das ''Deutsche Reich'' illegal weiter. Mit der [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&amp;amp;aid=dra&amp;amp;datum=19390004&amp;amp;seite=00000710&amp;amp;zoom=2 Zweiten Durchführungsverordnung vom 25.03.1939] zum [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19360004&amp;amp;seite=00000993 Gesetz über die Hitlerjugend (1.12.1936)] waren grundsätzlich alle Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren zum Dienst bei der ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' oder beim ''Bund deutscher Mädel'' verpflichtet worden. Die Mitgliedschaft endete mit dem 18. Lebensjahr. Die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' wurde 1945 im Zuge des Verbots der NSDAP und sämtlicher ihrer Gliederungen verboten und hörte zu existieren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Hitlerjungen im Rettungsdienst verdankte sich einem '''Abkommen zwischen dem ''Deutschen Roten Kreuz'' und der ''Reichsjugendführung'' vom 01.10.1935'''. Der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem ''Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.03.1935'' folgte ein zunehmender Ausbau des ''Deutschen Roten Kreuzes'' als „zentrale[r] Organisation des Bereitschaftsdienstes“ (Riesenberger, 2002, S. 301) zur Rekrutierung zusätzlicher Kräfte für die Unterstützung des ''Amtlichen Sanitätsdienstes''. Die zivile Tätigkeit des ''Roten Kreuzes'' wurde nunmehr „ausdrücklich als 'Schule für den Ernstfall propagiert'“ (ibd, S. 300), wobei mit „Ernstfall“ selbstredend der zukünftige Kriegsfall gemeint war. Das ''Deutsche Rote Kreuz'' sollte bis zum 30.06. jeden Jahres seinen Bedarf an Nachwuchs bei der Reichsjugendführung melden, während diese verpflichtet wurde, das entsprechende Personal alljährlich bis zum 09.11. zu liefern. Das Abkommen diente nicht nur der Bereitstellung von zusätzlichem Personal, um kriegsbedingte Lücken zu füllen. „Die längerfristige Tragweite dieses Abkommens lag darin, daß es die Nazifizierung des Roten Kreuzes durch einen nationalsozialistisch indoktrinierten Nachwuchs sicherstellte.“ (ibd. S. 302).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Aufnahmeprozedere für den Rettungsdienst verlief, nämlich ob die Burschen sich selbst zum Einsatz in der ''DRK-Kreisstelle/Bereitschaft Innsbruck'' meldeten, konnte noch nicht eruiert werden. Es gibt vage Hinweise darauf, dass sich zumindest manche von ihnen selbst meldeten. Die damals '''Sechzehn- bis Achtzehnjährigen''' leisteten ihren Dienst jedenfalls neben dem Einsatz bei Kriegsverwundetentransporten vom und zum Bahnhof im normalen '''Rettungs- und Krankentransportdienst''' ab. Zusätzlich zu den Hitlerjungen wurden in den Kriegsjahren '''mehr und mehr Frauen als Hilfsschwestern''' in die Reihen der Rettung aufgenommen. Sicherlich schon in Vorbereitung auf zu erwartende Personalausfälle während eines künftigen Krieges waren bereits im Oktober 1938 Aufrufe an ehemalige Kriegskrankenschwestern und andere Frauen ergangen, sich bei den jeweiligen regionalen DRK-Kreisstellen zu melden. Dazu dürfte sich aus dem ''BDM'' rekrutiertes Hilfspersonal gesellt haben, zumal das oben erwähnte Abkommen zwischen ''Reichsjugendführung'' und ''Rotem Kreuz'' auch weibliche Hilfskräfte umfasste: „Als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes dürfen im Alter von 18 bis zu 21 Jahren, unbeschadet ihrer weiteren Zugehörigkeit zum BDM, in Zukunft nur noch Mitglieder des BDM ausgebildet und verpflichtet werden. Die Reichsjugendführung verpflichtet sich […] die Anforderungen des Deutschen Roten Kreuzes zu erfüllen.“ (zit. n. Riesenberger, 2002, S. 302) Anders als bei den Hitlerjungen ist der Einsatz von Mädchen aus dem ''BDM'' bei der ''DRK-Bereitschaft Innsbruck'' durch Quellen vorherhand allerdings nicht belegt. Seit März 1939 waren Frauen unter den oben genannten, notabene nicht feministischen Voraussetzungen gezielt auch im ''Rettungs- und Krankentransportdienst'' eingesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur'': Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864-1990. Paderborn: Schöningh, 2002, S. 300–303.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck ===&lt;br /&gt;
Seit Gründung des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] als [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' im Jahre 1907]] bis zum „Anschluss“ im Jahre 1938 waren Frauen weder im ehren- noch im hauptamtlichen Fahrdienst anzutreffen. Das rettungsdienstliche Fahrdienstpersonal war in zwei ehrenamtlich besetzten Dienstgruppen mit jeweils einem Gruppenführer und dessen Stellvertreter in taktischen Führungsfunktionen organisiert. Dazu kamen hauptberufliche Kraftfahrer und Stationsgehilfen. Mindestanforderung an die eigenständige Tätigkeit im Fahrdienst war die sog. „Samariterprüfung“ ([[Exponat_des_Monats_11/2020|„Samariter“ als altertümlicher Begriff für den Sanitäter]]) im Anschluss an den „Samariterkurs“. Frauen kamen nur in Randbereichen der Tätigkeit des Roten Kreuzes Innsbruck, wie als seit 1911 unentgeltlich vermittelte Krankenpflegepersonen oder als aktive Mitglieder des ''Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', der als Tiroler Ableger der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' freilich andere Organisations- und Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes als den Rettungs- und Krankentransportdienst abdeckte, vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Samariterinnenkorps des Roten Kreuzes Tirol, 1934 – 1938 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' bzw. [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|„Samariterinnen“ oder „weiblichen Samaritern“]], wie man zeitgenössisch sagte, '''geht in ''Innsbruck'' auf das Jahr 1934''' zurück. Auf einen Aufruf zur Teilnahme am ersten, von der Vizepräsidentin des ''Landesvereines vom Roten Kreuz in Tirol'', ''Ottilie Stainer'', ins Leben gerufenen '''„Samariterinnenkurs“''' im April 1934 meldeten sich derart viele Interessentinnen, dass die Teilnahme des '''für 07.05. angesetzten, acht Wochen dauernden Kurses''' auf 50 Teilnehmerinnen beschränkt werden musste. Die Ausbildung der Frauen wurde vom ärztlichen Leiter des ''Roten Kreuzes Tirol'', ''Dr. Karl Waitz'', der ehemaligen Kriegskrankenschwester und Trägerin der ''Florence-Nightingale-Medaille'', ''[[Marie Gabrielle Lodron]]'' – deren Andenken beim [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuz Innsbruck''] heute ein Lehrsaal gewidmet ist – und ''Helene Sternberg'' übernommen. Die Absolventinnen bildeten den Grundstock für '''das einzige ''„Samariterinnenkorps“'' in ''Österreich'''''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Korps dürfte beim „Jugendtag“ Ende Mai 1934 erstmals öffentlich in Erscheinung getreten sein, bei den verschiedenen [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Ausbau_des_Katastrophenschutzes_und_der_Landstra.C3.9Fenrettungsdienst|Luftschutzübungen der 1930er-Jahre]] war es regelmäßig vertreten. Als ''Ottilie Stainer'' es im Oktober 1934 – möglicherweise mit dem Ziel, seine Mitglieder im Fahrdienst einsetzen zu lassen – der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit|''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] unterstellen wollte, stellte Obmann-Stellvertreter ''Josef Dinkhauser'' im ''Engeren Ausschuss'' allerdings den Antrag, '''„die [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|''Samariterinnen'']] der Rettungsgesellschaft möglichst fern zu halten“, „was allseits Zustimmung“ fand''' (''Sitzung des Engeren Ausschusses vom 24.10.1934''). Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich stattdessen darauf, „mit dem Roten Kreuz ein Übereinkommen zu treffen, lt. welchem die Samariterinnen vollkommen selbständige Organisation zu bleiben haben“. „Nur bei gewissen Veranstaltungen, wie grossen Kundgebungen, Unruhen, Notständen etc. Uebungen im Grossalarm usw. sollen die Samariterinnen fallweise zur Mithilfe herangezogen werden.“ (ibd.) Bis zum Anschluss im März 1938 erwähnen zeitgenössische Blätter immer wieder die Versorgung von Verletzten durch Samariterinnen bei Ambulanzen oder als private Ersthelferinnen bei Unglücksfällen. Bei der Übernahme der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' ging auch das ''Samariterinnenkorps'' im ''DRK'' auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frauen im Rettungsdienst während des Zweiten Weltkriegs ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkrieges wurden, wie erwähnt, Rotkreuz-Schwestern erstmals im rettungsdienstlichen Fahrdienst eingesetzt. War dieser Umstand auch dem Krieg geschuldet, so wurde er von den hauptsächlich wohl jungen Frauen sicherlich als emanzipatorischer Zugewinn persönlicher Freiheit erlebt. Er führte nach dem Krieg jedenfalls zu Diskussionen mit „Schwestern“, die weiterhin auch rettungsdienstlich tätig sein wollten. Tatsächlich lässt sich die '''Verwendung von weiblichem Personal im Rettungs- und Krankentransportdienst bis in die Nachkriegszeit hinein – nicht nur in Innsbruck – belegen'''. In der Monatsversammlung vom 11.07.1947, in der „eine volle Klärung des Verhältnisses der weiblichen Helferinnen zum Rettungsdienst“ – wobei der Protokollant die ursprünglich gewählte Formulierung „Samariter“ durchgestrichen und verräterisch durch „Helferinnen“ ersetzt hatte – angeregt wurde, verstieg sich Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' zu der Aussage, „dass der Nachtdienst für Frauen unwürdig sei“. Gegen die Äußerung wurde von anwesenden „Helferinnen“ protestiert. Dennoch wurden die Betätigungsmöglichkeiten der Frauen bei der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', möglicherweise sogar erst ab 1953, auf Dienste bei Veranstaltungsambulanzen, außerordentlichen Notfällen und in der Bahnhofsambulanz beschränkt. Damit war man wieder auf den „status quo“ von Oktober 1934 zurückgefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weibliche DRK-Bereitschaft ging nach dem Zweiten Weltkrieg einigermaßen nahtlos in eine Abteilung „Hilfsschwestern“ über, die als „Abteilung III” jahrzehntelang neben zwei reorganisierten männlichen Abteilungen I und II bestanden hatte. Aus der Abteilung III erwuchs Schwesternpersonal u. a. für die Betreuung von Kriegsheimkehrern und die Verteilung ausländischer Spenden in der Nachkriegszeit, später für „Sozialdienst“, Ambulanzdienste, Katastrophenschutz u. a. Seit [[Exponat_des_Monats_12/2016|Bestehen eines Sprechfunksystems (1956)]] leistete die ''Abteilung III'', die sogenannte „Schwesternabteilung“, traditionell die Leitstellendienste. Aus der ''Abteilung III'' erwuchs auch das Schwesternpersonal für den „Sozialdienst“. Am Regelfahrdienst konnten die Schwestern nur als Dritte am Rettungswagen teilnehmen. Frauen gar am Steuer eines Rettungswagens wurden als widersinnig empfunden. Als in den 1970er-Jahren eine Schwester in einer ''Monatsversammlung'' forderte, man möge Frauen Rettungswägen fahren lassen, erntete sie von Seiten der männlichen Mannschaft schallendes Gelächter. Erst 1988 wurden Frauen den männlichen Transportführern (Beifahrerin am Rettungswagen) gleichgestellt, 1991 durfte ''Claudia Schmiedt'' als erste Frau die Einsatzfahrerausbildung absolvieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frauen als hauptberufliche Sanitäterinnern im Rettungsdienst, 2000 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irreguläre hauptberufliche Tätigkeiten von Frauen im Rettungsdienst''' sind bei der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] '''seit 1995 belegbar'''. ''Sonja Peer'', heute verheiratete ''Egger'', wäre Ende November 1994 für die Nachbesetzung einer Planstelle für einen von zwei Sanitätsgehilfen&amp;lt;ref&amp;gt;„Sanitätsgehilfe“ war die damals gebräuchliche Bezeichnung für hauptberufliche Sanitäter, während ehrenamtliche als „Sanitätshelfer“ bezeichnet wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die mit Ende des Jahres 1994 ausschieden, vorgesehen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 29.11.1994, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;Da der Geschäftsführende Ausschuss aber an ihrer Fahrpraxis zweifelte – ''Peer'' hatte den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst seit mehr als einem Jahr –, wurde sie mit 01.01.1995&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DAW, Dienstanweisungen, Mitteilungen, Informationen: Personelle Veränderungen, Mitteilung des Geschäftsführer-Stellvertreters Rudolf Stampfer vom 02.01.1995; vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-JHV, Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Roten Kreuzes Innsbruck: Personalübersicht, Stand per 01.02.1995. Beilage zum Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 19.05.1995, o. Pag.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorläufig nur für den Leistungsbereich [[Essen auf Rädern|„Essen auf Rädern“]] beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 13.12.1994, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich hatten aber wohl auch Ressentiments gegen die Anstellung von Frauen für den Rettungsdienst eine Rolle dabei gespielt, ''Peer'' nicht sofort für den RKT anzustellen: So war ''Sonja Peer'' von Vorstandsmitgliedern mangelnde Qualifikation, obwohl ihr weniger qualifizierte Männer vorgezogen worden waren, vorgeworfen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kam, dass tendenziell bezweifelt wurde, Frauen seien kräftig genug, um Patienten treppauf- und -ab zu tragen, und Personalausfälle durch Schwangerschaften wurden befürchtet. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres wurde nicht nur ''Sonja Peer'', sondern noch einige Jahre später andern Frauen  gegenüber ins Treffen geführt, die für den Rettungsdienst angestellt werden wollten. Außerdem gab es (unbegründete) medizinische Bedenken mit Hinblick auf Gebärmuttersenkungen und etwaige Sterilität von Frauen durch körperliche Arbeit. Unter diesen Voraussetzungen bedurfte es der Unterstützung einer hauptberuflich angestellten Führungskraft&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022. Die betreffende ehemalige Führungskraft kann sich an die damalige Unterstützung heute nicht mehr erinnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, '''damit ''Sonja Peer'' mit 01.09.1995 schließlich in den Rettungsdienst wechseln konnte''': Ab diesem Datum war sie mit ihrer zweistelligen, hauptberuflichen Dienstnummer 88&amp;lt;ref&amp;gt;Dienstnummern für ehrenamtliche Mitglieder waren damals dreistellig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sie seit 01.01.1995 innehatte, der Regelfahrdienstgruppe IV zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DP, Dienstpläne aller Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen Rettung Innsbruck, Wochenpläne für den hauptamtlichen Dienst, 1990–1995, 1997–1998, 2000: Wochenplan vom 28.08.1995 bis 03.09.1995, 2. Woche, KW 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der hauptberufliche Rettungsdienst des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] war damals in insgesamt vier Dienstgruppen organisiert. Bei der vierten Gruppe handelte es sich um eine Teilzeitdienstgruppe, deren Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Rettungs- und Krankentransportdienst als Springer für [[Essen auf Rädern]] eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später wurde mit ''Monika Larcher'', heute verheiratete ''Müller'', eine zweite Frau im Rahmen einer Fixanstellung für den Leitstellendienst immer wieder auch im Rettungsdienst eingesetzt. ''Monika Larcher'' war nach eigener Aussage seit Oktober 1991 Mitglied der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im August 1996 bewarb sie sich für eine Stelle als Sanitäterin, wurde aber abgelehnt. Die Ablehnung sei aus „ethnischen Gründen“ erfolgt, wie ''Monika Larcher'' in einem Zeitungsartikel zu Frauen in Männerberufen angibt, ohne dass sie oder der Autor des Beitrages spezifiziert hätten, was genau damit gemeint war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. N. N.: Frauen in Männerberufen: Auch heute noch eine wahre Odyssee. Stadtblatt Innsbruck-Stadt (1996) o. Jg., Nr. 34, 26.08.1996, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieses zeitliche Umfeld dürfte auch eine Intervention aus den Reihen der Tiroler Landespolitik zugunsten einer Anstellung von ''Monika Larcher'' fallen. Daraufhin sei sie mit 14.12.1996 für die ''Bezirksleitstelle Innsbruck-Stadt'' angestellt worden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Monika Larcher'' wechselte mit [[Exponat_des_Monats_11/2019|Ende der ''Rettungsleitzentrale Innsbruck'' im November 1999]] in die Bereichsleitstelle Tirol-Mitte und 2001 zur ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' des ''Österreichischen Roten Kreuzes''.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war sie lange Zeit Tirols erste Dienstführerin und bekleidet seit 2023 die Funktion der Bezirksrettungskommandantin Innsbruck-Land.&amp;lt;ref&amp;gt;Domanig, Michael: Tirolweit erste Frau in dieser Position: „Moni“ hat nun das Kommando bei der Rettung in Innsbruck-Land, https://www.tt.com/artikel/30860606/tirolweit-erste-frau-in-dieser-position-moni-hat-nun-das-kommando-bei-der-rettung-in-innsbruck-land?state=%7B%22loginEndpointFlags%22:%5B%5D%7D (Zugriff: 30.07.2023, 20:16 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden genannten Fällen wurden die Anstellungen erst nach internen oder externen Interventionen sowie durch Druck, der mit Hilfe eines Medienberichtes aufgebaut worden war, gegen den ursprünglichen Willen und die damalige Gepflogenheit des Ausschusses der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''], Frauen als Hauptamtliche nicht zuzulassen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Geschäftsführende Ausschuss lehnte in seiner Sitzung vom 16.01.1996 die Anstellung von Frauen für den Rettungs- und Krankentransportdienst grundsätzlich ab. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-16: Protokoll der 310. (2/96) Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 16.01.1996, 4. Die Frage war in der Sitzung des nämlichen Gremiums am 02.01.1996 „aus gegebener Veranlassung“ aufgeworfen worden. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-02: Protokoll der 309. (1/96) Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 02.01.1996, 4. Man wird nicht fehlgehen, anzunehmen, dass es sich bei der „gegebene[n] Veranlassung“ um den im September 1995 erfolgten Wechsel von ''Sonja Peer'' in den rettungsdienstlichen Regelfahrdienst handelte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durchgesetzt. Wenn sie von daher auch nicht als regelhafte Anstellungen von Frauen für den Rettungsdienst angesehen werden können, dürften sie doch den Boden dafür bereitet haben, dass es Frauen ab dem Jahre 2000 durch eine Aufnahmeprüfung, die alle, die für den Rettungsdienst angestellt wurden, positiv absolvieren mussten, ermöglicht wurde, unter denselben Bedingungen wie Männer für den Rettungsdienst angestellt zu werden. Denn in seiner Sitzung vom 31.10.2000 hatte der ''Geschäftsführende Ausschuss'' beschlossen, „die Beschäftigung von weiblichem Sanitätspersonal im hauptamtlichen Dienst […] grundsätzlich nicht mehr“ auszuschließen. „Bewerbungen von Frauen können somit positiv behandelt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. AdFRI, OERK-FRI-JUB-2007-01: Stampfer, Rudolf: Freiwillige Rettung Innsbruck 1907-2007. „… die ersten hundert Jahre …“. Innsbruck: Unveröffentlichtes Manuskript, 2007, 977 – 978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jänner 2019 wurde mit [https://www.unsertirol24.com/2019/01/08/erste-dienstfuehrerin-fuer-das-rote-kreuz/ ''Isabella Eberl''] erstmals in der Geschichte der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] eine Frau ''Dienstführerin'' (Offizierin vom Dienst). Sie war schon im Jahre 2000 eine von zwei Frauen gewesen, die durch Bestehen der Aufnahmeprüfung erstmals regulär bei der ''Rettung Innsbruck'' beschäftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsdienstleistung im Hinterland und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon während des Ersten Weltkriegs bestand die '''Kriegsdienstleistung''' der ''Berereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'', die neben dem normalen Rettungs- und Krankentransportdienst durchgeführt wurde, vorerst in der '''Abwicklung von Verwundetentransporten vom und zum Innsbrucker Hauptbahnhof'''. Dabei wurden Lazarettzüge ent- und für den Weitertransport der Verwundeten beladen. In der am Hauptbahnhof eingerichteten ''Wehrmachts-Betreuuungs- und Verpflegsstelle'' versahen Hilfsschwestern über 24 Stunden täglich Dienst. Versorgt wurden auch auf dem Weg in den Heimaturlaub oder an die Front durchreisende Soldaten. In der Bahnhofshalle wurde ihnen gegen Verpflegungsscheine an langen Tischen sitzend, Suppe, Brot und Ersatzkaffee serviert. Die Schwesternhelferinnen mussten zudem die Kleidung und das Geschirr waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit '''Beginn des Bombenkrieges im Dezember 1943''' konnten die Transporte der Verwundeten nur noch bei Nacht durchgeführt werden, was durch die unregelmäßigen Zugsfolgen oft stundenlanges Warten bei Dunkelheit und Kälte bedeutete. Nachdem der ''Innsbrucker Hauptbahnhof'' als strategisches Hauptziel der alliierten Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde, verschärfte sich die Situation, weil die Kriegsversehrten nun vom Haller Bahnhof überführt werden mussten. Gleichzeitig war kein einziges Gebäude der Innsbrucker Klinik unbeschädigt geblieben. Die Transporte erfolgten nun in Ausweichspitäler in ''Seefeld'', ''Natters'' und ''Volderwaldhof''. Gerade im Winter stellten dabei die oftmals verschneiten und vereisten Bergstraßen größte Schwierigkeiten dar. Während der Fliegeralarme leisteten die Sanitäter und Hilfsschwestern Dienste in den zahlreichen, in die beidseitigen Talhänge getriebenen Luftschutzstollen. Insgesamt versorgte die ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'' während insgesamt 22 Luftangriffen auf Innsbruck (inkl. Angriff auf den Verschiebebahnhof Thaur vom 14.2.1945) 3.117 Verletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem '''Kriegsende im Frühjahr 1945''' endete die Versorgungsleistung für Militärangehörige nicht schlagartig. Im ehemaligen Arbeitserziehungslager Reichenau wurden von den Rot-Kreuz-Schwestern in 373 Tag- und 428 Nachtdiensten tausende von Heimkehrern betreut. 37 Heimkehrerzüge wurden versorgt und 100 kranke Heimkehrer von Schwestern und Sanitätern aus einem Lazarett in Jugoslawien heimgeholt. Dazu kam die Versorgung durchreisender Heimkehrer mit Hilfe fliegender Ambulanzen, die zu jedem Transport gestellt wurden, sowie die Betreuung von Rücktransporten Ausgewiesener oder von Bombenflüchtlingen. Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes wurden verteilt und in vier Transporten über tausend Kinder auf ihrem Weg zur Erholung in der Schweiz an die Grenze gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Weiter]] zur [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Freiwilligen Rettungsgesesellschaft Innsbruck in der Nachkriegszeit]]!&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=1938-1945_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_als_Bereitschaft_Innsbruck_des_Deutschen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2419</id>
		<title>1938-1945 Die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck als Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2026-09-09T11:10:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Zurück]] zur historischen Übersicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 23.05.1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 12. März 1938 Truppen des nationalsozialistisch regierten ''Deutschen Reiches'' die Österreichische Grenze überschritten, um so den '''Anschluss Österreichs''' an Hitler-Deutschland zu vollziehen, befand sich unter ihnen der Reichsarzt-SS '''''Ernst Robert Grawitz'''''. ''Grawitz'' war im Dezember 1936 '''geschäftsführender Präsident des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' geworden. Als solcher führte er das operative Geschäft, während der eigentliche Präsident, '''Prinz Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha''' – '''wie Grawitz hochgradiger Nationalsozialist''' –, lediglich repräsentative Aufgaben wahrnahm. Jetzt, im März 1938, nahm ''Ernst Robert Grawitz'' die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in Augenschein, um die Übernahme derselben durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' vorzubereiten. Dort musste er, wie er nach ''Berlin'' meldete, feststellen, „dass die Leitung der Österreichischen Rotkreuz-Gesellschaft sich in Händen solcher Persönlichkeiten befindet, die für uns völlig untragbar sind. Es befinden sich z.B. im Vorstand dieser Gesellschaft an einflussreichster Stelle mehrere Volljuden, die zum Teil gleichzeitig Freimaurer sind. Der Präsident selbst ist Exc. Dr. Max Wladimir Baron Beck, 83 Jahre, Philosemit, freimaurerisch eingestellt und angeblich Legitimist. Sein Sanitätschef für das Österreichische Rote Kreuz, gleichzeitig persönlicher Berater und behandelnder Arzt, ist der Volljude und Freimaurer Hofrat Dr. Isidor Lamberger.“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 177) Zwei Tage nach dem Besuch von ''Ernst Robert Grawitz'' traten ''Beck'' und ''Lamberger'' von ihren Ämtern zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Äußerung von ''Ernst Robert Grawitz'' vor dem Hintergrund seines Zieles lesen. Dieses bestand darin, einen '''Prozess der Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' nach nationalsozialistischen Prinzipien''' weiterzutreiben, der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 ohne erkennbaren Widerstand und zum Teil in willfähriger Partnerschaft von Seiten des ''Deutschen Roten Kreuzes'' sukzessive im Gange war. Er erfolgte in zwei wesentlichen Grundlinien: Einerseits wurde die '''Arbeit des DRK auf seine vermeintliche Kernaufgabe, die Kriegsverwundetenfürsorge, reduziert'''. Diese sah man konkret im Rahmen des '''Wehrmachtssanitätsdienst'''es verwirklicht. Es wurden dazu jene Bereiche des ''Deutschen Roten Kreuzes'', welche in Friedenszeiten aufgebaut worden und vor allem in der Volksfürsorge, aber auch in der Jugendarbeit angesiedelt waren, zugunsten einer Übernahme durch entsprechende NS-Organisationen (z. B. die ''NS-Volksfürsorge'', ''Hitlerjugend'', ''Bund Deutscher Mädel'') zurückgedrängt. Denn die Nationalsozialisten hatten die '''kriegswichtige Bedeutung des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' rasch erkannt. Andererseits wurde in die Organisationsstruktur das '''Führerprinzip''' eingeführt, sodass sich zügig ein '''Stab linientreuer Nationalsozialisten innerhalb des DRK''' etablieren konnte. Dem entsprach, dass ''Ernst Robert Grawitz'' im Sinne seiner Doppelfunktion als Reichsarzt-SS und geschäftsführender Präsident des DRK fast sämtliche Führungspostionen im DRK-Präsidium mit Mitgliedern der SS besetzte. Dabei war man peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, das DRK wäre zu nahe an den NS-Staat oder seine Behörden herangerückt, um seine internationalen Beziehungen, auf die man gerade in Kriegszeiten angewiesen war, nicht zu gefährden oder das Recht zum Führen des Rotkreuz-Zeichens nicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das derart verfasste ''Deutsche Rote Kreuz'' wurde nun die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' mit '''Verordnung des Reichsinnenministeriums vom 23.5.1938''' eingegliedert und somit aufgelöst. In Folge wurden im Juli 1938 die Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes gegründet und die einzelnen Dienststellen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz inkorporiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur:'' Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frühestens am 4.8., spätestens am 20.09.1938''' wurde auch die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''behördlich aufgelöst'''. Sie wurde '''vom ''Deutschen Roten Kreuz'' übernommen''' und der '''Landesstelle XVIII in Salzburg''', die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war, zugeordnet. Der Name der Rettungsgesellschaft änderte sich in '''''„Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes“'''''. Sie war der '''''Kreisstelle Innsbruck''''', die außerdem die Bereitschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'' ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'' umfasste, untergeordnet'''. Die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' hatte aufgehört, als eigenständiger Verein zu existieren.''' In seiner letzten Sitzung am 20.9.1938 fasste der Engere Ausschuss den Beschluss, „den Dienstbetrieb der freiw- [sic] Rettungsgesellschaft in das Deutsche Rote Kreuz zu überführen und die Geräte, [sic] sowie die Einrichtungen dem Deutschen Roten Kreuz zu übergeben“. Rund einen Monat später wurde die Übergabe in den ''Innsbrucker Nachrichten'' öffentlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der '''Realbesitz''' wäre in das Eigentum des ''Deutschen Roten Kreuzes'' übergegangen, wenn dieser durch die Hausbauten nicht nach wie vor hypothekarisch belegt gewesen wäre. Da das DRK verschuldete Realwerte aber nicht übernehmen durfte und die Führung von Wirtschaftsbetrieben in seinen Satzungen nicht vorgesehen war, konnte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' die Betriebe vor dem Zugriff des DRK retten: Der gesamte Realbesitz wurde '''der Stadt Innsbruck treuhändisch übergeben'''. Man machte sich dazu '''§ 18 der Satzungen der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft''''' zunutze. Dieser sah vor, dass der Ausschuss im Falle der Auflösung des Vereins dessen bewegliches und unbewegliches Vermögen der Stadt Innsbruck zu übergeben hatte. Sollte sich ein Verein gleichen Zweckes wie jener der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft'' innerhalb von zehn Jahren bilden, so wurde die ''Stadt Innsbruck'' verpflichtet, diesem das Vermögen auszuhändigen; andernfalls sollte es in ihr Eigentum übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' erfolgte wahrscheinlich im Zuge eines '''Besuches des DRK-Oberstführers ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld''''' vom DRK-Präsidium in Potsdam-Babelsberg in Innsbruck. ''Brekenfeld'' war seit dem 1.7.1937 im aktiven DRK-Dienst, Führer der ''Landesstelle III des Deutschen Roten Kreuzes'' (Brandenburg ohne Berlin), NSDAP-Mitglied, Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse, Träger des Verwundetenabzeichens und wird als strammer Nationalsozialist beschrieben (Bresgott, Hans-Christian, Archiv des Deutschen Roten Kreuzes Berlin: E-Mail an Ernst Pavelka vom 19.5.2015 17:43). Von ihm ist die Bemerkung erhalten, das DRK sei in Aufgabe und Gesinnung, Tun und Handeln ein „Nationalsozialistisches Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 443).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: KAM2-20140129193205 blatt115v-blatt116r eintrag 24 08 1938.png|thumb|400px|right|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/a/a0/KAM2-20140129193205_blatt115v-blatt116r_eintrag_24_08_1938.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Eintrag von ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld'' im Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 04.08.1938: &amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Deutsche Rote Kreuz beglückwünscht sich zur Übernahme der vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck und hofft, daß die Männer dieser Rettungsgesellschaft nunmehr alsbald voll Stolz den Rock des D.R.K.-Helfers tragen werden, voll Stolz über die Zugehörigkeit zu einer Organisation, dessen [sic] Schirmherr der Führer ist, der ihr seine [sic] Ursprungsaufgabe, Hilforganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegebenhat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innsbruck[,] d. 4.8.38&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D. Brekenfeld&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D.R.K.-Obristführer [sic] vom&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Präsidium des D.R.K.“&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im '''Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''''' hinterließ ''Brekenfeld'' am 4.8.1938 einen '''handschriftlichen Eintrag''', nach dem das ''Deutsche Rote Kreuz'' sich zur Übernahme der „vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck beglückwünsch[e]“, der der Führer ihre „Ursprungsaufgabe, Hilfsorganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegeben“ habe. Damit gab Brekenfeld der Innsbrucker Rettungsgesellschaft eines der wichtigsten Ziele, welches die Nationalsozialisten seit 1933 mit der ideologischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verfolgt hatten, mit auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalsozialistischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verdankt sich eine der augenfälligsten Änderungen bei der nunmerigen ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'': Ab der Übernahme war nun ein '''Nachweis über die Deutschblütigkeit jedes Mitglieds wie seines Ehepartners''' erforderlich, um in der DRK-Ortsbereitschaft Innsbruck weiterhin tätig sein oder in sie überhaupt eintreten zu können. Denn bereits am 1.6.1933 hatte das ''Deutsche Rote Kreuz'' mittelst Rundschreibens an die Mitglieder Juden von allen Funktionen ausgeschlossen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wo Nichtarier in bezahlten Stellungen sind, ist ihnen unter Anwendung des Beamtengesetzes auf den nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. Zu den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Rundschreiben Nr. 244 des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (damals noch Joachim von Winterfeldt-Menkin) vom 1. Juni 1933, zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 88-89.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man berief sich bei dieser Bestimmung, der schon im Mai die Direktive, jüdischstämmige Personen nicht mehr in Vorstandsfunktionen zu wählen, vorausgegangen war, auf den „Arierparagraphen“ des '''Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933'''. Der Nachweis über die Deutschblütigkeit der Mitglieder sowie ihrer Ehepartner, nicht aber die ausdrückliche Formulierung des Ausschlusses von Juden, wurde in Folge nur in die Regelwerke der Teilorganisationen des DRK, nicht aber in die Satzungen geschrieben, um internationales Aufsehen über den Ausschluss jüdischer Mitglieder vom DRK möglichst zu vermeiden. Man wusste, dass eine solche Bestimmung eine klare Verletzung der Grundsätze des Roten Kreuzes darstellte. Unbeschadet dessen war die''' Reaktion des Internationalen Roten Kreuzes verhalten''', als es von den neuen Bestimmungen beim DRK erfuhr. Im November 1933 verkündete dann ''Paul Hocheisen'', Chef der SA-Sanitätskolonnen und im selben Jahr als Beauftragter für die Gleichschaltung des DRK zum ''Deutschen Roten Kreuz'' gekommen, den „ausnahmslosen Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Sanitätskolonnen“ (Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 89-90).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon bevor die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom Deutschen Roten Kreuz übernommen worden war, hatte es '''Mitglieder mit nationalsozialistischen Bestrebungen''' innerhalb ihres Korps gegeben, wenn deren Gesinnung vor März 1938 auch noch nicht offen zu Tage getreten war. Der Jahresbericht für 1937, der im Mai 1938 und damit nach dem Anschluss erschien, erwähnt einen Kreis um den Gruppenführer ''Josef Baur'', der ab November/Dezember 1937 den gesamten '''Kamaradschaftsausschuss''' stellte. Der 1896 geborene ''Josef „Pepi“ Baur'' war 1929 der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' beigetreten und in der Monatsversammlung vom 16.11.1937 in der Nachfolge von ''Franz Rohm'' zum Obmann des Kameradschaftsausschusses gewählt worden. Ab dem Anschluss Österreichs war er bemüht, ein Programm umzusetzen, welches einerseits darin bestand, die '''Kameraden in nationalsozialistischer Denkungsart zu schulen''', um „frischen nationalsozialistischen Geist in die Reihen der Samariterschaft zu tragen“ (Jahresbericht 1937, S. 7); andererseits sollte die '''Ausbildung um soldatische Aspekte erweitert werden''', „damit die Samariter hinter den militärisch gut geschulten SS- und SA-Formationen nicht zurückstehen müssen“ (Jahresbericht 1937, S. 7). An den Kameradschaftsabenden sollte zudem '''nationalsozialistisches Liedgut''' gelehrt und gesungen werden. Freilich mag es sich dabei auch um eine überzogene Darstellung eigener Linientreue nach außen handeln, zumal sich die Jahresberichte an die Öffentlichkeit wandten. ''Josef Baur'' jedenfalls wurde nach der Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' Führer der männlichen Bereitschaft Innsbruck (1939–1941). Über das weitere Schicksal von ''Josef Baur'' ist nichts bekannt. In einer Personalliste aus dem Jahre 1964 wird er lapidar als mit 1945 ausgetreten geführt. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1946/47 wurde er als minderbelastet eingestuft, da er innerhalb der NSDAP niemals eine politische Funktion ausgeübt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personell hatte der Anschluss ''Österreichs'' an das ''Deutsche Reich'' insofern Folgen, als mit 15.3.1938, also drei Tage nach dem Anschluss, '''''KR Josef Dinkhauser''''', stellvertretender Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', per Schreiben an den ''Engeren Ausschuss der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit von seinen Funktionen zurücktrat''' und anscheinend auch aus der Gesellschaft ausschied. ''Dinkhauser'' war bei der Gemeinderats-Ergänzungswahl im April 1933 als Kandidat für den ''Bürgerlichen Ständebund von Tirol'' angetreten [Hye, Franz-Heinz; Justic, Josefine: Innsbruck im Spannungsfeld der Politik 1918-1938. Berichte – Bilder – Dokumente (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs; Neue Folge, Bd. 16/17). Hrsg. v. Stadtmagistrat Innsbruck. Innsbruck 1991, S. 200]. In der im ''Engeren Ausschuss'' ob des Briefes ''Dinkhausers'' ausgebrochenen Diskussion, hatten u. a. ''Josef Baur'', Chefarzt ''Dr. Viktor Tschamler'' und ''Karl Kačičnik'', damals Kassier, die Auffassung vertreten, dass ein Ausscheiden ''Dinkhausers'' aus der Rettungsgesellschaft unumgänglich sei. Schriftführer ''Hans Müller'' und Obmann ''[[Leo Stainer]]'' vertraten demgegenüber, dass der Rücktritt ''Dinkhauser''s nicht besonders dringlich sei. Ob der '''Ausschluss von zwei weiteren Mitgliedern''' in derselben Sitzung politische Gründe hatte oder nicht, konnte bis jetzt nicht erhoben werden. Der Ausschluss erfolgte aber auf Antrag des nationalsozialistisch durchsetzten Kameradschaftsausschusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenartig mutet an, dass einen Monat später, nämlich in der letzten Jahreshauptversammlung der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 15.4.1938, zum einen ''Dinkhauser'' wieder zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurde und zum andern eines der beiden in der Sitzung des Engeren Ausschusses vom 15.3.1938 ausgeschlossenen Mitglieder wegen seiner Verdienste geehrt wurde. Wie dies zu interpretieren ist, ließ sich nicht klären. Vielleicht hatte man ''Dinkhauser'' überreden können, seinen Schritt nocheinmal zu überdenken, vielleicht haben wir es aber auch mit etwas zu tun, das man gemeinhin als „Höttinger Nudel“ bezeichnet, in diesem Falle mit einer bauernschlauen Reaktion auf irgendein Ereignis inmitten der hochgradig angespannten politischen und geistigen Situation dieser Tage, zu der man sich aus unbekannten Gründen veranlasst sah. Jedenfalls hielt ''Dr. Viktor Tschamler'' in der in Rede stehenden Sitzung des Engeren Ausschusses in Anschluss an die Diskussion um das Ausscheiden ''KR Josef Dinkhausers'' eine Rede auf den Sieg der Deutschen Idee, die mit einem dreifachen Sieg-Heil und einem Treuebekenntnis zum Führer und zur Deutschen Nation endete. Danach wurde der Ankauf eines Führerbildnisses für das Sitzungszimmer beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am '''Beginn eines summarischen Jahresberichtes über die Jahre 1937 bis 1947''', der übrigens nicht identisch ist mit dem oben zitierten, 1938 erschienen Jahresbericht für 1937, beschäftigt sich die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' in einer Weise, die unschwer als Rechtfertigung erkannt werden kann, mit der '''Schuldfrage''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der grauenhafte Krieg liegt hinter uns. Die hochgehenden Wogen politischer Wirrnisse sind verebbt, wie haben Abstand gewonnen zu all dem Schlimmen, das jahrelang unsere Herzen und Gemüter bewegte. Die Tragik ausschließlich subjektiven Denkens und Handelns wurde erkannt und ist einer normalisierenden Objektivität im Gesamtablauf des täglichen Lebens gewichen. […] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns im Zuge dieser läuternden, objektiven Denkungsart eine Frage vorlegen: Haben wir, Diener des Roten Kreuzes, in den Jahren der Wandlungen gesündigt, haben wir die Ziele unseres Symbols verraten? Wir sind glücklich, diese Frage mit ehrlichem Herzen verneinen zu können. Jeder echte Samariter, mag er die Schrecken des Bombenkrieges in der Heimat erlebt haben, mag er da oder dort im Kriegseinsatz gestanden sein, hat geholfen, wann und wo er helfen konnte, ist Samariter geblieben und ist es heute noch.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck (Hg.): 31.-41. Jahresbericht der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck für die Jahre 1937-1947. Innsbruck 1947, S. 1.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Überfall Großdeutschlands auf Polen brach am 1.9.1939 der '''Zweite Weltkrieg''' aus. Bereits am 26.8. wurden '''achtzehn Mitglieder''' der ''Ortsstelle Innsbruck des DRK'' zum '''Kriegssanitätsdienst''' eingezogen, später wurden es immer mehr. Die Ausfälle konnten zunächst durch Angehörige der '''[http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;amp;ID=3448 Hitlerjugend]''' (HJ) ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der 1926 aus Vorgängerorganisationen hervorgegangenen ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' handelte es sich um die Jugendorganisation der ''Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei''. In vielerlei Hinsicht kann man sie zu den damals sehr verbreiteten [http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&amp;amp;root=26635&amp;amp;id=5321&amp;amp;redir= bündischen Jugendverbänden] rechnen, sie unterschied sich von anderen, ähnlich organisierten Jugendbünden aber u. a. durch die enge ideologische Bindung an die Mutterpartei. Der österreichische Ableger wurde 1927 ins Leben gerufen. Als am 19.6.1933 die NSDAP unter dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler ''Engelbert Dollfuß'' verboten wurde, traf dieses Schicksal auch die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]''. Einige Gruppen der HJ agierten allerdings bis zum Anschluss ''Österrreichs'' an das ''Deutsche Reich'' illegal weiter. Mit der [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&amp;amp;aid=dra&amp;amp;datum=19390004&amp;amp;seite=00000710&amp;amp;zoom=2 Zweiten Durchführungsverordnung vom 25.03.1939] zum [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19360004&amp;amp;seite=00000993 Gesetz über die Hitlerjugend (1.12.1936)] waren grundsätzlich alle Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren zum Dienst bei der ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' oder beim ''Bund deutscher Mädel'' verpflichtet worden. Die Mitgliedschaft endete mit dem 18. Lebensjahr. Die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' wurde 1945 im Zuge des Verbots der NSDAP und sämtlicher ihrer Gliederungen verboten und hörte zu existieren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Hitlerjungen im Rettungsdienst verdankte sich einem '''Abkommen zwischen dem ''Deutschen Roten Kreuz'' und der ''Reichsjugendführung'' vom 01.10.1935'''. Der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem ''Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.03.1935'' folgte ein zunehmender Ausbau des ''Deutschen Roten Kreuzes'' als „zentrale[r] Organisation des Bereitschaftsdienstes“ (Riesenberger, 2002, S. 301) zur Rekrutierung zusätzlicher Kräfte für die Unterstützung des ''Amtlichen Sanitätsdienstes''. Die zivile Tätigkeit des ''Roten Kreuzes'' wurde nunmehr „ausdrücklich als 'Schule für den Ernstfall propagiert'“ (ibd, S. 300), wobei mit „Ernstfall“ selbstredend der zukünftige Kriegsfall gemeint war. Das ''Deutsche Rote Kreuz'' sollte bis zum 30.06. jeden Jahres seinen Bedarf an Nachwuchs bei der Reichsjugendführung melden, während diese verpflichtet wurde, das entsprechende Personal alljährlich bis zum 09.11. zu liefern. Das Abkommen diente nicht nur der Bereitstellung von zusätzlichem Personal, um kriegsbedingte Lücken zu füllen. „Die längerfristige Tragweite dieses Abkommens lag darin, daß es die Nazifizierung des Roten Kreuzes durch einen nationalsozialistisch indoktrinierten Nachwuchs sicherstellte.“ (ibd. S. 302).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Aufnahmeprozedere für den Rettungsdienst verlief, nämlich ob die Burschen sich selbst zum Einsatz in der ''DRK-Kreisstelle/Bereitschaft Innsbruck'' meldeten, konnte noch nicht eruiert werden. Es gibt vage Hinweise darauf, dass sich zumindest manche von ihnen selbst meldeten. Die damals '''Sechzehn- bis Achtzehnjährigen''' leisteten ihren Dienst jedenfalls neben dem Einsatz bei Kriegsverwundetentransporten vom und zum Bahnhof im normalen '''Rettungs- und Krankentransportdienst''' ab. Zusätzlich zu den Hitlerjungen wurden in den Kriegsjahren '''mehr und mehr Frauen als Hilfsschwestern''' in die Reihen der Rettung aufgenommen. Sicherlich schon in Vorbereitung auf zu erwartende Personalausfälle während eines künftigen Krieges waren bereits im Oktober 1938 Aufrufe an ehemalige Kriegskrankenschwestern und andere Frauen ergangen, sich bei den jeweiligen regionalen DRK-Kreisstellen zu melden. Dazu dürfte sich aus dem ''BDM'' rekrutiertes Hilfspersonal gesellt haben, zumal das oben erwähnte Abkommen zwischen ''Reichsjugendführung'' und ''Rotem Kreuz'' auch weibliche Hilfskräfte umfasste: „Als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes dürfen im Alter von 18 bis zu 21 Jahren, unbeschadet ihrer weiteren Zugehörigkeit zum BDM, in Zukunft nur noch Mitglieder des BDM ausgebildet und verpflichtet werden. Die Reichsjugendführung verpflichtet sich […] die Anforderungen des Deutschen Roten Kreuzes zu erfüllen.“ (zit. n. Riesenberger, 2002, S. 302) Anders als bei den Hitlerjungen ist der Einsatz von Mädchen aus dem ''BDM'' bei der ''DRK-Bereitschaft Innsbruck'' durch Quellen vorherhand allerdings nicht belegt. Seit März 1939 waren Frauen unter den oben genannten, notabene nicht feministischen Voraussetzungen gezielt auch im ''Rettungs- und Krankentransportdienst'' eingesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur'': Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864-1990. Paderborn: Schöningh, 2002, S. 300–303.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck ===&lt;br /&gt;
Seit Gründung des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] als [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' im Jahre 1907]] bis zum „Anschluss“ im Jahre 1938 waren Frauen weder im ehren- noch im hauptamtlichen Fahrdienst anzutreffen. Das rettungsdienstliche Fahrdienstpersonal war in zwei ehrenamtlich besetzten Dienstgruppen mit jeweils einem Gruppenführer und dessen Stellvertreter in taktischen Führungsfunktionen organisiert. Dazu kamen hauptberufliche Kraftfahrer und Stationsgehilfen. Mindestanforderung an die eigenständige Tätigkeit im Fahrdienst war die sog. „Samariterprüfung“ ([[Exponat_des_Monats_11/2020|„Samariter“ als altertümlicher Begriff für den Sanitäter]]) im Anschluss an den „Samariterkurs“. Frauen kamen nur in Randbereichen der Tätigkeit des Roten Kreuzes Innsbruck, wie als seit 1911 unentgeltlich vermittelte Krankenpflegepersonen oder als aktive Mitglieder des ''Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', der als Tiroler Ableger der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' freilich andere Organisations- und Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes als den Rettungs- und Krankentransportdienst abdeckte, vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' bzw. [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|„Samariterinnen“ oder „weiblichen Samaritern“]], wie man zeitgenössisch sagte, '''geht in ''Innsbruck'' auf das Jahr 1934''' zurück. Auf einen Aufruf zur Teilnahme am ersten, von der Vizepräsidentin des ''Landesvereines vom Roten Kreuz in Tirol'', ''Ottilie Stainer'', ins Leben gerufenen '''„Samariterinnenkurs“''' im April 1934 meldeten sich derart viele Interessentinnen, dass die Teilnahme des '''für 07.05. angesetzten, acht Wochen dauernden Kurses''' auf 50 Teilnehmerinnen beschränkt werden musste. Die Ausbildung der Frauen wurde vom ärztlichen Leiter des ''Roten Kreuzes Tirol'', ''Dr. Karl Waitz'', der ehemaligen Kriegskrankenschwester und Trägerin der ''Florence-Nightingale-Medaille'', ''[[Marie Gabrielle Lodron]]'' – deren Andenken beim [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuz Innsbruck''] heute ein Lehrsaal gewidmet ist – und ''Helene Sternberg'' übernommen. Die Absolventinnen bildeten den Grundstock für '''das einzige ''„Samariterinnenkorps“'' in ''Österreich'''''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Korps dürfte beim „Jugendtag“ Ende Mai 1934 erstmals öffentlich in Erscheinung getreten sein, bei den verschiedenen [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Ausbau_des_Katastrophenschutzes_und_der_Landstra.C3.9Fenrettungsdienst|Luftschutzübungen der 1930er-Jahre]] war es regelmäßig vertreten. Als ''Ottilie Stainer'' es im Oktober 1934 – möglicherweise mit dem Ziel, seine Mitglieder im Fahrdienst einsetzen zu lassen – der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit|''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] unterstellen wollte, stellte Obmann-Stellvertreter ''Josef Dinkhauser'' im ''Engeren Ausschuss'' allerdings den Antrag, '''„die [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|''Samariterinnen'']] der Rettungsgesellschaft möglichst fern zu halten“, „was allseits Zustimmung“ fand''' (''Sitzung des Engeren Ausschusses vom 24.10.1934''). Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich stattdessen darauf, „mit dem Roten Kreuz ein Übereinkommen zu treffen, lt. welchem die Samariterinnen vollkommen selbständige Organisation zu bleiben haben“. „Nur bei gewissen Veranstaltungen, wie grossen Kundgebungen, Unruhen, Notständen etc. Uebungen im Grossalarm usw. sollen die Samariterinnen fallweise zur Mithilfe herangezogen werden.“ (ibd.) Bis zum Anschluss im März 1938 erwähnen zeitgenössische Blätter immer wieder die Versorgung von Verletzten durch Samariterinnen bei Ambulanzen oder als private Ersthelferinnen bei Unglücksfällen. Bei der Übernahme der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' ging auch das ''Samariterinnenkorps'' im ''DRK'' auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkrieges wurden, wie erwähnt, Rotkreuz-Schwestern erstmals im rettungsdienstlichen Fahrdienst eingesetzt. War dieser Umstand auch dem Krieg geschuldet, so wurde er von den hauptsächlich wohl jungen Frauen sicherlich als emanzipatorischer Zugewinn persönlicher Freiheit erlebt. Er führte nach dem Krieg jedenfalls zu Diskussionen mit „Schwestern“, die weiterhin auch rettungsdienstlich tätig sein wollten. Tatsächlich lässt sich die '''Verwendung von weiblichem Personal im Rettungs- und Krankentransportdienst bis in die Nachkriegszeit hinein – nicht nur in Innsbruck – belegen'''. In der Monatsversammlung vom 11.07.1947, in der „eine volle Klärung des Verhältnisses der weiblichen Helferinnen zum Rettungsdienst“ – wobei der Protokollant die ursprünglich gewählte Formulierung „Samariter“ durchgestrichen und verräterisch durch „Helferinnen“ ersetzt hatte – angeregt wurde, verstieg sich Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' zu der Aussage, „dass der Nachtdienst für Frauen unwürdig sei“. Gegen die Äußerung wurde von anwesenden „Helferinnen“ protestiert. Dennoch wurden die Betätigungsmöglichkeiten der Frauen bei der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', möglicherweise sogar erst ab 1953, auf Dienste bei Veranstaltungsambulanzen, außerordentlichen Notfällen und in der Bahnhofsambulanz beschränkt. Damit war man wieder auf den „status quo“ von Oktober 1934 zurückgefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weibliche DRK-Bereitschaft ging nach dem Zweiten Weltkrieg einigermaßen nahtlos in eine Abteilung „Hilfsschwestern“ über, die als „Abteilung III” jahrzehntelang neben zwei reorganisierten männlichen Abteilungen I und II bestanden hatte. Aus der Abteilung III erwuchs Schwesternpersonal u. a. für die Betreuung von Kriegsheimkehrern und die Verteilung ausländischer Spenden in der Nachkriegszeit, später für „Sozialdienst“, Ambulanzdienste, Katastrophenschutz u. a. Seit [[Exponat_des_Monats_12/2016|Bestehen eines Sprechfunksystems (1956)]] leistete die ''Abteilung III'', die sogenannte „Schwesternabteilung“, traditionell die Leitstellendienste. Aus der ''Abteilung III'' erwuchs auch das Schwesternpersonal für den „Sozialdienst“. Am Regelfahrdienst konnten die Schwestern nur als Dritte am Rettungswagen teilnehmen. Frauen gar am Steuer eines Rettungswagens wurden als widersinnig empfunden. Als in den 1970er-Jahren eine Schwester in einer ''Monatsversammlung'' forderte, man möge Frauen Rettungswägen fahren lassen, erntete sie von Seiten der männlichen Mannschaft schallendes Gelächter. Erst 1988 wurden Frauen den männlichen Transportführern (Beifahrerin am Rettungswagen) gleichgestellt, 1991 durfte ''Claudia Schmiedt'' als erste Frau die Einsatzfahrerausbildung absolvieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irreguläre hauptberufliche Tätigkeiten von Frauen im Rettungsdienst''' sind bei der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] '''seit 1995 belegbar'''. ''Sonja Peer'', heute verheiratete ''Egger'', wäre Ende November 1994 für die Nachbesetzung einer Planstelle für einen von zwei Sanitätsgehilfen&amp;lt;ref&amp;gt;„Sanitätsgehilfe“ war die damals gebräuchliche Bezeichnung für hauptberufliche Sanitäter, während ehrenamtliche als „Sanitätshelfer“ bezeichnet wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die mit Ende des Jahres 1994 ausschieden, vorgesehen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 29.11.1994, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;Da der Geschäftsführende Ausschuss aber an ihrer Fahrpraxis zweifelte – ''Peer'' hatte den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst seit mehr als einem Jahr –, wurde sie mit 01.01.1995&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DAW, Dienstanweisungen, Mitteilungen, Informationen: Personelle Veränderungen, Mitteilung des Geschäftsführer-Stellvertreters Rudolf Stampfer vom 02.01.1995; vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-JHV, Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Roten Kreuzes Innsbruck: Personalübersicht, Stand per 01.02.1995. Beilage zum Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 19.05.1995, o. Pag.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorläufig nur für den Leistungsbereich [[Essen auf Rädern|„Essen auf Rädern“]] beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 13.12.1994, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich hatten aber wohl auch Ressentiments gegen die Anstellung von Frauen für den Rettungsdienst eine Rolle dabei gespielt, ''Peer'' nicht sofort für den RKT anzustellen: So war ''Sonja Peer'' von Vorstandsmitgliedern mangelnde Qualifikation, obwohl ihr weniger qualifizierte Männer vorgezogen worden waren, vorgeworfen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kam, dass tendenziell bezweifelt wurde, Frauen seien kräftig genug, um Patienten treppauf- und -ab zu tragen, und Personalausfälle durch Schwangerschaften wurden befürchtet. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres wurde nicht nur ''Sonja Peer'', sondern noch einige Jahre später andern Frauen  gegenüber ins Treffen geführt, die für den Rettungsdienst angestellt werden wollten. Außerdem gab es (unbegründete) medizinische Bedenken mit Hinblick auf Gebärmuttersenkungen und etwaige Sterilität von Frauen durch körperliche Arbeit. Unter diesen Voraussetzungen bedurfte es der Unterstützung einer hauptberuflich angestellten Führungskraft&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022. Die betreffende ehemalige Führungskraft kann sich an die damalige Unterstützung heute nicht mehr erinnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, '''damit ''Sonja Peer'' mit 01.09.1995 schließlich in den Rettungsdienst wechseln konnte''': Ab diesem Datum war sie mit ihrer zweistelligen, hauptberuflichen Dienstnummer 88&amp;lt;ref&amp;gt;Dienstnummern für ehrenamtliche Mitglieder waren damals dreistellig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sie seit 01.01.1995 innehatte, der Regelfahrdienstgruppe IV zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DP, Dienstpläne aller Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen Rettung Innsbruck, Wochenpläne für den hauptamtlichen Dienst, 1990–1995, 1997–1998, 2000: Wochenplan vom 28.08.1995 bis 03.09.1995, 2. Woche, KW 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der hauptberufliche Rettungsdienst des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] war damals in insgesamt vier Dienstgruppen organisiert. Bei der vierten Gruppe handelte es sich um eine Teilzeitdienstgruppe, deren Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Rettungs- und Krankentransportdienst als Springer für [[Essen auf Rädern]] eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später wurde mit ''Monika Larcher'', heute verheiratete ''Müller'', eine zweite Frau im Rahmen einer Fixanstellung für den Leitstellendienst immer wieder auch im Rettungsdienst eingesetzt. ''Monika Larcher'' war nach eigener Aussage seit Oktober 1991 Mitglied der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im August 1996 bewarb sie sich für eine Stelle als Sanitäterin, wurde aber abgelehnt. Die Ablehnung sei aus „ethnischen Gründen“ erfolgt, wie ''Monika Larcher'' in einem Zeitungsartikel zu Frauen in Männerberufen angibt, ohne dass sie oder der Autor des Beitrages spezifiziert hätten, was genau damit gemeint war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. N. N.: Frauen in Männerberufen: Auch heute noch eine wahre Odyssee. Stadtblatt Innsbruck-Stadt (1996) o. Jg., Nr. 34, 26.08.1996, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieses zeitliche Umfeld dürfte auch eine Intervention aus den Reihen der Tiroler Landespolitik zugunsten einer Anstellung von ''Monika Larcher'' fallen. Daraufhin sei sie mit 14.12.1996 für die ''Bezirksleitstelle Innsbruck-Stadt'' angestellt worden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Monika Larcher'' wechselte mit [[Exponat_des_Monats_11/2019|Ende der ''Rettungsleitzentrale Innsbruck'' im November 1999]] in die Bereichsleitstelle Tirol-Mitte und 2001 zur ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' des ''Österreichischen Roten Kreuzes''.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war sie lange Zeit Tirols erste Dienstführerin und bekleidet seit 2023 die Funktion der Bezirksrettungskommandantin Innsbruck-Land.&amp;lt;ref&amp;gt;Domanig, Michael: Tirolweit erste Frau in dieser Position: „Moni“ hat nun das Kommando bei der Rettung in Innsbruck-Land, https://www.tt.com/artikel/30860606/tirolweit-erste-frau-in-dieser-position-moni-hat-nun-das-kommando-bei-der-rettung-in-innsbruck-land?state=%7B%22loginEndpointFlags%22:%5B%5D%7D (Zugriff: 30.07.2023, 20:16 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden genannten Fällen wurden die Anstellungen erst nach internen oder externen Interventionen sowie durch Druck, der mit Hilfe eines Medienberichtes aufgebaut worden war, gegen den ursprünglichen Willen und die damalige Gepflogenheit des Ausschusses der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''], Frauen als Hauptamtliche nicht zuzulassen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Geschäftsführende Ausschuss lehnte in seiner Sitzung vom 16.01.1996 die Anstellung von Frauen für den Rettungs- und Krankentransportdienst grundsätzlich ab. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-16: Protokoll der 310. (2/96) Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 16.01.1996, 4. Die Frage war in der Sitzung des nämlichen Gremiums am 02.01.1996 „aus gegebener Veranlassung“ aufgeworfen worden. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-02: Protokoll der 309. (1/96) Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 02.01.1996, 4. Man wird nicht fehlgehen, anzunehmen, dass es sich bei der „gegebene[n] Veranlassung“ um den im September 1995 erfolgten Wechsel von ''Sonja Peer'' in den rettungsdienstlichen Regelfahrdienst handelte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durchgesetzt. Wenn sie von daher auch nicht als regelhafte Anstellungen von Frauen für den Rettungsdienst angesehen werden können, dürften sie doch den Boden dafür bereitet haben, dass es Frauen ab dem Jahre 2000 durch eine Aufnahmeprüfung, die alle, die für den Rettungsdienst angestellt wurden, positiv absolvieren mussten, ermöglicht wurde, unter denselben Bedingungen wie Männer für den Rettungsdienst angestellt zu werden. Denn in seiner Sitzung vom 31.10.2000 hatte der ''Geschäftsführende Ausschuss'' beschlossen, „die Beschäftigung von weiblichem Sanitätspersonal im hauptamtlichen Dienst […] grundsätzlich nicht mehr“ auszuschließen. „Bewerbungen von Frauen können somit positiv behandelt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. AdFRI, OERK-FRI-JUB-2007-01: Stampfer, Rudolf: Freiwillige Rettung Innsbruck 1907-2007. „… die ersten hundert Jahre …“. Innsbruck: Unveröffentlichtes Manuskript, 2007, 977 – 978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jänner 2019 wurde mit [https://www.unsertirol24.com/2019/01/08/erste-dienstfuehrerin-fuer-das-rote-kreuz/ ''Isabella Eberl''] erstmals in der Geschichte der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] eine Frau ''Dienstführerin'' (Offizierin vom Dienst). Sie war schon im Jahre 2000 eine von zwei Frauen gewesen, die durch Bestehen der Aufnahmeprüfung erstmals regulär bei der ''Rettung Innsbruck'' beschäftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsdienstleistung im Hinterland und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon während des Ersten Weltkriegs bestand die '''Kriegsdienstleistung''' der ''Berereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'', die neben dem normalen Rettungs- und Krankentransportdienst durchgeführt wurde, vorerst in der '''Abwicklung von Verwundetentransporten vom und zum Innsbrucker Hauptbahnhof'''. Dabei wurden Lazarettzüge ent- und für den Weitertransport der Verwundeten beladen. In der am Hauptbahnhof eingerichteten ''Wehrmachts-Betreuuungs- und Verpflegsstelle'' versahen Hilfsschwestern über 24 Stunden täglich Dienst. Versorgt wurden auch auf dem Weg in den Heimaturlaub oder an die Front durchreisende Soldaten. In der Bahnhofshalle wurde ihnen gegen Verpflegungsscheine an langen Tischen sitzend, Suppe, Brot und Ersatzkaffee serviert. Die Schwesternhelferinnen mussten zudem die Kleidung und das Geschirr waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit '''Beginn des Bombenkrieges im Dezember 1943''' konnten die Transporte der Verwundeten nur noch bei Nacht durchgeführt werden, was durch die unregelmäßigen Zugsfolgen oft stundenlanges Warten bei Dunkelheit und Kälte bedeutete. Nachdem der ''Innsbrucker Hauptbahnhof'' als strategisches Hauptziel der alliierten Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde, verschärfte sich die Situation, weil die Kriegsversehrten nun vom Haller Bahnhof überführt werden mussten. Gleichzeitig war kein einziges Gebäude der Innsbrucker Klinik unbeschädigt geblieben. Die Transporte erfolgten nun in Ausweichspitäler in ''Seefeld'', ''Natters'' und ''Volderwaldhof''. Gerade im Winter stellten dabei die oftmals verschneiten und vereisten Bergstraßen größte Schwierigkeiten dar. Während der Fliegeralarme leisteten die Sanitäter und Hilfsschwestern Dienste in den zahlreichen, in die beidseitigen Talhänge getriebenen Luftschutzstollen. Insgesamt versorgte die ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'' während insgesamt 22 Luftangriffen auf Innsbruck (inkl. Angriff auf den Verschiebebahnhof Thaur vom 14.2.1945) 3.117 Verletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem '''Kriegsende im Frühjahr 1945''' endete die Versorgungsleistung für Militärangehörige nicht schlagartig. Im ehemaligen Arbeitserziehungslager Reichenau wurden von den Rot-Kreuz-Schwestern in 373 Tag- und 428 Nachtdiensten tausende von Heimkehrern betreut. 37 Heimkehrerzüge wurden versorgt und 100 kranke Heimkehrer von Schwestern und Sanitätern aus einem Lazarett in Jugoslawien heimgeholt. Dazu kam die Versorgung durchreisender Heimkehrer mit Hilfe fliegender Ambulanzen, die zu jedem Transport gestellt wurden, sowie die Betreuung von Rücktransporten Ausgewiesener oder von Bombenflüchtlingen. Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes wurden verteilt und in vier Transporten über tausend Kinder auf ihrem Weg zur Erholung in der Schweiz an die Grenze gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Weiter]] zur [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Freiwilligen Rettungsgesesellschaft Innsbruck in der Nachkriegszeit]]!&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=1938-1945_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_als_Bereitschaft_Innsbruck_des_Deutschen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2418</id>
		<title>1938-1945 Die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck als Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2026-09-09T11:09:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Zurück]] zur historischen Übersicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 23.05.1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 12. März 1938 Truppen des nationalsozialistisch regierten ''Deutschen Reiches'' die Österreichische Grenze überschritten, um so den '''Anschluss Österreichs''' an Hitler-Deutschland zu vollziehen, befand sich unter ihnen der Reichsarzt-SS '''''Ernst Robert Grawitz'''''. ''Grawitz'' war im Dezember 1936 '''geschäftsführender Präsident des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' geworden. Als solcher führte er das operative Geschäft, während der eigentliche Präsident, '''Prinz Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha''' – '''wie Grawitz hochgradiger Nationalsozialist''' –, lediglich repräsentative Aufgaben wahrnahm. Jetzt, im März 1938, nahm ''Ernst Robert Grawitz'' die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in Augenschein, um die Übernahme derselben durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' vorzubereiten. Dort musste er, wie er nach ''Berlin'' meldete, feststellen, „dass die Leitung der Österreichischen Rotkreuz-Gesellschaft sich in Händen solcher Persönlichkeiten befindet, die für uns völlig untragbar sind. Es befinden sich z.B. im Vorstand dieser Gesellschaft an einflussreichster Stelle mehrere Volljuden, die zum Teil gleichzeitig Freimaurer sind. Der Präsident selbst ist Exc. Dr. Max Wladimir Baron Beck, 83 Jahre, Philosemit, freimaurerisch eingestellt und angeblich Legitimist. Sein Sanitätschef für das Österreichische Rote Kreuz, gleichzeitig persönlicher Berater und behandelnder Arzt, ist der Volljude und Freimaurer Hofrat Dr. Isidor Lamberger.“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 177) Zwei Tage nach dem Besuch von ''Ernst Robert Grawitz'' traten ''Beck'' und ''Lamberger'' von ihren Ämtern zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Äußerung von ''Ernst Robert Grawitz'' vor dem Hintergrund seines Zieles lesen. Dieses bestand darin, einen '''Prozess der Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' nach nationalsozialistischen Prinzipien''' weiterzutreiben, der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 ohne erkennbaren Widerstand und zum Teil in willfähriger Partnerschaft von Seiten des ''Deutschen Roten Kreuzes'' sukzessive im Gange war. Er erfolgte in zwei wesentlichen Grundlinien: Einerseits wurde die '''Arbeit des DRK auf seine vermeintliche Kernaufgabe, die Kriegsverwundetenfürsorge, reduziert'''. Diese sah man konkret im Rahmen des '''Wehrmachtssanitätsdienst'''es verwirklicht. Es wurden dazu jene Bereiche des ''Deutschen Roten Kreuzes'', welche in Friedenszeiten aufgebaut worden und vor allem in der Volksfürsorge, aber auch in der Jugendarbeit angesiedelt waren, zugunsten einer Übernahme durch entsprechende NS-Organisationen (z. B. die ''NS-Volksfürsorge'', ''Hitlerjugend'', ''Bund Deutscher Mädel'') zurückgedrängt. Denn die Nationalsozialisten hatten die '''kriegswichtige Bedeutung des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' rasch erkannt. Andererseits wurde in die Organisationsstruktur das '''Führerprinzip''' eingeführt, sodass sich zügig ein '''Stab linientreuer Nationalsozialisten innerhalb des DRK''' etablieren konnte. Dem entsprach, dass ''Ernst Robert Grawitz'' im Sinne seiner Doppelfunktion als Reichsarzt-SS und geschäftsführender Präsident des DRK fast sämtliche Führungspostionen im DRK-Präsidium mit Mitgliedern der SS besetzte. Dabei war man peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, das DRK wäre zu nahe an den NS-Staat oder seine Behörden herangerückt, um seine internationalen Beziehungen, auf die man gerade in Kriegszeiten angewiesen war, nicht zu gefährden oder das Recht zum Führen des Rotkreuz-Zeichens nicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das derart verfasste ''Deutsche Rote Kreuz'' wurde nun die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' mit '''Verordnung des Reichsinnenministeriums vom 23.5.1938''' eingegliedert und somit aufgelöst. In Folge wurden im Juli 1938 die Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes gegründet und die einzelnen Dienststellen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz inkorporiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur:'' Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frühestens am 4.8., spätestens am 20.09.1938''' wurde auch die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''behördlich aufgelöst'''. Sie wurde '''vom ''Deutschen Roten Kreuz'' übernommen''' und der '''Landesstelle XVIII in Salzburg''', die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war, zugeordnet. Der Name der Rettungsgesellschaft änderte sich in '''''„Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes“'''''. Sie war der '''''Kreisstelle Innsbruck''''', die außerdem die Bereitschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'' ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'' umfasste, untergeordnet'''. Die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' hatte aufgehört, als eigenständiger Verein zu existieren.''' In seiner letzten Sitzung am 20.9.1938 fasste der Engere Ausschuss den Beschluss, „den Dienstbetrieb der freiw- [sic] Rettungsgesellschaft in das Deutsche Rote Kreuz zu überführen und die Geräte, [sic] sowie die Einrichtungen dem Deutschen Roten Kreuz zu übergeben“. Rund einen Monat später wurde die Übergabe in den ''Innsbrucker Nachrichten'' öffentlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der '''Realbesitz''' wäre in das Eigentum des ''Deutschen Roten Kreuzes'' übergegangen, wenn dieser durch die Hausbauten nicht nach wie vor hypothekarisch belegt gewesen wäre. Da das DRK verschuldete Realwerte aber nicht übernehmen durfte und die Führung von Wirtschaftsbetrieben in seinen Satzungen nicht vorgesehen war, konnte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' die Betriebe vor dem Zugriff des DRK retten: Der gesamte Realbesitz wurde '''der Stadt Innsbruck treuhändisch übergeben'''. Man machte sich dazu '''§ 18 der Satzungen der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft''''' zunutze. Dieser sah vor, dass der Ausschuss im Falle der Auflösung des Vereins dessen bewegliches und unbewegliches Vermögen der Stadt Innsbruck zu übergeben hatte. Sollte sich ein Verein gleichen Zweckes wie jener der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft'' innerhalb von zehn Jahren bilden, so wurde die ''Stadt Innsbruck'' verpflichtet, diesem das Vermögen auszuhändigen; andernfalls sollte es in ihr Eigentum übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' erfolgte wahrscheinlich im Zuge eines '''Besuches des DRK-Oberstführers ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld''''' vom DRK-Präsidium in Potsdam-Babelsberg in Innsbruck. ''Brekenfeld'' war seit dem 1.7.1937 im aktiven DRK-Dienst, Führer der ''Landesstelle III des Deutschen Roten Kreuzes'' (Brandenburg ohne Berlin), NSDAP-Mitglied, Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse, Träger des Verwundetenabzeichens und wird als strammer Nationalsozialist beschrieben (Bresgott, Hans-Christian, Archiv des Deutschen Roten Kreuzes Berlin: E-Mail an Ernst Pavelka vom 19.5.2015 17:43). Von ihm ist die Bemerkung erhalten, das DRK sei in Aufgabe und Gesinnung, Tun und Handeln ein „Nationalsozialistisches Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 443).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: KAM2-20140129193205 blatt115v-blatt116r eintrag 24 08 1938.png|thumb|400px|right|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/a/a0/KAM2-20140129193205_blatt115v-blatt116r_eintrag_24_08_1938.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Eintrag von ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld'' im Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 04.08.1938: &amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Deutsche Rote Kreuz beglückwünscht sich zur Übernahme der vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck und hofft, daß die Männer dieser Rettungsgesellschaft nunmehr alsbald voll Stolz den Rock des D.R.K.-Helfers tragen werden, voll Stolz über die Zugehörigkeit zu einer Organisation, dessen [sic] Schirmherr der Führer ist, der ihr seine [sic] Ursprungsaufgabe, Hilforganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegebenhat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innsbruck[,] d. 4.8.38&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D. Brekenfeld&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D.R.K.-Obristführer [sic] vom&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Präsidium des D.R.K.“&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im '''Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''''' hinterließ ''Brekenfeld'' am 4.8.1938 einen '''handschriftlichen Eintrag''', nach dem das ''Deutsche Rote Kreuz'' sich zur Übernahme der „vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck beglückwünsch[e]“, der der Führer ihre „Ursprungsaufgabe, Hilfsorganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegeben“ habe. Damit gab Brekenfeld der Innsbrucker Rettungsgesellschaft eines der wichtigsten Ziele, welches die Nationalsozialisten seit 1933 mit der ideologischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verfolgt hatten, mit auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalsozialistischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verdankt sich eine der augenfälligsten Änderungen bei der nunmerigen ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'': Ab der Übernahme war nun ein '''Nachweis über die Deutschblütigkeit jedes Mitglieds wie seines Ehepartners''' erforderlich, um in der DRK-Ortsbereitschaft Innsbruck weiterhin tätig sein oder in sie überhaupt eintreten zu können. Denn bereits am 1.6.1933 hatte das ''Deutsche Rote Kreuz'' mittelst Rundschreibens an die Mitglieder Juden von allen Funktionen ausgeschlossen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wo Nichtarier in bezahlten Stellungen sind, ist ihnen unter Anwendung des Beamtengesetzes auf den nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. Zu den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Rundschreiben Nr. 244 des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (damals noch Joachim von Winterfeldt-Menkin) vom 1. Juni 1933, zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 88-89.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man berief sich bei dieser Bestimmung, der schon im Mai die Direktive, jüdischstämmige Personen nicht mehr in Vorstandsfunktionen zu wählen, vorausgegangen war, auf den „Arierparagraphen“ des '''Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933'''. Der Nachweis über die Deutschblütigkeit der Mitglieder sowie ihrer Ehepartner, nicht aber die ausdrückliche Formulierung des Ausschlusses von Juden, wurde in Folge nur in die Regelwerke der Teilorganisationen des DRK, nicht aber in die Satzungen geschrieben, um internationales Aufsehen über den Ausschluss jüdischer Mitglieder vom DRK möglichst zu vermeiden. Man wusste, dass eine solche Bestimmung eine klare Verletzung der Grundsätze des Roten Kreuzes darstellte. Unbeschadet dessen war die''' Reaktion des Internationalen Roten Kreuzes verhalten''', als es von den neuen Bestimmungen beim DRK erfuhr. Im November 1933 verkündete dann ''Paul Hocheisen'', Chef der SA-Sanitätskolonnen und im selben Jahr als Beauftragter für die Gleichschaltung des DRK zum ''Deutschen Roten Kreuz'' gekommen, den „ausnahmslosen Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Sanitätskolonnen“ (Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 89-90).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon bevor die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom Deutschen Roten Kreuz übernommen worden war, hatte es '''Mitglieder mit nationalsozialistischen Bestrebungen''' innerhalb ihres Korps gegeben, wenn deren Gesinnung vor März 1938 auch noch nicht offen zu Tage getreten war. Der Jahresbericht für 1937, der im Mai 1938 und damit nach dem Anschluss erschien, erwähnt einen Kreis um den Gruppenführer ''Josef Baur'', der ab November/Dezember 1937 den gesamten '''Kamaradschaftsausschuss''' stellte. Der 1896 geborene ''Josef „Pepi“ Baur'' war 1929 der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' beigetreten und in der Monatsversammlung vom 16.11.1937 in der Nachfolge von ''Franz Rohm'' zum Obmann des Kameradschaftsausschusses gewählt worden. Ab dem Anschluss Österreichs war er bemüht, ein Programm umzusetzen, welches einerseits darin bestand, die '''Kameraden in nationalsozialistischer Denkungsart zu schulen''', um „frischen nationalsozialistischen Geist in die Reihen der Samariterschaft zu tragen“ (Jahresbericht 1937, S. 7); andererseits sollte die '''Ausbildung um soldatische Aspekte erweitert werden''', „damit die Samariter hinter den militärisch gut geschulten SS- und SA-Formationen nicht zurückstehen müssen“ (Jahresbericht 1937, S. 7). An den Kameradschaftsabenden sollte zudem '''nationalsozialistisches Liedgut''' gelehrt und gesungen werden. Freilich mag es sich dabei auch um eine überzogene Darstellung eigener Linientreue nach außen handeln, zumal sich die Jahresberichte an die Öffentlichkeit wandten. ''Josef Baur'' jedenfalls wurde nach der Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' Führer der männlichen Bereitschaft Innsbruck (1939–1941). Über das weitere Schicksal von ''Josef Baur'' ist nichts bekannt. In einer Personalliste aus dem Jahre 1964 wird er lapidar als mit 1945 ausgetreten geführt. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1946/47 wurde er als minderbelastet eingestuft, da er innerhalb der NSDAP niemals eine politische Funktion ausgeübt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personell hatte der Anschluss ''Österreichs'' an das ''Deutsche Reich'' insofern Folgen, als mit 15.3.1938, also drei Tage nach dem Anschluss, '''''KR Josef Dinkhauser''''', stellvertretender Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', per Schreiben an den ''Engeren Ausschuss der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit von seinen Funktionen zurücktrat''' und anscheinend auch aus der Gesellschaft ausschied. ''Dinkhauser'' war bei der Gemeinderats-Ergänzungswahl im April 1933 als Kandidat für den ''Bürgerlichen Ständebund von Tirol'' angetreten [Hye, Franz-Heinz; Justic, Josefine: Innsbruck im Spannungsfeld der Politik 1918-1938. Berichte – Bilder – Dokumente (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs; Neue Folge, Bd. 16/17). Hrsg. v. Stadtmagistrat Innsbruck. Innsbruck 1991, S. 200]. In der im ''Engeren Ausschuss'' ob des Briefes ''Dinkhausers'' ausgebrochenen Diskussion, hatten u. a. ''Josef Baur'', Chefarzt ''Dr. Viktor Tschamler'' und ''Karl Kačičnik'', damals Kassier, die Auffassung vertreten, dass ein Ausscheiden ''Dinkhausers'' aus der Rettungsgesellschaft unumgänglich sei. Schriftführer ''Hans Müller'' und Obmann ''[[Leo Stainer]]'' vertraten demgegenüber, dass der Rücktritt ''Dinkhauser''s nicht besonders dringlich sei. Ob der '''Ausschluss von zwei weiteren Mitgliedern''' in derselben Sitzung politische Gründe hatte oder nicht, konnte bis jetzt nicht erhoben werden. Der Ausschluss erfolgte aber auf Antrag des nationalsozialistisch durchsetzten Kameradschaftsausschusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenartig mutet an, dass einen Monat später, nämlich in der letzten Jahreshauptversammlung der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 15.4.1938, zum einen ''Dinkhauser'' wieder zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurde und zum andern eines der beiden in der Sitzung des Engeren Ausschusses vom 15.3.1938 ausgeschlossenen Mitglieder wegen seiner Verdienste geehrt wurde. Wie dies zu interpretieren ist, ließ sich nicht klären. Vielleicht hatte man ''Dinkhauser'' überreden können, seinen Schritt nocheinmal zu überdenken, vielleicht haben wir es aber auch mit etwas zu tun, das man gemeinhin als „Höttinger Nudel“ bezeichnet, in diesem Falle mit einer bauernschlauen Reaktion auf irgendein Ereignis inmitten der hochgradig angespannten politischen und geistigen Situation dieser Tage, zu der man sich aus unbekannten Gründen veranlasst sah. Jedenfalls hielt ''Dr. Viktor Tschamler'' in der in Rede stehenden Sitzung des Engeren Ausschusses in Anschluss an die Diskussion um das Ausscheiden ''KR Josef Dinkhausers'' eine Rede auf den Sieg der Deutschen Idee, die mit einem dreifachen Sieg-Heil und einem Treuebekenntnis zum Führer und zur Deutschen Nation endete. Danach wurde der Ankauf eines Führerbildnisses für das Sitzungszimmer beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am '''Beginn eines summarischen Jahresberichtes über die Jahre 1937 bis 1947''', der übrigens nicht identisch ist mit dem oben zitierten, 1938 erschienen Jahresbericht für 1937, beschäftigt sich die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' in einer Weise, die unschwer als Rechtfertigung erkannt werden kann, mit der '''Schuldfrage''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der grauenhafte Krieg liegt hinter uns. Die hochgehenden Wogen politischer Wirrnisse sind verebbt, wie haben Abstand gewonnen zu all dem Schlimmen, das jahrelang unsere Herzen und Gemüter bewegte. Die Tragik ausschließlich subjektiven Denkens und Handelns wurde erkannt und ist einer normalisierenden Objektivität im Gesamtablauf des täglichen Lebens gewichen. […] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns im Zuge dieser läuternden, objektiven Denkungsart eine Frage vorlegen: Haben wir, Diener des Roten Kreuzes, in den Jahren der Wandlungen gesündigt, haben wir die Ziele unseres Symbols verraten? Wir sind glücklich, diese Frage mit ehrlichem Herzen verneinen zu können. Jeder echte Samariter, mag er die Schrecken des Bombenkrieges in der Heimat erlebt haben, mag er da oder dort im Kriegseinsatz gestanden sein, hat geholfen, wann und wo er helfen konnte, ist Samariter geblieben und ist es heute noch.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck (Hg.): 31.-41. Jahresbericht der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck für die Jahre 1937-1947. Innsbruck 1947, S. 1.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Überfall Großdeutschlands auf Polen brach am 1.9.1939 der '''Zweite Weltkrieg''' aus. Bereits am 26.8. wurden '''achtzehn Mitglieder''' der ''Ortsstelle Innsbruck des DRK'' zum '''Kriegssanitätsdienst''' eingezogen, später wurden es immer mehr. Die Ausfälle konnten zunächst durch Angehörige der '''[http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;amp;ID=3448 Hitlerjugend]''' (HJ) ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der 1926 aus Vorgängerorganisationen hervorgegangenen ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' handelte es sich um die Jugendorganisation der ''Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei''. In vielerlei Hinsicht kann man sie zu den damals sehr verbreiteten [http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&amp;amp;root=26635&amp;amp;id=5321&amp;amp;redir= bündischen Jugendverbänden] rechnen, sie unterschied sich von anderen, ähnlich organisierten Jugendbünden aber u. a. durch die enge ideologische Bindung an die Mutterpartei. Der österreichische Ableger wurde 1927 ins Leben gerufen. Als am 19.6.1933 die NSDAP unter dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler ''Engelbert Dollfuß'' verboten wurde, traf dieses Schicksal auch die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]''. Einige Gruppen der HJ agierten allerdings bis zum Anschluss ''Österrreichs'' an das ''Deutsche Reich'' illegal weiter. Mit der [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&amp;amp;aid=dra&amp;amp;datum=19390004&amp;amp;seite=00000710&amp;amp;zoom=2 Zweiten Durchführungsverordnung vom 25.03.1939] zum [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19360004&amp;amp;seite=00000993 Gesetz über die Hitlerjugend (1.12.1936)] waren grundsätzlich alle Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren zum Dienst bei der ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' oder beim ''Bund deutscher Mädel'' verpflichtet worden. Die Mitgliedschaft endete mit dem 18. Lebensjahr. Die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' wurde 1945 im Zuge des Verbots der NSDAP und sämtlicher ihrer Gliederungen verboten und hörte zu existieren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Hitlerjungen im Rettungsdienst verdankte sich einem '''Abkommen zwischen dem ''Deutschen Roten Kreuz'' und der ''Reichsjugendführung'' vom 01.10.1935'''. Der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem ''Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.03.1935'' folgte ein zunehmender Ausbau des ''Deutschen Roten Kreuzes'' als „zentrale[r] Organisation des Bereitschaftsdienstes“ (Riesenberger, 2002, S. 301) zur Rekrutierung zusätzlicher Kräfte für die Unterstützung des ''Amtlichen Sanitätsdienstes''. Die zivile Tätigkeit des ''Roten Kreuzes'' wurde nunmehr „ausdrücklich als 'Schule für den Ernstfall propagiert'“ (ibd, S. 300), wobei mit „Ernstfall“ selbstredend der zukünftige Kriegsfall gemeint war. Das ''Deutsche Rote Kreuz'' sollte bis zum 30.06. jeden Jahres seinen Bedarf an Nachwuchs bei der Reichsjugendführung melden, während diese verpflichtet wurde, das entsprechende Personal alljährlich bis zum 09.11. zu liefern. Das Abkommen diente nicht nur der Bereitstellung von zusätzlichem Personal, um kriegsbedingte Lücken zu füllen. „Die längerfristige Tragweite dieses Abkommens lag darin, daß es die Nazifizierung des Roten Kreuzes durch einen nationalsozialistisch indoktrinierten Nachwuchs sicherstellte.“ (ibd. S. 302).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Aufnahmeprozedere für den Rettungsdienst verlief, nämlich ob die Burschen sich selbst zum Einsatz in der ''DRK-Kreisstelle/Bereitschaft Innsbruck'' meldeten, konnte noch nicht eruiert werden. Es gibt vage Hinweise darauf, dass sich zumindest manche von ihnen selbst meldeten. Die damals '''Sechzehn- bis Achtzehnjährigen''' leisteten ihren Dienst jedenfalls neben dem Einsatz bei Kriegsverwundetentransporten vom und zum Bahnhof im normalen '''Rettungs- und Krankentransportdienst''' ab. Zusätzlich zu den Hitlerjungen wurden in den Kriegsjahren '''mehr und mehr Frauen als Hilfsschwestern''' in die Reihen der Rettung aufgenommen. Sicherlich schon in Vorbereitung auf zu erwartende Personalausfälle während eines künftigen Krieges waren bereits im Oktober 1938 Aufrufe an ehemalige Kriegskrankenschwestern und andere Frauen ergangen, sich bei den jeweiligen regionalen DRK-Kreisstellen zu melden. Dazu dürfte sich aus dem ''BDM'' rekrutiertes Hilfspersonal gesellt haben, zumal das oben erwähnte Abkommen zwischen ''Reichsjugendführung'' und ''Rotem Kreuz'' auch weibliche Hilfskräfte umfasste: „Als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes dürfen im Alter von 18 bis zu 21 Jahren, unbeschadet ihrer weiteren Zugehörigkeit zum BDM, in Zukunft nur noch Mitglieder des BDM ausgebildet und verpflichtet werden. Die Reichsjugendführung verpflichtet sich […] die Anforderungen des Deutschen Roten Kreuzes zu erfüllen.“ (zit. n. Riesenberger, 2002, S. 302) Anders als bei den Hitlerjungen ist der Einsatz von Mädchen aus dem ''BDM'' bei der ''DRK-Bereitschaft Innsbruck'' durch Quellen vorherhand allerdings nicht belegt. Seit März 1939 waren Frauen unter den oben genannten, notabene nicht feministischen Voraussetzungen gezielt auch im ''Rettungs- und Krankentransportdienst'' eingesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur'': Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864-1990. Paderborn: Schöningh, 2002, S. 300–303.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck ===&lt;br /&gt;
Seit Gründung des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] als [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' im Jahre 1907]] bis zum „Anschluss“ im Jahre 1938 waren Frauen weder im ehren- noch im hauptamtlichen Fahrdienst anzutreffen. Das rettungsdienstliche Fahrdienstpersonal war in zwei ehrenamtlich besetzten Dienstgruppen mit jeweils einem Gruppenführer und dessen Stellvertreter in taktischen Führungsfunktionen organisiert. Dazu kamen hauptberufliche Kraftfahrer und Stationsgehilfen. Mindestanforderung an die eigenständige Tätigkeit im Fahrdienst war die sog. „Samariterprüfung“ ([[Exponat_des_Monats_11/2020|„Samariter“ als altertümlicher Begriff für den Sanitäter]]) im Anschluss an den „Samariterkurs“. Frauen kamen nur in Randbereichen der Tätigkeit des Roten Kreuzes Innsbruck, wie als seit 1911 unentgeltlich vermittelte Krankenpflegepersonen oder als aktive Mitglieder des ''Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', der als Tiroler Ableger der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' freilich andere Organisations- und Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes als den Rettungs- und Krankentransportdienst abdeckte, vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' bzw. [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|„Samariterinnen“ oder „weiblichen Samaritern“]], wie man zeitgenössisch sagte, '''geht in ''Innsbruck'' auf das Jahr 1934''' zurück. Auf einen Aufruf zur Teilnahme am ersten, von der Vizepräsidentin des ''Landesvereines vom Roten Kreuz in Tirol'', ''Ottilie Stainer'', ins Leben gerufenen '''„Samariterinnenkurs“''' im April 1934 meldeten sich derart viele Interessentinnen, dass die Teilnahme des '''für 07.05. angesetzten, acht Wochen dauernden Kurses''' auf 50 Teilnehmerinnen beschränkt werden musste. Die Ausbildung der Frauen wurde vom ärztlichen Leiter des ''Roten Kreuzes Tirol'', ''Dr. Karl Waitz'', der ehemaligen Kriegskrankenschwester und Trägerin der ''Florence-Nightingale-Medaille'', ''[[Marie Gabrielle Lodron]]'' – deren Andenken beim [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuz Innsbruck''] heute ein Lehrsaal gewidmet ist – und ''Helene Sternberg'' übernommen. Die Absolventinnen bildeten den Grundstock für '''das einzige ''„Samariterinnenkorps“'' in ''Österreich'''''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Korps dürfte beim „Jugendtag“ Ende Mai 1934 erstmals öffentlich in Erscheinung getreten sein, bei den verschiedenen [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Ausbau_des_Katastrophenschutzes_und_der_Landstra.C3.9Fenrettungsdienst|Luftschutzübungen der 1930er-Jahre]] war es regelmäßig vertreten. Als ''Ottilie Stainer'' es im Oktober 1934 – möglicherweise mit dem Ziel, seine Mitglieder im Fahrdienst einsetzen zu lassen – der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit|''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] unterstellen wollte, stellte Obmann-Stellvertreter ''Josef Dinkhauser'' im ''Engeren Ausschuss'' allerdings den Antrag, '''„die [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|''Samariterinnen'']] der Rettungsgesellschaft möglichst fern zu halten“, „was allseits Zustimmung“ fand''' (''Sitzung des Engeren Ausschusses vom 24.10.1934''). Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich stattdessen darauf, „mit dem Roten Kreuz ein Übereinkommen zu treffen, lt. welchem die Samariterinnen vollkommen selbständige Organisation zu bleiben haben“. „Nur bei gewissen Veranstaltungen, wie grossen Kundgebungen, Unruhen, Notständen etc. Uebungen im Grossalarm usw. sollen die Samariterinnen fallweise zur Mithilfe herangezogen werden.“ (ibd.) Bis zum Anschluss im März 1938 erwähnen zeitgenössische Blätter immer wieder die Versorgung von Verletzten durch Samariterinnen bei Ambulanzen oder als private Ersthelferinnen bei Unglücksfällen. Bei der Übernahme der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' ging auch das ''Samariterinnenkorps'' im ''DRK'' auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkrieges wurden, wie erwähnt, Rotkreuz-Schwestern erstmals im rettungsdienstlichen Fahrdienst eingesetzt. War dieser Umstand auch dem Krieg geschuldet, so wurde er von den hauptsächlich wohl jungen Frauen sicherlich als emanzipatorischer Zugewinn persönlicher Freiheit erlebt. Er führte nach dem Krieg jedenfalls zu Diskussionen mit „Schwestern“, die weiterhin auch rettungsdienstlich tätig sein wollten. Tatsächlich lässt sich die '''Verwendung von weiblichem Personal im Rettungs- und Krankentransportdienst bis in die Nachkriegszeit hinein – nicht nur in Innsbruck – belegen'''. In der Monatsversammlung vom 11.07.1947, in der „eine volle Klärung des Verhältnisses der weiblichen Helferinnen zum Rettungsdienst“ – wobei der Protokollant die ursprünglich gewählte Formulierung „Samariter“ durchgestrichen und verräterisch durch „Helferinnen“ ersetzt hatte – angeregt wurde, verstieg sich Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' zu der Aussage, „dass der Nachtdienst für Frauen unwürdig sei“. Gegen die Äußerung wurde von anwesenden „Helferinnen“ protestiert. Dennoch wurden die Betätigungsmöglichkeiten der Frauen bei der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', möglicherweise sogar erst ab 1953, auf Dienste bei Veranstaltungsambulanzen, außerordentlichen Notfällen und in der Bahnhofsambulanz beschränkt. Damit war man wieder auf den „status quo“ von Oktober 1934 zurückgefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weibliche DRK-Bereitschaft ging nach dem Zweiten Weltkrieg einigermaßen nahtlos in eine Abteilung „Hilfsschwestern“ über, die als „Abteilung III” jahrzehntelang neben zwei reorganisierten männlichen Abteilungen I und II bestanden hatte. Aus der Abteilung III erwuchs Schwesternpersonal u. a. für die Betreuung von Kriegsheimkehrern und die Verteilung ausländischer Spenden in der Nachkriegszeit, später für „Sozialdienst“, Ambulanzdienste, Katastrophenschutz u. a. Seit [[Exponat_des_Monats_12/2016|Bestehen eines Sprechfunksystems (1956)]] leistete die ''Abteilung III'', die sogenannte „Schwesternabteilung“, traditionell die Leitstellendienste. Aus der ''Abteilung III'' erwuchs auch das Schwesternpersonal für den „Sozialdienst“. Am Regelfahrdienst konnten die Schwestern nur als Dritte am Rettungswagen teilnehmen. Frauen gar am Steuer eines Rettungswagens wurden als widersinnig empfunden. Als in den 1970er-Jahren eine Schwester in einer ''Monatsversammlung'' forderte, man möge Frauen Rettungswägen fahren lassen, erntete sie von Seiten der männlichen Mannschaft schallendes Gelächter. Erst 1988 wurden Frauen den männlichen Transportführern (Beifahrerin am Rettungswagen) gleichgestellt, 1991 durfte ''Claudia Schmiedt'' als erste Frau die Einsatzfahrerausbildung absolvieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irreguläre hauptberufliche Tätigkeiten von Frauen im Rettungsdienst''' sind bei der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] '''seit 1995 belegbar'''. ''Sonja Peer'', heute verheiratete ''Egger'', wäre Ende November 1994 für die Nachbesetzung einer Planstelle für einen von zwei Sanitätsgehilfen&amp;lt;ref&amp;gt;„Sanitätsgehilfe“ war die damals gebräuchliche Bezeichnung für hauptberufliche Sanitäter, während ehrenamtliche als „Sanitätshelfer“ bezeichnet wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die mit Ende des Jahres 1994 ausschieden, vorgesehen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 29.11.1994, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;Da der Geschäftsführende Ausschuss aber an ihrer Fahrpraxis zweifelte – ''Peer'' hatte den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst seit mehr als einem Jahr –, wurde sie mit 01.01.1995&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DAW, Dienstanweisungen, Mitteilungen, Informationen: Personelle Veränderungen, Mitteilung des Geschäftsführer-Stellvertreters Rudolf Stampfer vom 02.01.1995; vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-JHV, Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Roten Kreuzes Innsbruck: Personalübersicht, Stand per 01.02.1995. Beilage zum Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 19.05.1995, o. Pag.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorläufig nur für den Leistungsbereich [[Essen auf Rädern|„Essen auf Rädern“]] beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 13.12.1994, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich hatten aber wohl auch Ressentiments gegen die Anstellung von Frauen für den Rettungsdienst eine Rolle dabei gespielt, ''Peer'' nicht sofort für den RKT anzustellen: So war ''Sonja Peer'' von Vorstandsmitgliedern mangelnde Qualifikation, obwohl ihr weniger qualifizierte Männer vorgezogen worden waren, vorgeworfen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kam, dass tendenziell bezweifelt wurde, Frauen seien kräftig genug, um Patienten treppauf- und -ab zu tragen, und Personalausfälle durch Schwangerschaften wurden befürchtet. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres wurde nicht nur ''Sonja Peer'', sondern noch einige Jahre später andern Frauen  gegenüber ins Treffen geführt, die für den Rettungsdienst angestellt werden wollten. Außerdem gab es (unbegründete) medizinische Bedenken mit Hinblick auf Gebärmuttersenkungen und etwaige Sterilität von Frauen durch körperliche Arbeit. Unter diesen Voraussetzungen bedurfte es der Unterstützung einer hauptberuflich angestellten Führungskraft&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022. Die betreffende ehemalige Führungskraft kann sich an die damalige Unterstützung heute nicht mehr erinnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, '''damit ''Sonja Peer'' mit 01.09.1995 schließlich in den Rettungsdienst wechseln konnte''': Ab diesem Datum war sie mit ihrer zweistelligen, hauptberuflichen Dienstnummer 88&amp;lt;ref&amp;gt;Dienstnummern für ehrenamtliche Mitglieder waren damals dreistellig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sie seit 01.01.1995 innehatte, der Regelfahrdienstgruppe IV zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DP, Dienstpläne aller Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen Rettung Innsbruck, Wochenpläne für den hauptamtlichen Dienst, 1990–1995, 1997–1998, 2000: Wochenplan vom 28.08.1995 bis 03.09.1995, 2. Woche, KW 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der hauptberufliche Rettungsdienst des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] war damals in insgesamt vier Dienstgruppen organisiert. Bei der vierten Gruppe handelte es sich um eine Teilzeitdienstgruppe, deren Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Rettungs- und Krankentransportdienst als Springer für [[Essen auf Rädern]] eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später wurde mit ''Monika Larcher'', heute verheiratete ''Müller'', eine zweite Frau im Rahmen einer Fixanstellung für den Leitstellendienst immer wieder auch im Rettungsdienst eingesetzt. ''Monika Larcher'' war nach eigener Aussage seit Oktober 1991 Mitglied der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im August 1996 bewarb sie sich für eine Stelle als Sanitäterin, wurde aber abgelehnt. Die Ablehnung sei aus „ethnischen Gründen“ erfolgt, wie ''Monika Larcher'' in einem Zeitungsartikel zu Frauen in Männerberufen angibt, ohne dass sie oder der Autor des Beitrages spezifiziert hätten, was genau damit gemeint war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. N. N.: Frauen in Männerberufen: Auch heute noch eine wahre Odyssee. Stadtblatt Innsbruck-Stadt (1996) o. Jg., Nr. 34, 26.08.1996, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieses zeitliche Umfeld dürfte auch eine Intervention aus den Reihen der Tiroler Landespolitik zugunsten einer Anstellung von ''Monika Larcher'' fallen. Daraufhin sei sie mit 14.12.1996 für die ''Bezirksleitstelle Innsbruck-Stadt'' angestellt worden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Monika Larcher'' wechselte mit [[Exponat_des_Monats_11/2019|Ende der ''Rettungsleitzentrale Innsbruck'' im November 1999]] in die Bereichsleitstelle Tirol-Mitte und 2001 zur ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' des ''Österreichischen Roten Kreuzes''.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war sie lange Zeit Tirols erste Dienstführerin und bekleidet seit 2023 die Funktion der Bezirksrettungskommandantin Innsbruck-Land.&amp;lt;ref&amp;gt;Domanig, Michael: Tirolweit erste Frau in dieser Position: „Moni“ hat nun das Kommando bei der Rettung in Innsbruck-Land, https://www.tt.com/artikel/30860606/tirolweit-erste-frau-in-dieser-position-moni-hat-nun-das-kommando-bei-der-rettung-in-innsbruck-land?state=%7B%22loginEndpointFlags%22:%5B%5D%7D (Zugriff: 30.07.2023, 20:16 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden genannten Fällen wurden die Anstellungen erst nach internen oder externen Interventionen sowie durch Druck, der mit Hilfe eines Medienberichtes aufgebaut worden war, gegen den ursprünglichen Willen und die damalige Gepflogenheit des Ausschusses der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''], Frauen als Hauptamtliche nicht zuzulassen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Geschäftsführende Ausschuss lehnte in seiner Sitzung vom 16.01.1996 die Anstellung von Frauen für den Rettungs- und Krankentransportdienst grundsätzlich ab. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-16: Protokoll der 310. (2/96) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 16.01.1996, 4. Die Frage war in der Sitzung des nämlichen Gremiums am 02.01.1996 „aus gegebener Veranlassung“ aufgeworfen worden. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-02: Protokoll der 309. (1/96) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 02.01.1996, 4. Man wird nicht fehlgehen, anzunehmen, dass es sich bei der „gegebene[n] Veranlassung“ um den im September 1995 erfolgten Wechsel von ''Sonja Peer'' in den rettungsdienstlichen Regelfahrdienst handelte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durchgesetzt. Wenn sie von daher auch nicht als regelhafte Anstellungen von Frauen für den Rettungsdienst angesehen werden können, dürften sie doch den Boden dafür bereitet haben, dass es Frauen ab dem Jahre 2000 durch eine Aufnahmeprüfung, die alle, die für den Rettungsdienst angestellt wurden, positiv absolvieren mussten, ermöglicht wurde, unter denselben Bedingungen wie Männer für den Rettungsdienst angestellt zu werden. Denn in seiner Sitzung vom 31.10.2000 hatte der ''Geschäftsführende Ausschuss'' beschlossen, „die Beschäftigung von weiblichem Sanitätspersonal im hauptamtlichen Dienst […] grundsätzlich nicht mehr“ auszuschließen. „Bewerbungen von Frauen können somit positiv behandelt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. AdFRI, OERK-FRI-JUB-2007-01: Stampfer, Rudolf: Freiwillige Rettung Innsbruck 1907-2007. „… die ersten hundert Jahre …“. Innsbruck: Unveröffentlichtes Manuskript, 2007, 977 – 978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jänner 2019 wurde mit [https://www.unsertirol24.com/2019/01/08/erste-dienstfuehrerin-fuer-das-rote-kreuz/ ''Isabella Eberl''] erstmals in der Geschichte der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] eine Frau ''Dienstführerin'' (Offizierin vom Dienst). Sie war schon im Jahre 2000 eine von zwei Frauen gewesen, die durch Bestehen der Aufnahmeprüfung erstmals regulär bei der ''Rettung Innsbruck'' beschäftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsdienstleistung im Hinterland und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon während des Ersten Weltkriegs bestand die '''Kriegsdienstleistung''' der ''Berereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'', die neben dem normalen Rettungs- und Krankentransportdienst durchgeführt wurde, vorerst in der '''Abwicklung von Verwundetentransporten vom und zum Innsbrucker Hauptbahnhof'''. Dabei wurden Lazarettzüge ent- und für den Weitertransport der Verwundeten beladen. In der am Hauptbahnhof eingerichteten ''Wehrmachts-Betreuuungs- und Verpflegsstelle'' versahen Hilfsschwestern über 24 Stunden täglich Dienst. Versorgt wurden auch auf dem Weg in den Heimaturlaub oder an die Front durchreisende Soldaten. In der Bahnhofshalle wurde ihnen gegen Verpflegungsscheine an langen Tischen sitzend, Suppe, Brot und Ersatzkaffee serviert. Die Schwesternhelferinnen mussten zudem die Kleidung und das Geschirr waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit '''Beginn des Bombenkrieges im Dezember 1943''' konnten die Transporte der Verwundeten nur noch bei Nacht durchgeführt werden, was durch die unregelmäßigen Zugsfolgen oft stundenlanges Warten bei Dunkelheit und Kälte bedeutete. Nachdem der ''Innsbrucker Hauptbahnhof'' als strategisches Hauptziel der alliierten Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde, verschärfte sich die Situation, weil die Kriegsversehrten nun vom Haller Bahnhof überführt werden mussten. Gleichzeitig war kein einziges Gebäude der Innsbrucker Klinik unbeschädigt geblieben. Die Transporte erfolgten nun in Ausweichspitäler in ''Seefeld'', ''Natters'' und ''Volderwaldhof''. Gerade im Winter stellten dabei die oftmals verschneiten und vereisten Bergstraßen größte Schwierigkeiten dar. Während der Fliegeralarme leisteten die Sanitäter und Hilfsschwestern Dienste in den zahlreichen, in die beidseitigen Talhänge getriebenen Luftschutzstollen. Insgesamt versorgte die ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'' während insgesamt 22 Luftangriffen auf Innsbruck (inkl. Angriff auf den Verschiebebahnhof Thaur vom 14.2.1945) 3.117 Verletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem '''Kriegsende im Frühjahr 1945''' endete die Versorgungsleistung für Militärangehörige nicht schlagartig. Im ehemaligen Arbeitserziehungslager Reichenau wurden von den Rot-Kreuz-Schwestern in 373 Tag- und 428 Nachtdiensten tausende von Heimkehrern betreut. 37 Heimkehrerzüge wurden versorgt und 100 kranke Heimkehrer von Schwestern und Sanitätern aus einem Lazarett in Jugoslawien heimgeholt. Dazu kam die Versorgung durchreisender Heimkehrer mit Hilfe fliegender Ambulanzen, die zu jedem Transport gestellt wurden, sowie die Betreuung von Rücktransporten Ausgewiesener oder von Bombenflüchtlingen. Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes wurden verteilt und in vier Transporten über tausend Kinder auf ihrem Weg zur Erholung in der Schweiz an die Grenze gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Weiter]] zur [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Freiwilligen Rettungsgesesellschaft Innsbruck in der Nachkriegszeit]]!&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=1938-1945_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_als_Bereitschaft_Innsbruck_des_Deutschen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2417</id>
		<title>1938-1945 Die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck als Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2026-09-09T10:19:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Zurück]] zur historischen Übersicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 23.05.1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 12. März 1938 Truppen des nationalsozialistisch regierten ''Deutschen Reiches'' die Österreichische Grenze überschritten, um so den '''Anschluss Österreichs''' an Hitler-Deutschland zu vollziehen, befand sich unter ihnen der Reichsarzt-SS '''''Ernst Robert Grawitz'''''. ''Grawitz'' war im Dezember 1936 '''geschäftsführender Präsident des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' geworden. Als solcher führte er das operative Geschäft, während der eigentliche Präsident, '''Prinz Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha''' – '''wie Grawitz hochgradiger Nationalsozialist''' –, lediglich repräsentative Aufgaben wahrnahm. Jetzt, im März 1938, nahm ''Ernst Robert Grawitz'' die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in Augenschein, um die Übernahme derselben durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' vorzubereiten. Dort musste er, wie er nach ''Berlin'' meldete, feststellen, „dass die Leitung der Österreichischen Rotkreuz-Gesellschaft sich in Händen solcher Persönlichkeiten befindet, die für uns völlig untragbar sind. Es befinden sich z.B. im Vorstand dieser Gesellschaft an einflussreichster Stelle mehrere Volljuden, die zum Teil gleichzeitig Freimaurer sind. Der Präsident selbst ist Exc. Dr. Max Wladimir Baron Beck, 83 Jahre, Philosemit, freimaurerisch eingestellt und angeblich Legitimist. Sein Sanitätschef für das Österreichische Rote Kreuz, gleichzeitig persönlicher Berater und behandelnder Arzt, ist der Volljude und Freimaurer Hofrat Dr. Isidor Lamberger.“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 177) Zwei Tage nach dem Besuch von ''Ernst Robert Grawitz'' traten ''Beck'' und ''Lamberger'' von ihren Ämtern zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Äußerung von ''Ernst Robert Grawitz'' vor dem Hintergrund seines Zieles lesen. Dieses bestand darin, einen '''Prozess der Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' nach nationalsozialistischen Prinzipien''' weiterzutreiben, der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 ohne erkennbaren Widerstand und zum Teil in willfähriger Partnerschaft von Seiten des ''Deutschen Roten Kreuzes'' sukzessive im Gange war. Er erfolgte in zwei wesentlichen Grundlinien: Einerseits wurde die '''Arbeit des DRK auf seine vermeintliche Kernaufgabe, die Kriegsverwundetenfürsorge, reduziert'''. Diese sah man konkret im Rahmen des '''Wehrmachtssanitätsdienst'''es verwirklicht. Es wurden dazu jene Bereiche des ''Deutschen Roten Kreuzes'', welche in Friedenszeiten aufgebaut worden und vor allem in der Volksfürsorge, aber auch in der Jugendarbeit angesiedelt waren, zugunsten einer Übernahme durch entsprechende NS-Organisationen (z. B. die ''NS-Volksfürsorge'', ''Hitlerjugend'', ''Bund Deutscher Mädel'') zurückgedrängt. Denn die Nationalsozialisten hatten die '''kriegswichtige Bedeutung des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' rasch erkannt. Andererseits wurde in die Organisationsstruktur das '''Führerprinzip''' eingeführt, sodass sich zügig ein '''Stab linientreuer Nationalsozialisten innerhalb des DRK''' etablieren konnte. Dem entsprach, dass ''Ernst Robert Grawitz'' im Sinne seiner Doppelfunktion als Reichsarzt-SS und geschäftsführender Präsident des DRK fast sämtliche Führungspostionen im DRK-Präsidium mit Mitgliedern der SS besetzte. Dabei war man peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, das DRK wäre zu nahe an den NS-Staat oder seine Behörden herangerückt, um seine internationalen Beziehungen, auf die man gerade in Kriegszeiten angewiesen war, nicht zu gefährden oder das Recht zum Führen des Rotkreuz-Zeichens nicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das derart verfasste ''Deutsche Rote Kreuz'' wurde nun die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' mit '''Verordnung des Reichsinnenministeriums vom 23.5.1938''' eingegliedert und somit aufgelöst. In Folge wurden im Juli 1938 die Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes gegründet und die einzelnen Dienststellen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz inkorporiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur:'' Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frühestens am 4.8., spätestens am 20.09.1938''' wurde auch die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''behördlich aufgelöst'''. Sie wurde '''vom ''Deutschen Roten Kreuz'' übernommen''' und der '''Landesstelle XVIII in Salzburg''', die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war, zugeordnet. Der Name der Rettungsgesellschaft änderte sich in '''''„Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes“'''''. Sie war der '''''Kreisstelle Innsbruck''''', die außerdem die Bereitschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'' ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'' umfasste, untergeordnet'''. Die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' hatte aufgehört, als eigenständiger Verein zu existieren.''' In seiner letzten Sitzung am 20.9.1938 fasste der Engere Ausschuss den Beschluss, „den Dienstbetrieb der freiw- [sic] Rettungsgesellschaft in das Deutsche Rote Kreuz zu überführen und die Geräte, [sic] sowie die Einrichtungen dem Deutschen Roten Kreuz zu übergeben“. Rund einen Monat später wurde die Übergabe in den ''Innsbrucker Nachrichten'' öffentlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der '''Realbesitz''' wäre in das Eigentum des ''Deutschen Roten Kreuzes'' übergegangen, wenn dieser durch die Hausbauten nicht nach wie vor hypothekarisch belegt gewesen wäre. Da das DRK verschuldete Realwerte aber nicht übernehmen durfte und die Führung von Wirtschaftsbetrieben in seinen Satzungen nicht vorgesehen war, konnte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' die Betriebe vor dem Zugriff des DRK retten: Der gesamte Realbesitz wurde '''der Stadt Innsbruck treuhändisch übergeben'''. Man machte sich dazu '''§ 18 der Satzungen der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft''''' zunutze. Dieser sah vor, dass der Ausschuss im Falle der Auflösung des Vereins dessen bewegliches und unbewegliches Vermögen der Stadt Innsbruck zu übergeben hatte. Sollte sich ein Verein gleichen Zweckes wie jener der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft'' innerhalb von zehn Jahren bilden, so wurde die ''Stadt Innsbruck'' verpflichtet, diesem das Vermögen auszuhändigen; andernfalls sollte es in ihr Eigentum übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' erfolgte wahrscheinlich im Zuge eines '''Besuches des DRK-Oberstführers ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld''''' vom DRK-Präsidium in Potsdam-Babelsberg in Innsbruck. ''Brekenfeld'' war seit dem 1.7.1937 im aktiven DRK-Dienst, Führer der ''Landesstelle III des Deutschen Roten Kreuzes'' (Brandenburg ohne Berlin), NSDAP-Mitglied, Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse, Träger des Verwundetenabzeichens und wird als strammer Nationalsozialist beschrieben (Bresgott, Hans-Christian, Archiv des Deutschen Roten Kreuzes Berlin: E-Mail an Ernst Pavelka vom 19.5.2015 17:43). Von ihm ist die Bemerkung erhalten, das DRK sei in Aufgabe und Gesinnung, Tun und Handeln ein „Nationalsozialistisches Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 443).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: KAM2-20140129193205 blatt115v-blatt116r eintrag 24 08 1938.png|thumb|400px|right|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/a/a0/KAM2-20140129193205_blatt115v-blatt116r_eintrag_24_08_1938.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Eintrag von ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld'' im Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 04.08.1938: &amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Deutsche Rote Kreuz beglückwünscht sich zur Übernahme der vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck und hofft, daß die Männer dieser Rettungsgesellschaft nunmehr alsbald voll Stolz den Rock des D.R.K.-Helfers tragen werden, voll Stolz über die Zugehörigkeit zu einer Organisation, dessen [sic] Schirmherr der Führer ist, der ihr seine [sic] Ursprungsaufgabe, Hilforganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegebenhat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innsbruck[,] d. 4.8.38&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D. Brekenfeld&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D.R.K.-Obristführer [sic] vom&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Präsidium des D.R.K.“&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im '''Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''''' hinterließ ''Brekenfeld'' am 4.8.1938 einen '''handschriftlichen Eintrag''', nach dem das ''Deutsche Rote Kreuz'' sich zur Übernahme der „vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck beglückwünsch[e]“, der der Führer ihre „Ursprungsaufgabe, Hilfsorganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegeben“ habe. Damit gab Brekenfeld der Innsbrucker Rettungsgesellschaft eines der wichtigsten Ziele, welches die Nationalsozialisten seit 1933 mit der ideologischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verfolgt hatten, mit auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalsozialistischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verdankt sich eine der augenfälligsten Änderungen bei der nunmerigen ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'': Ab der Übernahme war nun ein '''Nachweis über die Deutschblütigkeit jedes Mitglieds wie seines Ehepartners''' erforderlich, um in der DRK-Ortsbereitschaft Innsbruck weiterhin tätig sein oder in sie überhaupt eintreten zu können. Denn bereits am 1.6.1933 hatte das ''Deutsche Rote Kreuz'' mittelst Rundschreibens an die Mitglieder Juden von allen Funktionen ausgeschlossen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wo Nichtarier in bezahlten Stellungen sind, ist ihnen unter Anwendung des Beamtengesetzes auf den nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. Zu den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Rundschreiben Nr. 244 des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (damals noch Joachim von Winterfeldt-Menkin) vom 1. Juni 1933, zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 88-89.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man berief sich bei dieser Bestimmung, der schon im Mai die Direktive, jüdischstämmige Personen nicht mehr in Vorstandsfunktionen zu wählen, vorausgegangen war, auf den „Arierparagraphen“ des '''Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933'''. Der Nachweis über die Deutschblütigkeit der Mitglieder sowie ihrer Ehepartner, nicht aber die ausdrückliche Formulierung des Ausschlusses von Juden, wurde in Folge nur in die Regelwerke der Teilorganisationen des DRK, nicht aber in die Satzungen geschrieben, um internationales Aufsehen über den Ausschluss jüdischer Mitglieder vom DRK möglichst zu vermeiden. Man wusste, dass eine solche Bestimmung eine klare Verletzung der Grundsätze des Roten Kreuzes darstellte. Unbeschadet dessen war die''' Reaktion des Internationalen Roten Kreuzes verhalten''', als es von den neuen Bestimmungen beim DRK erfuhr. Im November 1933 verkündete dann ''Paul Hocheisen'', Chef der SA-Sanitätskolonnen und im selben Jahr als Beauftragter für die Gleichschaltung des DRK zum ''Deutschen Roten Kreuz'' gekommen, den „ausnahmslosen Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Sanitätskolonnen“ (Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 89-90).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon bevor die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom Deutschen Roten Kreuz übernommen worden war, hatte es '''Mitglieder mit nationalsozialistischen Bestrebungen''' innerhalb ihres Korps gegeben, wenn deren Gesinnung vor März 1938 auch noch nicht offen zu Tage getreten war. Der Jahresbericht für 1937, der im Mai 1938 und damit nach dem Anschluss erschien, erwähnt einen Kreis um den Gruppenführer ''Josef Baur'', der ab November/Dezember 1937 den gesamten '''Kamaradschaftsausschuss''' stellte. Der 1896 geborene ''Josef „Pepi“ Baur'' war 1929 der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' beigetreten und in der Monatsversammlung vom 16.11.1937 in der Nachfolge von ''Franz Rohm'' zum Obmann des Kameradschaftsausschusses gewählt worden. Ab dem Anschluss Österreichs war er bemüht, ein Programm umzusetzen, welches einerseits darin bestand, die '''Kameraden in nationalsozialistischer Denkungsart zu schulen''', um „frischen nationalsozialistischen Geist in die Reihen der Samariterschaft zu tragen“ (Jahresbericht 1937, S. 7); andererseits sollte die '''Ausbildung um soldatische Aspekte erweitert werden''', „damit die Samariter hinter den militärisch gut geschulten SS- und SA-Formationen nicht zurückstehen müssen“ (Jahresbericht 1937, S. 7). An den Kameradschaftsabenden sollte zudem '''nationalsozialistisches Liedgut''' gelehrt und gesungen werden. Freilich mag es sich dabei auch um eine überzogene Darstellung eigener Linientreue nach außen handeln, zumal sich die Jahresberichte an die Öffentlichkeit wandten. ''Josef Baur'' jedenfalls wurde nach der Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' Führer der männlichen Bereitschaft Innsbruck (1939–1941). Über das weitere Schicksal von ''Josef Baur'' ist nichts bekannt. In einer Personalliste aus dem Jahre 1964 wird er lapidar als mit 1945 ausgetreten geführt. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1946/47 wurde er als minderbelastet eingestuft, da er innerhalb der NSDAP niemals eine politische Funktion ausgeübt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personell hatte der Anschluss ''Österreichs'' an das ''Deutsche Reich'' insofern Folgen, als mit 15.3.1938, also drei Tage nach dem Anschluss, '''''KR Josef Dinkhauser''''', stellvertretender Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', per Schreiben an den ''Engeren Ausschuss der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit von seinen Funktionen zurücktrat''' und anscheinend auch aus der Gesellschaft ausschied. ''Dinkhauser'' war bei der Gemeinderats-Ergänzungswahl im April 1933 als Kandidat für den ''Bürgerlichen Ständebund von Tirol'' angetreten [Hye, Franz-Heinz; Justic, Josefine: Innsbruck im Spannungsfeld der Politik 1918-1938. Berichte – Bilder – Dokumente (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs; Neue Folge, Bd. 16/17). Hrsg. v. Stadtmagistrat Innsbruck. Innsbruck 1991, S. 200]. In der im ''Engeren Ausschuss'' ob des Briefes ''Dinkhausers'' ausgebrochenen Diskussion, hatten u. a. ''Josef Baur'', Chefarzt ''Dr. Viktor Tschamler'' und ''Karl Kačičnik'', damals Kassier, die Auffassung vertreten, dass ein Ausscheiden ''Dinkhausers'' aus der Rettungsgesellschaft unumgänglich sei. Schriftführer ''Hans Müller'' und Obmann ''[[Leo Stainer]]'' vertraten demgegenüber, dass der Rücktritt ''Dinkhauser''s nicht besonders dringlich sei. Ob der '''Ausschluss von zwei weiteren Mitgliedern''' in derselben Sitzung politische Gründe hatte oder nicht, konnte bis jetzt nicht erhoben werden. Der Ausschluss erfolgte aber auf Antrag des nationalsozialistisch durchsetzten Kameradschaftsausschusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenartig mutet an, dass einen Monat später, nämlich in der letzten Jahreshauptversammlung der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 15.4.1938, zum einen ''Dinkhauser'' wieder zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurde und zum andern eines der beiden in der Sitzung des Engeren Ausschusses vom 15.3.1938 ausgeschlossenen Mitglieder wegen seiner Verdienste geehrt wurde. Wie dies zu interpretieren ist, ließ sich nicht klären. Vielleicht hatte man ''Dinkhauser'' überreden können, seinen Schritt nocheinmal zu überdenken, vielleicht haben wir es aber auch mit etwas zu tun, das man gemeinhin als „Höttinger Nudel“ bezeichnet, in diesem Falle mit einer bauernschlauen Reaktion auf irgendein Ereignis inmitten der hochgradig angespannten politischen und geistigen Situation dieser Tage, zu der man sich aus unbekannten Gründen veranlasst sah. Jedenfalls hielt ''Dr. Viktor Tschamler'' in der in Rede stehenden Sitzung des Engeren Ausschusses in Anschluss an die Diskussion um das Ausscheiden ''KR Josef Dinkhausers'' eine Rede auf den Sieg der Deutschen Idee, die mit einem dreifachen Sieg-Heil und einem Treuebekenntnis zum Führer und zur Deutschen Nation endete. Danach wurde der Ankauf eines Führerbildnisses für das Sitzungszimmer beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am '''Beginn eines summarischen Jahresberichtes über die Jahre 1937 bis 1947''', der übrigens nicht identisch ist mit dem oben zitierten, 1938 erschienen Jahresbericht für 1937, beschäftigt sich die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' in einer Weise, die unschwer als Rechtfertigung erkannt werden kann, mit der '''Schuldfrage''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der grauenhafte Krieg liegt hinter uns. Die hochgehenden Wogen politischer Wirrnisse sind verebbt, wie haben Abstand gewonnen zu all dem Schlimmen, das jahrelang unsere Herzen und Gemüter bewegte. Die Tragik ausschließlich subjektiven Denkens und Handelns wurde erkannt und ist einer normalisierenden Objektivität im Gesamtablauf des täglichen Lebens gewichen. […] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns im Zuge dieser läuternden, objektiven Denkungsart eine Frage vorlegen: Haben wir, Diener des Roten Kreuzes, in den Jahren der Wandlungen gesündigt, haben wir die Ziele unseres Symbols verraten? Wir sind glücklich, diese Frage mit ehrlichem Herzen verneinen zu können. Jeder echte Samariter, mag er die Schrecken des Bombenkrieges in der Heimat erlebt haben, mag er da oder dort im Kriegseinsatz gestanden sein, hat geholfen, wann und wo er helfen konnte, ist Samariter geblieben und ist es heute noch.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck (Hg.): 31.-41. Jahresbericht der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck für die Jahre 1937-1947. Innsbruck 1947, S. 1.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Überfall Großdeutschlands auf Polen brach am 1.9.1939 der '''Zweite Weltkrieg''' aus. Bereits am 26.8. wurden '''achtzehn Mitglieder''' der ''Ortsstelle Innsbruck des DRK'' zum '''Kriegssanitätsdienst''' eingezogen, später wurden es immer mehr. Die Ausfälle konnten zunächst durch Angehörige der '''[http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;amp;ID=3448 Hitlerjugend]''' (HJ) ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der 1926 aus Vorgängerorganisationen hervorgegangenen ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' handelte es sich um die Jugendorganisation der ''Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei''. In vielerlei Hinsicht kann man sie zu den damals sehr verbreiteten [http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&amp;amp;root=26635&amp;amp;id=5321&amp;amp;redir= bündischen Jugendverbänden] rechnen, sie unterschied sich von anderen, ähnlich organisierten Jugendbünden aber u. a. durch die enge ideologische Bindung an die Mutterpartei. Der österreichische Ableger wurde 1927 ins Leben gerufen. Als am 19.6.1933 die NSDAP unter dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler ''Engelbert Dollfuß'' verboten wurde, traf dieses Schicksal auch die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]''. Einige Gruppen der HJ agierten allerdings bis zum Anschluss ''Österrreichs'' an das ''Deutsche Reich'' illegal weiter. Mit der [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&amp;amp;aid=dra&amp;amp;datum=19390004&amp;amp;seite=00000710&amp;amp;zoom=2 Zweiten Durchführungsverordnung vom 25.03.1939] zum [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19360004&amp;amp;seite=00000993 Gesetz über die Hitlerjugend (1.12.1936)] waren grundsätzlich alle Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren zum Dienst bei der ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' oder beim ''Bund deutscher Mädel'' verpflichtet worden. Die Mitgliedschaft endete mit dem 18. Lebensjahr. Die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' wurde 1945 im Zuge des Verbots der NSDAP und sämtlicher ihrer Gliederungen verboten und hörte zu existieren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Hitlerjungen im Rettungsdienst verdankte sich einem '''Abkommen zwischen dem ''Deutschen Roten Kreuz'' und der ''Reichsjugendführung'' vom 01.10.1935'''. Der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem ''Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.03.1935'' folgte ein zunehmender Ausbau des ''Deutschen Roten Kreuzes'' als „zentrale[r] Organisation des Bereitschaftsdienstes“ (Riesenberger, 2002, S. 301) zur Rekrutierung zusätzlicher Kräfte für die Unterstützung des ''Amtlichen Sanitätsdienstes''. Die zivile Tätigkeit des ''Roten Kreuzes'' wurde nunmehr „ausdrücklich als 'Schule für den Ernstfall propagiert'“ (ibd, S. 300), wobei mit „Ernstfall“ selbstredend der zukünftige Kriegsfall gemeint war. Das ''Deutsche Rote Kreuz'' sollte bis zum 30.06. jeden Jahres seinen Bedarf an Nachwuchs bei der Reichsjugendführung melden, während diese verpflichtet wurde, das entsprechende Personal alljährlich bis zum 09.11. zu liefern. Das Abkommen diente nicht nur der Bereitstellung von zusätzlichem Personal, um kriegsbedingte Lücken zu füllen. „Die längerfristige Tragweite dieses Abkommens lag darin, daß es die Nazifizierung des Roten Kreuzes durch einen nationalsozialistisch indoktrinierten Nachwuchs sicherstellte.“ (ibd. S. 302).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Aufnahmeprozedere für den Rettungsdienst verlief, nämlich ob die Burschen sich selbst zum Einsatz in der ''DRK-Kreisstelle/Bereitschaft Innsbruck'' meldeten, konnte noch nicht eruiert werden. Es gibt vage Hinweise darauf, dass sich zumindest manche von ihnen selbst meldeten. Die damals '''Sechzehn- bis Achtzehnjährigen''' leisteten ihren Dienst jedenfalls neben dem Einsatz bei Kriegsverwundetentransporten vom und zum Bahnhof im normalen '''Rettungs- und Krankentransportdienst''' ab. Zusätzlich zu den Hitlerjungen wurden in den Kriegsjahren '''mehr und mehr Frauen als Hilfsschwestern''' in die Reihen der Rettung aufgenommen. Sicherlich schon in Vorbereitung auf zu erwartende Personalausfälle während eines künftigen Krieges waren bereits im Oktober 1938 Aufrufe an ehemalige Kriegskrankenschwestern und andere Frauen ergangen, sich bei den jeweiligen regionalen DRK-Kreisstellen zu melden. Dazu dürfte sich aus dem ''BDM'' rekrutiertes Hilfspersonal gesellt haben, zumal das oben erwähnte Abkommen zwischen ''Reichsjugendführung'' und ''Rotem Kreuz'' auch weibliche Hilfskräfte umfasste: „Als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes dürfen im Alter von 18 bis zu 21 Jahren, unbeschadet ihrer weiteren Zugehörigkeit zum BDM, in Zukunft nur noch Mitglieder des BDM ausgebildet und verpflichtet werden. Die Reichsjugendführung verpflichtet sich […] die Anforderungen des Deutschen Roten Kreuzes zu erfüllen.“ (zit. n. Riesenberger, 2002, S. 302) Anders als bei den Hitlerjungen ist der Einsatz von Mädchen aus dem ''BDM'' bei der ''DRK-Bereitschaft Innsbruck'' durch Quellen vorherhand allerdings nicht belegt. Seit März 1939 waren Frauen unter den oben genannten, notabene nicht feministischen Voraussetzungen gezielt auch im ''Rettungs- und Krankentransportdienst'' eingesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur'': Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864-1990. Paderborn: Schöningh, 2002, S. 300–303.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck ===&lt;br /&gt;
Seit Gründung des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] als [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' im Jahre 1907]] bis zum „Anschluss“ im Jahre 1938 waren Frauen weder im ehren- noch im hauptamtlichen Fahrdienst anzutreffen. Das rettungsdienstliche Fahrdienstpersonal war in zwei ehrenamtlich besetzten Dienstgruppen mit jeweils einem Gruppenführer und dessen Stellvertreter in taktischen Führungsfunktionen organisiert. Dazu kamen hauptberufliche Kraftfahrer und Stationsgehilfen. Mindestanforderung an die eigenständige Tätigkeit im Fahrdienst war die sog. „Samariterprüfung“ ([[Exponat_des_Monats_11/2020|„Samariter“ als altertümlicher Begriff für den Sanitäter]]) im Anschluss an den „Samariterkurs“. Frauen kamen nur in Randbereichen der Tätigkeit des Roten Kreuzes Innsbruck, wie als seit 1911 unentgeltlich vermittelte Krankenpflegepersonen oder als aktive Mitglieder des ''Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', der als Tiroler Ableger der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' freilich andere Organisations- und Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes als den Rettungs- und Krankentransportdienst abdeckte, vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' bzw. [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|„Samariterinnen“ oder „weiblichen Samaritern“]], wie man zeitgenössisch sagte, '''geht in ''Innsbruck'' auf das Jahr 1934''' zurück. Auf einen Aufruf zur Teilnahme am ersten, von der Vizepräsidentin des ''Landesvereines vom Roten Kreuz in Tirol'', ''Ottilie Stainer'', ins Leben gerufenen '''„Samariterinnenkurs“''' im April 1934 meldeten sich derart viele Interessentinnen, dass die Teilnahme des '''für 07.05. angesetzten, acht Wochen dauernden Kurses''' auf 50 Teilnehmerinnen beschränkt werden musste. Die Ausbildung der Frauen wurde vom ärztlichen Leiter des ''Roten Kreuzes Tirol'', ''Dr. Karl Waitz'', der ehemaligen Kriegskrankenschwester und Trägerin der ''Florence-Nightingale-Medaille'', ''[[Marie Gabrielle Lodron]]'' – deren Andenken beim [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuz Innsbruck''] heute ein Lehrsaal gewidmet ist – und ''Helene Sternberg'' übernommen. Die Absolventinnen bildeten den Grundstock für '''das einzige ''„Samariterinnenkorps“'' in ''Österreich'''''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Korps dürfte beim „Jugendtag“ Ende Mai 1934 erstmals öffentlich in Erscheinung getreten sein, bei den verschiedenen [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Ausbau_des_Katastrophenschutzes_und_der_Landstra.C3.9Fenrettungsdienst|Luftschutzübungen der 1930er-Jahre]] war es regelmäßig vertreten. Als ''Ottilie Stainer'' es im Oktober 1934 – möglicherweise mit dem Ziel, seine Mitglieder im Fahrdienst einsetzen zu lassen – der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit|''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] unterstellen wollte, stellte Obmann-Stellvertreter ''Josef Dinkhauser'' im ''Engeren Ausschuss'' allerdings den Antrag, '''„die [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|''Samariterinnen'']] der Rettungsgesellschaft möglichst fern zu halten“, „was allseits Zustimmung“ fand''' (''Sitzung des Engeren Ausschusses vom 24.10.1934''). Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich stattdessen darauf, „mit dem Roten Kreuz ein Übereinkommen zu treffen, lt. welchem die Samariterinnen vollkommen selbständige Organisation zu bleiben haben“. „Nur bei gewissen Veranstaltungen, wie grossen Kundgebungen, Unruhen, Notständen etc. Uebungen im Grossalarm usw. sollen die Samariterinnen fallweise zur Mithilfe herangezogen werden.“ (ibd.) Bis zum Anschluss im März 1938 erwähnen zeitgenössische Blätter immer wieder die Versorgung von Verletzten durch Samariterinnen bei Ambulanzen oder als private Ersthelferinnen bei Unglücksfällen. Bei der Übernahme der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' ging auch das ''Samariterinnenkorps'' im ''DRK'' auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkrieges wurden, wie erwähnt, Rotkreuz-Schwestern erstmals im rettungsdienstlichen Fahrdienst eingesetzt. War dieser Umstand auch dem Krieg geschuldet, so wurde er von den hauptsächlich wohl jungen Frauen sicherlich als emanzipatorischer Zugewinn persönlicher Freiheit erlebt. Er führte nach dem Krieg jedenfalls zu Diskussionen mit „Schwestern“, die weiterhin auch rettungsdienstlich tätig sein wollten. Tatsächlich lässt sich die '''Verwendung von weiblichem Personal im Rettungs- und Krankentransportdienst bis in die Nachkriegszeit hinein – nicht nur in Innsbruck – belegen'''. In der Monatsversammlung vom 11.07.1947, in der „eine volle Klärung des Verhältnisses der weiblichen Helferinnen zum Rettungsdienst“ – wobei der Protokollant die ursprünglich gewählte Formulierung „Samariter“ durchgestrichen und verräterisch durch „Helferinnen“ ersetzt hatte – angeregt wurde, verstieg sich Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' zu der Aussage, „dass der Nachtdienst für Frauen unwürdig sei“. Gegen die Äußerung wurde von anwesenden „Helferinnen“ protestiert. Dennoch wurden die Betätigungsmöglichkeiten der Frauen bei der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', möglicherweise sogar erst ab 1953, auf Dienste bei Veranstaltungsambulanzen, außerordentlichen Notfällen und in der Bahnhofsambulanz beschränkt. Damit war man wieder auf den „status quo“ von Oktober 1934 zurückgefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weibliche DRK-Bereitschaft ging nach dem Zweiten Weltkrieg einigermaßen nahtlos in eine Abteilung „Hilfsschwestern“ über, die als „Abteilung III” jahrzehntelang neben zwei reorganisierten männlichen Abteilungen I und II bestanden hatte. Aus der Abteilung III erwuchs Schwesternpersonal u. a. für die Betreuung von Kriegsheimkehrern und die Verteilung ausländischer Spenden in der Nachkriegszeit, später für „Sozialdienst“, Ambulanzdienste, Katastrophenschutz u. a. Seit [[Exponat_des_Monats_12/2016|Bestehen eines Sprechfunksystems (1956)]] leistete die ''Abteilung III'', die sogenannte „Schwesternabteilung“, traditionell die Leitstellendienste. Aus der ''Abteilung III'' erwuchs auch das Schwesternpersonal für den „Sozialdienst“. Am Regelfahrdienst konnten die Schwestern nur als Dritte am Rettungswagen teilnehmen. Frauen gar am Steuer eines Rettungswagens wurden als widersinnig empfunden. Als in den 1970er-Jahren eine Schwester in einer ''Monatsversammlung'' forderte, man möge Frauen Rettungswägen fahren lassen, erntete sie von Seiten der männlichen Mannschaft schallendes Gelächter. Erst 1988 wurden Frauen den männlichen Transportführern (Beifahrerin am Rettungswagen) gleichgestellt, 1991 durfte ''Claudia Schmiedt'' als erste Frau die Einsatzfahrerausbildung absolvieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irreguläre hauptberufliche Tätigkeiten von Frauen im Rettungsdienst''' sind bei der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] '''seit 1995 belegbar'''. ''Sonja Peer'', heute verheiratete ''Egger'', wäre Ende November 1994 für die Nachbesetzung einer Planstelle für einen von zwei Sanitätsgehilfen&amp;lt;ref&amp;gt;„Sanitätsgehilfe“ war die damals gebräuchliche Bezeichnung für hauptberufliche Sanitäter, während ehrenamtliche als „Sanitätshelfer“ bezeichnet wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die mit Ende des Jahres 1994 ausschieden, vorgesehen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 29.11.1994, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;Da der Geschäftsführende Ausschuss aber an ihrer Fahrpraxis zweifelte – ''Peer'' hatte den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst seit mehr als einem Jahr –, wurde sie mit 01.01.1995&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DAW, Dienstanweisungen, Mitteilungen, Informationen: Personelle Veränderungen, Mitteilung des Geschäftsführer-Stellvertreters Rudolf Stampfer vom 02.01.1995; vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-JHV, Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Roten Kreuzes Innsbruck: Personalübersicht, Stand per 01.02.1995. Beilage zum Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 19.05.1995, o. Pag.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorläufig nur für den Leistungsbereich [[Essen auf Rädern|„Essen auf Rädern“]] beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 13.12.1994, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich hatten aber wohl auch Ressentiments gegen die Anstellung von Frauen für den Rettungsdienst eine Rolle dabei gespielt, ''Peer'' nicht sofort für den RKT anzustellen: So war ''Sonja Peer'' von Vorstandsmitgliedern mangelnde Qualifikation, obwohl ihr weniger qualifizierte Männer vorgezogen worden waren, vorgeworfen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kam, dass tendenziell bezweifelt wurde, Frauen seien kräftig genug, um Patienten treppauf- und -ab zu tragen, und Personalausfälle durch Schwangerschaften wurden befürchtet. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres wurde nicht nur ''Sonja Peer'', sondern noch einige Jahre später andern Frauen  gegenüber ins Treffen geführt, die für den Rettungsdienst angestellt werden wollten. Außerdem gab es (unbegründete) medizinische Bedenken mit Hinblick auf Gebärmuttersenkungen und etwaige Sterilität von Frauen durch körperliche Arbeit. Unter diesen Voraussetzungen bedurfte es der Unterstützung einer hauptberuflich angestellten Führungskraft&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022. Die betreffende ehemalige Führungskraft kann sich an die damalige Unterstützung heute nicht mehr erinnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, '''damit ''Sonja Peer'' mit 01.09.1995 schließlich in den Rettungsdienst wechseln konnte''': Ab diesem Datum war sie mit ihrer zweistelligen, hauptberuflichen Dienstnummer 88&amp;lt;ref&amp;gt;Dienstnummern für ehrenamtliche Mitglieder waren damals dreistellig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sie seit 01.01.1995 innehatte, der Regelfahrdienstgruppe IV zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DP, Dienstpläne aller Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen Rettung Innsbruck, Wochenpläne für den hauptamtlichen Dienst, 1990–1995, 1997–1998, 2000: Wochenplan vom 28.08.1995 bis 03.09.1995, 2. Woche, KW 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der hauptberufliche Rettungsdienst des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] war damals in insgesamt vier Dienstgruppen organisiert. Bei der vierten Gruppe handelte es sich um eine Teilzeitdienstgruppe, deren Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Rettungs- und Krankentransportdienst als Springer für [[Essen auf Rädern]] eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später wurde mit ''Monika Larcher'', heute verheiratete ''Müller'', eine zweite Frau im Rahmen einer Fixanstellung für den Leitstellendienst immer wieder auch im Rettungsdienst eingesetzt. ''Monika Larcher'' war nach eigener Aussage seit Oktober 1991 Mitglied der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im August 1996 bewarb sie sich für eine Stelle als Sanitäterin, wurde aber abgelehnt. Die Ablehnung sei aus „ethnischen Gründen“ erfolgt, wie ''Monika Larcher'' in einem Zeitungsartikel zu Frauen in Männerberufen angibt, ohne dass sie oder der Autor des Beitrages spezifiziert hätten, was genau damit gemeint war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. N. N.: Frauen in Männerberufen: Auch heute noch eine wahre Odyssee. Stadtblatt Innsbruck-Stadt (1996) o. Jg., Nr. 34, 26.08.1996, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieses zeitliche Umfeld dürfte auch eine Intervention aus den Reihen der Tiroler Landespolitik zugunsten einer Anstellung von ''Monika Larcher'' fallen. Daraufhin sei sie mit 14.12.1996 für die ''Bezirksleitstelle Innsbruck-Stadt'' angestellt worden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Monika Larcher'' wechselte mit [[Exponat_des_Monats_11/2019|Ende der ''Rettungsleitzentrale Innsbruck'' im November 1999]] in die Bereichsleitstelle Tirol-Mitte und 2001 zur ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' des ''Österreichischen Roten Kreuzes''.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war sie lange Zeit Tirols erste Dienstführerin und bekleidet seit 2023 die Funktion der Bezirksrettungskommandantin Innsbruck-Land.&amp;lt;ref&amp;gt;Domanig, Michael: Tirolweit erste Frau in dieser Position: „Moni“ hat nun das Kommando bei der Rettung in Innsbruck-Land, https://www.tt.com/artikel/30860606/tirolweit-erste-frau-in-dieser-position-moni-hat-nun-das-kommando-bei-der-rettung-in-innsbruck-land?state=%7B%22loginEndpointFlags%22:%5B%5D%7D (Zugriff: 30.07.2023, 20:16 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden genannten Fällen wurden die Anstellungen erst nach internen oder externen Interventionen sowie durch Druck, der mit Hilfe eines Medienberichtes aufgebaut worden war, gegen den ursprünglichen Willen und die damalige Gepflogenheit des Ausschusses der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''], Frauen als Hauptamtliche nicht zuzulassen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Geschäftsführende Ausschuss lehnte in seiner Sitzung vom 16.01.1996 die Anstellung von Frauen für den Rettungs- und Krankentransportdienst grundsätzlich ab. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-16: Protokoll 310. (2/06) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 16.01.1996, 4. Die Frage war in der Sitzung des nämlichen Gremiums am 02.01.1996 „aus gegebener Veranlassung“ aufgeworfen worden. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-02: Protokoll 309. (1/06) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 02.01.1996, 4. Man wird nicht fehlgehen, anzunehmen, dass es sich bei der „gegebene[n] Veranlassung“ um den im September 1995 erfolgten Wechsel von ''Sonja Peer'' in den rettungsdienstlichen Regelfahrdienst handelte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durchgesetzt. Wenn sie von daher auch nicht als regelhafte Anstellungen von Frauen für den Rettungsdienst angesehen werden können, dürften sie doch den Boden dafür bereitet haben, dass es Frauen ab dem Jahre 2000 durch eine Aufnahmeprüfung, die alle, die für den Rettungsdienst angestellt wurden, positiv absolvieren mussten, ermöglicht wurde, unter denselben Bedingungen wie Männer für den Rettungsdienst angestellt zu werden. Denn in seiner Sitzung vom 31.10.2000 hatte der ''Geschäftsführende Ausschuss'' beschlossen, „die Beschäftigung von weiblichem Sanitätspersonal im hauptamtlichen Dienst […] grundsätzlich nicht mehr“ auszuschließen. „Bewerbungen von Frauen können somit positiv behandelt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. AdFRI, OERK-FRI-JUB-2007-01: Stampfer, Rudolf: Freiwillige Rettung Innsbruck 1907-2007. „… die ersten hundert Jahre …“. Innsbruck: Unveröffentlichtes Manuskript, 2007, 977 – 978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jänner 2019 wurde mit [https://www.unsertirol24.com/2019/01/08/erste-dienstfuehrerin-fuer-das-rote-kreuz/ ''Isabella Eberl''] erstmals in der Geschichte der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] eine Frau ''Dienstführerin'' (Offizierin vom Dienst). Sie war schon im Jahre 2000 eine von zwei Frauen gewesen, die durch Bestehen der Aufnahmeprüfung erstmals regulär bei der ''Rettung Innsbruck'' beschäftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsdienstleistung im Hinterland und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon während des Ersten Weltkriegs bestand die '''Kriegsdienstleistung''' der ''Berereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'', die neben dem normalen Rettungs- und Krankentransportdienst durchgeführt wurde, vorerst in der '''Abwicklung von Verwundetentransporten vom und zum Innsbrucker Hauptbahnhof'''. Dabei wurden Lazarettzüge ent- und für den Weitertransport der Verwundeten beladen. In der am Hauptbahnhof eingerichteten ''Wehrmachts-Betreuuungs- und Verpflegsstelle'' versahen Hilfsschwestern über 24 Stunden täglich Dienst. Versorgt wurden auch auf dem Weg in den Heimaturlaub oder an die Front durchreisende Soldaten. In der Bahnhofshalle wurde ihnen gegen Verpflegungsscheine an langen Tischen sitzend, Suppe, Brot und Ersatzkaffee serviert. Die Schwesternhelferinnen mussten zudem die Kleidung und das Geschirr waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit '''Beginn des Bombenkrieges im Dezember 1943''' konnten die Transporte der Verwundeten nur noch bei Nacht durchgeführt werden, was durch die unregelmäßigen Zugsfolgen oft stundenlanges Warten bei Dunkelheit und Kälte bedeutete. Nachdem der ''Innsbrucker Hauptbahnhof'' als strategisches Hauptziel der alliierten Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde, verschärfte sich die Situation, weil die Kriegsversehrten nun vom Haller Bahnhof überführt werden mussten. Gleichzeitig war kein einziges Gebäude der Innsbrucker Klinik unbeschädigt geblieben. Die Transporte erfolgten nun in Ausweichspitäler in ''Seefeld'', ''Natters'' und ''Volderwaldhof''. Gerade im Winter stellten dabei die oftmals verschneiten und vereisten Bergstraßen größte Schwierigkeiten dar. Während der Fliegeralarme leisteten die Sanitäter und Hilfsschwestern Dienste in den zahlreichen, in die beidseitigen Talhänge getriebenen Luftschutzstollen. Insgesamt versorgte die ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'' während insgesamt 22 Luftangriffen auf Innsbruck (inkl. Angriff auf den Verschiebebahnhof Thaur vom 14.2.1945) 3.117 Verletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem '''Kriegsende im Frühjahr 1945''' endete die Versorgungsleistung für Militärangehörige nicht schlagartig. Im ehemaligen Arbeitserziehungslager Reichenau wurden von den Rot-Kreuz-Schwestern in 373 Tag- und 428 Nachtdiensten tausende von Heimkehrern betreut. 37 Heimkehrerzüge wurden versorgt und 100 kranke Heimkehrer von Schwestern und Sanitätern aus einem Lazarett in Jugoslawien heimgeholt. Dazu kam die Versorgung durchreisender Heimkehrer mit Hilfe fliegender Ambulanzen, die zu jedem Transport gestellt wurden, sowie die Betreuung von Rücktransporten Ausgewiesener oder von Bombenflüchtlingen. Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes wurden verteilt und in vier Transporten über tausend Kinder auf ihrem Weg zur Erholung in der Schweiz an die Grenze gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Weiter]] zur [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Freiwilligen Rettungsgesesellschaft Innsbruck in der Nachkriegszeit]]!&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<updated>2026-09-09T10:12:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Zurück]] zur historischen Übersicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 23.05.1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 12. März 1938 Truppen des nationalsozialistisch regierten ''Deutschen Reiches'' die Österreichische Grenze überschritten, um so den '''Anschluss Österreichs''' an Hitler-Deutschland zu vollziehen, befand sich unter ihnen der Reichsarzt-SS '''''Ernst Robert Grawitz'''''. ''Grawitz'' war im Dezember 1936 '''geschäftsführender Präsident des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' geworden. Als solcher führte er das operative Geschäft, während der eigentliche Präsident, '''Prinz Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha''' – '''wie Grawitz hochgradiger Nationalsozialist''' –, lediglich repräsentative Aufgaben wahrnahm. Jetzt, im März 1938, nahm ''Ernst Robert Grawitz'' die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in Augenschein, um die Übernahme derselben durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' vorzubereiten. Dort musste er, wie er nach ''Berlin'' meldete, feststellen, „dass die Leitung der Österreichischen Rotkreuz-Gesellschaft sich in Händen solcher Persönlichkeiten befindet, die für uns völlig untragbar sind. Es befinden sich z.B. im Vorstand dieser Gesellschaft an einflussreichster Stelle mehrere Volljuden, die zum Teil gleichzeitig Freimaurer sind. Der Präsident selbst ist Exc. Dr. Max Wladimir Baron Beck, 83 Jahre, Philosemit, freimaurerisch eingestellt und angeblich Legitimist. Sein Sanitätschef für das Österreichische Rote Kreuz, gleichzeitig persönlicher Berater und behandelnder Arzt, ist der Volljude und Freimaurer Hofrat Dr. Isidor Lamberger.“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 177) Zwei Tage nach dem Besuch von ''Ernst Robert Grawitz'' traten ''Beck'' und ''Lamberger'' von ihren Ämtern zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Äußerung von ''Ernst Robert Grawitz'' vor dem Hintergrund seines Zieles lesen. Dieses bestand darin, einen '''Prozess der Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' nach nationalsozialistischen Prinzipien''' weiterzutreiben, der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 ohne erkennbaren Widerstand und zum Teil in willfähriger Partnerschaft von Seiten des ''Deutschen Roten Kreuzes'' sukzessive im Gange war. Er erfolgte in zwei wesentlichen Grundlinien: Einerseits wurde die '''Arbeit des DRK auf seine vermeintliche Kernaufgabe, die Kriegsverwundetenfürsorge, reduziert'''. Diese sah man konkret im Rahmen des '''Wehrmachtssanitätsdienst'''es verwirklicht. Es wurden dazu jene Bereiche des ''Deutschen Roten Kreuzes'', welche in Friedenszeiten aufgebaut worden und vor allem in der Volksfürsorge, aber auch in der Jugendarbeit angesiedelt waren, zugunsten einer Übernahme durch entsprechende NS-Organisationen (z. B. die ''NS-Volksfürsorge'', ''Hitlerjugend'', ''Bund Deutscher Mädel'') zurückgedrängt. Denn die Nationalsozialisten hatten die '''kriegswichtige Bedeutung des ''Deutschen Roten Kreuzes''''' rasch erkannt. Andererseits wurde in die Organisationsstruktur das '''Führerprinzip''' eingeführt, sodass sich zügig ein '''Stab linientreuer Nationalsozialisten innerhalb des DRK''' etablieren konnte. Dem entsprach, dass ''Ernst Robert Grawitz'' im Sinne seiner Doppelfunktion als Reichsarzt-SS und geschäftsführender Präsident des DRK fast sämtliche Führungspostionen im DRK-Präsidium mit Mitgliedern der SS besetzte. Dabei war man peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, das DRK wäre zu nahe an den NS-Staat oder seine Behörden herangerückt, um seine internationalen Beziehungen, auf die man gerade in Kriegszeiten angewiesen war, nicht zu gefährden oder das Recht zum Führen des Rotkreuz-Zeichens nicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das derart verfasste ''Deutsche Rote Kreuz'' wurde nun die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' mit '''Verordnung des Reichsinnenministeriums vom 23.5.1938''' eingegliedert und somit aufgelöst. In Folge wurden im Juli 1938 die Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes gegründet und die einzelnen Dienststellen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz inkorporiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur:'' Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Auflösung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frühestens am 4.8., spätestens am 20.09.1938''' wurde auch die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''behördlich aufgelöst'''. Sie wurde '''vom ''Deutschen Roten Kreuz'' übernommen''' und der '''Landesstelle XVIII in Salzburg''', die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war, zugeordnet. Der Name der Rettungsgesellschaft änderte sich in '''''„Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes“'''''. Sie war der '''''Kreisstelle Innsbruck''''', die außerdem die Bereitschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'' ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'' umfasste, untergeordnet'''. Die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' hatte aufgehört, als eigenständiger Verein zu existieren.''' In seiner letzten Sitzung am 20.9.1938 fasste der Engere Ausschuss den Beschluss, „den Dienstbetrieb der freiw- [sic] Rettungsgesellschaft in das Deutsche Rote Kreuz zu überführen und die Geräte, [sic] sowie die Einrichtungen dem Deutschen Roten Kreuz zu übergeben“. Rund einen Monat später wurde die Übergabe in den ''Innsbrucker Nachrichten'' öffentlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der '''Realbesitz''' wäre in das Eigentum des ''Deutschen Roten Kreuzes'' übergegangen, wenn dieser durch die Hausbauten nicht nach wie vor hypothekarisch belegt gewesen wäre. Da das DRK verschuldete Realwerte aber nicht übernehmen durfte und die Führung von Wirtschaftsbetrieben in seinen Satzungen nicht vorgesehen war, konnte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' die Betriebe vor dem Zugriff des DRK retten: Der gesamte Realbesitz wurde '''der Stadt Innsbruck treuhändisch übergeben'''. Man machte sich dazu '''§ 18 der Satzungen der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft''''' zunutze. Dieser sah vor, dass der Ausschuss im Falle der Auflösung des Vereins dessen bewegliches und unbewegliches Vermögen der Stadt Innsbruck zu übergeben hatte. Sollte sich ein Verein gleichen Zweckes wie jener der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft'' innerhalb von zehn Jahren bilden, so wurde die ''Stadt Innsbruck'' verpflichtet, diesem das Vermögen auszuhändigen; andernfalls sollte es in ihr Eigentum übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' erfolgte wahrscheinlich im Zuge eines '''Besuches des DRK-Oberstführers ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld''''' vom DRK-Präsidium in Potsdam-Babelsberg in Innsbruck. ''Brekenfeld'' war seit dem 1.7.1937 im aktiven DRK-Dienst, Führer der ''Landesstelle III des Deutschen Roten Kreuzes'' (Brandenburg ohne Berlin), NSDAP-Mitglied, Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse, Träger des Verwundetenabzeichens und wird als strammer Nationalsozialist beschrieben (Bresgott, Hans-Christian, Archiv des Deutschen Roten Kreuzes Berlin: E-Mail an Ernst Pavelka vom 19.5.2015 17:43). Von ihm ist die Bemerkung erhalten, das DRK sei in Aufgabe und Gesinnung, Tun und Handeln ein „Nationalsozialistisches Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“ (zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 443).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: KAM2-20140129193205 blatt115v-blatt116r eintrag 24 08 1938.png|thumb|400px|right|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/a/a0/KAM2-20140129193205_blatt115v-blatt116r_eintrag_24_08_1938.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Eintrag von ''Dr. Friedrich Wilhelm Brekenfeld'' im Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 04.08.1938: &amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Deutsche Rote Kreuz beglückwünscht sich zur Übernahme der vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck und hofft, daß die Männer dieser Rettungsgesellschaft nunmehr alsbald voll Stolz den Rock des D.R.K.-Helfers tragen werden, voll Stolz über die Zugehörigkeit zu einer Organisation, dessen [sic] Schirmherr der Führer ist, der ihr seine [sic] Ursprungsaufgabe, Hilforganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegebenhat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innsbruck[,] d. 4.8.38&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D. Brekenfeld&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
D.R.K.-Obristführer [sic] vom&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Präsidium des D.R.K.“&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im '''Kameradschaftsbuch der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''''' hinterließ ''Brekenfeld'' am 4.8.1938 einen '''handschriftlichen Eintrag''', nach dem das ''Deutsche Rote Kreuz'' sich zur Übernahme der „vorbildlichen Rettungsgesellschaft Innsbruck beglückwünsch[e]“, der der Führer ihre „Ursprungsaufgabe, Hilfsorganisation des Wehrmachtssanitätsdienstes zu sein, wiedergegeben“ habe. Damit gab Brekenfeld der Innsbrucker Rettungsgesellschaft eines der wichtigsten Ziele, welches die Nationalsozialisten seit 1933 mit der ideologischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verfolgt hatten, mit auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalsozialistischen Überformung des ''Deutschen Roten Kreuzes'' verdankt sich eine der augenfälligsten Änderungen bei der nunmerigen ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'': Ab der Übernahme war nun ein '''Nachweis über die Deutschblütigkeit jedes Mitglieds wie seines Ehepartners''' erforderlich, um in der DRK-Ortsbereitschaft Innsbruck weiterhin tätig sein oder in sie überhaupt eintreten zu können. Denn bereits am 1.6.1933 hatte das ''Deutsche Rote Kreuz'' mittelst Rundschreibens an die Mitglieder Juden von allen Funktionen ausgeschlossen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wo Nichtarier in bezahlten Stellungen sind, ist ihnen unter Anwendung des Beamtengesetzes auf den nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. Zu den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Rundschreiben Nr. 244 des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (damals noch Joachim von Winterfeldt-Menkin) vom 1. Juni 1933, zit. n. Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 88-89.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man berief sich bei dieser Bestimmung, der schon im Mai die Direktive, jüdischstämmige Personen nicht mehr in Vorstandsfunktionen zu wählen, vorausgegangen war, auf den „Arierparagraphen“ des '''Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933'''. Der Nachweis über die Deutschblütigkeit der Mitglieder sowie ihrer Ehepartner, nicht aber die ausdrückliche Formulierung des Ausschlusses von Juden, wurde in Folge nur in die Regelwerke der Teilorganisationen des DRK, nicht aber in die Satzungen geschrieben, um internationales Aufsehen über den Ausschluss jüdischer Mitglieder vom DRK möglichst zu vermeiden. Man wusste, dass eine solche Bestimmung eine klare Verletzung der Grundsätze des Roten Kreuzes darstellte. Unbeschadet dessen war die''' Reaktion des Internationalen Roten Kreuzes verhalten''', als es von den neuen Bestimmungen beim DRK erfuhr. Im November 1933 verkündete dann ''Paul Hocheisen'', Chef der SA-Sanitätskolonnen und im selben Jahr als Beauftragter für die Gleichschaltung des DRK zum ''Deutschen Roten Kreuz'' gekommen, den „ausnahmslosen Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Sanitätskolonnen“ (Morgenbrod, Birgitt; Merkenich, Stephanie: Das deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur 1933-1945. Paderborn u.a. 2008, S. 89-90).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon bevor die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom Deutschen Roten Kreuz übernommen worden war, hatte es '''Mitglieder mit nationalsozialistischen Bestrebungen''' innerhalb ihres Korps gegeben, wenn deren Gesinnung vor März 1938 auch noch nicht offen zu Tage getreten war. Der Jahresbericht für 1937, der im Mai 1938 und damit nach dem Anschluss erschien, erwähnt einen Kreis um den Gruppenführer ''Josef Baur'', der ab November/Dezember 1937 den gesamten '''Kamaradschaftsausschuss''' stellte. Der 1896 geborene ''Josef „Pepi“ Baur'' war 1929 der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' beigetreten und in der Monatsversammlung vom 16.11.1937 in der Nachfolge von ''Franz Rohm'' zum Obmann des Kameradschaftsausschusses gewählt worden. Ab dem Anschluss Österreichs war er bemüht, ein Programm umzusetzen, welches einerseits darin bestand, die '''Kameraden in nationalsozialistischer Denkungsart zu schulen''', um „frischen nationalsozialistischen Geist in die Reihen der Samariterschaft zu tragen“ (Jahresbericht 1937, S. 7); andererseits sollte die '''Ausbildung um soldatische Aspekte erweitert werden''', „damit die Samariter hinter den militärisch gut geschulten SS- und SA-Formationen nicht zurückstehen müssen“ (Jahresbericht 1937, S. 7). An den Kameradschaftsabenden sollte zudem '''nationalsozialistisches Liedgut''' gelehrt und gesungen werden. Freilich mag es sich dabei auch um eine überzogene Darstellung eigener Linientreue nach außen handeln, zumal sich die Jahresberichte an die Öffentlichkeit wandten. ''Josef Baur'' jedenfalls wurde nach der Übernahme der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' Führer der männlichen Bereitschaft Innsbruck (1939–1941). Über das weitere Schicksal von ''Josef Baur'' ist nichts bekannt. In einer Personalliste aus dem Jahre 1964 wird er lapidar als mit 1945 ausgetreten geführt. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren 1946/47 wurde er als minderbelastet eingestuft, da er innerhalb der NSDAP niemals eine politische Funktion ausgeübt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personell hatte der Anschluss ''Österreichs'' an das ''Deutsche Reich'' insofern Folgen, als mit 15.3.1938, also drei Tage nach dem Anschluss, '''''KR Josef Dinkhauser''''', stellvertretender Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', per Schreiben an den ''Engeren Ausschuss der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' '''aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit von seinen Funktionen zurücktrat''' und anscheinend auch aus der Gesellschaft ausschied. ''Dinkhauser'' war bei der Gemeinderats-Ergänzungswahl im April 1933 als Kandidat für den ''Bürgerlichen Ständebund von Tirol'' angetreten [Hye, Franz-Heinz; Justic, Josefine: Innsbruck im Spannungsfeld der Politik 1918-1938. Berichte – Bilder – Dokumente (Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs; Neue Folge, Bd. 16/17). Hrsg. v. Stadtmagistrat Innsbruck. Innsbruck 1991, S. 200]. In der im ''Engeren Ausschuss'' ob des Briefes ''Dinkhausers'' ausgebrochenen Diskussion, hatten u. a. ''Josef Baur'', Chefarzt ''Dr. Viktor Tschamler'' und ''Karl Kačičnik'', damals Kassier, die Auffassung vertreten, dass ein Ausscheiden ''Dinkhausers'' aus der Rettungsgesellschaft unumgänglich sei. Schriftführer ''Hans Müller'' und Obmann ''[[Leo Stainer]]'' vertraten demgegenüber, dass der Rücktritt ''Dinkhauser''s nicht besonders dringlich sei. Ob der '''Ausschluss von zwei weiteren Mitgliedern''' in derselben Sitzung politische Gründe hatte oder nicht, konnte bis jetzt nicht erhoben werden. Der Ausschluss erfolgte aber auf Antrag des nationalsozialistisch durchsetzten Kameradschaftsausschusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenartig mutet an, dass einen Monat später, nämlich in der letzten Jahreshauptversammlung der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vom 15.4.1938, zum einen ''Dinkhauser'' wieder zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurde und zum andern eines der beiden in der Sitzung des Engeren Ausschusses vom 15.3.1938 ausgeschlossenen Mitglieder wegen seiner Verdienste geehrt wurde. Wie dies zu interpretieren ist, ließ sich nicht klären. Vielleicht hatte man ''Dinkhauser'' überreden können, seinen Schritt nocheinmal zu überdenken, vielleicht haben wir es aber auch mit etwas zu tun, das man gemeinhin als „Höttinger Nudel“ bezeichnet, in diesem Falle mit einer bauernschlauen Reaktion auf irgendein Ereignis inmitten der hochgradig angespannten politischen und geistigen Situation dieser Tage, zu der man sich aus unbekannten Gründen veranlasst sah. Jedenfalls hielt ''Dr. Viktor Tschamler'' in der in Rede stehenden Sitzung des Engeren Ausschusses in Anschluss an die Diskussion um das Ausscheiden ''KR Josef Dinkhausers'' eine Rede auf den Sieg der Deutschen Idee, die mit einem dreifachen Sieg-Heil und einem Treuebekenntnis zum Führer und zur Deutschen Nation endete. Danach wurde der Ankauf eines Führerbildnisses für das Sitzungszimmer beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am '''Beginn eines summarischen Jahresberichtes über die Jahre 1937 bis 1947''', der übrigens nicht identisch ist mit dem oben zitierten, 1938 erschienen Jahresbericht für 1937, beschäftigt sich die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' in einer Weise, die unschwer als Rechtfertigung erkannt werden kann, mit der '''Schuldfrage''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der grauenhafte Krieg liegt hinter uns. Die hochgehenden Wogen politischer Wirrnisse sind verebbt, wie haben Abstand gewonnen zu all dem Schlimmen, das jahrelang unsere Herzen und Gemüter bewegte. Die Tragik ausschließlich subjektiven Denkens und Handelns wurde erkannt und ist einer normalisierenden Objektivität im Gesamtablauf des täglichen Lebens gewichen. […] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns im Zuge dieser läuternden, objektiven Denkungsart eine Frage vorlegen: Haben wir, Diener des Roten Kreuzes, in den Jahren der Wandlungen gesündigt, haben wir die Ziele unseres Symbols verraten? Wir sind glücklich, diese Frage mit ehrlichem Herzen verneinen zu können. Jeder echte Samariter, mag er die Schrecken des Bombenkrieges in der Heimat erlebt haben, mag er da oder dort im Kriegseinsatz gestanden sein, hat geholfen, wann und wo er helfen konnte, ist Samariter geblieben und ist es heute noch.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck (Hg.): 31.-41. Jahresbericht der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck für die Jahre 1937-1947. Innsbruck 1947, S. 1.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Überfall Großdeutschlands auf Polen brach am 1.9.1939 der '''Zweite Weltkrieg''' aus. Bereits am 26.8. wurden '''achtzehn Mitglieder''' der ''Ortsstelle Innsbruck des DRK'' zum '''Kriegssanitätsdienst''' eingezogen, später wurden es immer mehr. Die Ausfälle konnten zunächst durch Angehörige der '''[http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;amp;ID=3448 Hitlerjugend]''' (HJ) ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der 1926 aus Vorgängerorganisationen hervorgegangenen ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' handelte es sich um die Jugendorganisation der ''Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei''. In vielerlei Hinsicht kann man sie zu den damals sehr verbreiteten [http://www.jugend1933-45.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&amp;amp;root=26635&amp;amp;id=5321&amp;amp;redir= bündischen Jugendverbänden] rechnen, sie unterschied sich von anderen, ähnlich organisierten Jugendbünden aber u. a. durch die enge ideologische Bindung an die Mutterpartei. Der österreichische Ableger wurde 1927 ins Leben gerufen. Als am 19.6.1933 die NSDAP unter dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler ''Engelbert Dollfuß'' verboten wurde, traf dieses Schicksal auch die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]''. Einige Gruppen der HJ agierten allerdings bis zum Anschluss ''Österrreichs'' an das ''Deutsche Reich'' illegal weiter. Mit der [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&amp;amp;aid=dra&amp;amp;datum=19390004&amp;amp;seite=00000710&amp;amp;zoom=2 Zweiten Durchführungsverordnung vom 25.03.1939] zum [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19360004&amp;amp;seite=00000993 Gesetz über die Hitlerjugend (1.12.1936)] waren grundsätzlich alle Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren zum Dienst bei der ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' oder beim ''Bund deutscher Mädel'' verpflichtet worden. Die Mitgliedschaft endete mit dem 18. Lebensjahr. Die ''[http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=3448 Hitlerjugend]'' wurde 1945 im Zuge des Verbots der NSDAP und sämtlicher ihrer Gliederungen verboten und hörte zu existieren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Hitlerjungen im Rettungsdienst verdankte sich einem '''Abkommen zwischen dem ''Deutschen Roten Kreuz'' und der ''Reichsjugendführung'' vom 01.10.1935'''. Der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem ''Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.03.1935'' folgte ein zunehmender Ausbau des ''Deutschen Roten Kreuzes'' als „zentrale[r] Organisation des Bereitschaftsdienstes“ (Riesenberger, 2002, S. 301) zur Rekrutierung zusätzlicher Kräfte für die Unterstützung des ''Amtlichen Sanitätsdienstes''. Die zivile Tätigkeit des ''Roten Kreuzes'' wurde nunmehr „ausdrücklich als 'Schule für den Ernstfall propagiert'“ (ibd, S. 300), wobei mit „Ernstfall“ selbstredend der zukünftige Kriegsfall gemeint war. Das ''Deutsche Rote Kreuz'' sollte bis zum 30.06. jeden Jahres seinen Bedarf an Nachwuchs bei der Reichsjugendführung melden, während diese verpflichtet wurde, das entsprechende Personal alljährlich bis zum 09.11. zu liefern. Das Abkommen diente nicht nur der Bereitstellung von zusätzlichem Personal, um kriegsbedingte Lücken zu füllen. „Die längerfristige Tragweite dieses Abkommens lag darin, daß es die Nazifizierung des Roten Kreuzes durch einen nationalsozialistisch indoktrinierten Nachwuchs sicherstellte.“ (ibd. S. 302).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Aufnahmeprozedere für den Rettungsdienst verlief, nämlich ob die Burschen sich selbst zum Einsatz in der ''DRK-Kreisstelle/Bereitschaft Innsbruck'' meldeten, konnte noch nicht eruiert werden. Es gibt vage Hinweise darauf, dass sich zumindest manche von ihnen selbst meldeten. Die damals '''Sechzehn- bis Achtzehnjährigen''' leisteten ihren Dienst jedenfalls neben dem Einsatz bei Kriegsverwundetentransporten vom und zum Bahnhof im normalen '''Rettungs- und Krankentransportdienst''' ab. Zusätzlich zu den Hitlerjungen wurden in den Kriegsjahren '''mehr und mehr Frauen als Hilfsschwestern''' in die Reihen der Rettung aufgenommen. Sicherlich schon in Vorbereitung auf zu erwartende Personalausfälle während eines künftigen Krieges waren bereits im Oktober 1938 Aufrufe an ehemalige Kriegskrankenschwestern und andere Frauen ergangen, sich bei den jeweiligen regionalen DRK-Kreisstellen zu melden. Dazu dürfte sich aus dem ''BDM'' rekrutiertes Hilfspersonal gesellt haben, zumal das oben erwähnte Abkommen zwischen ''Reichsjugendführung'' und ''Rotem Kreuz'' auch weibliche Hilfskräfte umfasste: „Als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes dürfen im Alter von 18 bis zu 21 Jahren, unbeschadet ihrer weiteren Zugehörigkeit zum BDM, in Zukunft nur noch Mitglieder des BDM ausgebildet und verpflichtet werden. Die Reichsjugendführung verpflichtet sich […] die Anforderungen des Deutschen Roten Kreuzes zu erfüllen.“ (zit. n. Riesenberger, 2002, S. 302) Anders als bei den Hitlerjungen ist der Einsatz von Mädchen aus dem ''BDM'' bei der ''DRK-Bereitschaft Innsbruck'' durch Quellen vorherhand allerdings nicht belegt. Seit März 1939 waren Frauen unter den oben genannten, notabene nicht feministischen Voraussetzungen gezielt auch im ''Rettungs- und Krankentransportdienst'' eingesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Literatur'': Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864-1990. Paderborn: Schöningh, 2002, S. 300–303.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exkurs: Frauen als Sanitäterinnen beim Roten Kreuz Innsbruck ===&lt;br /&gt;
Seit Gründung des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] als [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' im Jahre 1907]] bis zum „Anschluss“ im Jahre 1938 waren Frauen weder im ehren- noch im hauptamtlichen Fahrdienst anzutreffen. Das rettungsdienstliche Fahrdienstpersonal war in zwei ehrenamtlich besetzten Dienstgruppen mit jeweils einem Gruppenführer und dessen Stellvertreter in taktischen Führungsfunktionen organisiert. Dazu kamen hauptberufliche Kraftfahrer und Stationsgehilfen. Mindestanforderung an die eigenständige Tätigkeit im Fahrdienst war die sog. „Samariterprüfung“ ([[Exponat_des_Monats_11/2020|„Samariter“ als altertümlicher Begriff für den Sanitäter]]) im Anschluss an den „Samariterkurs“. Frauen kamen nur in Randbereichen der Tätigkeit des Roten Kreuzes Innsbruck, wie als seit 1911 unentgeltlich vermittelte Krankenpflegepersonen oder als aktive Mitglieder des ''Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', der als Tiroler Ableger der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' freilich andere Organisations- und Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes als den Rettungs- und Krankentransportdienst abdeckte, vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' bzw. [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|„Samariterinnen“ oder „weiblichen Samaritern“]], wie man zeitgenössisch sagte, '''geht in ''Innsbruck'' auf das Jahr 1934''' zurück. Auf einen Aufruf zur Teilnahme am ersten, von der Vizepräsidentin des ''Landesvereines vom Roten Kreuz in Tirol'', ''Ottilie Stainer'', ins Leben gerufenen '''„Samariterinnenkurs“''' im April 1934 meldeten sich derart viele Interessentinnen, dass die Teilnahme des '''für 07.05. angesetzten, acht Wochen dauernden Kurses''' auf 50 Teilnehmerinnen beschränkt werden musste. Die Ausbildung der Frauen wurde vom ärztlichen Leiter des ''Roten Kreuzes Tirol'', ''Dr. Karl Waitz'', der ehemaligen Kriegskrankenschwester und Trägerin der ''Florence-Nightingale-Medaille'', ''[[Marie Gabrielle Lodron]]'' – deren Andenken beim [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuz Innsbruck''] heute ein Lehrsaal gewidmet ist – und ''Helene Sternberg'' übernommen. Die Absolventinnen bildeten den Grundstock für '''das einzige ''„Samariterinnenkorps“'' in ''Österreich'''''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Korps dürfte beim „Jugendtag“ Ende Mai 1934 erstmals öffentlich in Erscheinung getreten sein, bei den verschiedenen [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Ausbau_des_Katastrophenschutzes_und_der_Landstra.C3.9Fenrettungsdienst|Luftschutzübungen der 1930er-Jahre]] war es regelmäßig vertreten. Als ''Ottilie Stainer'' es im Oktober 1934 – möglicherweise mit dem Ziel, seine Mitglieder im Fahrdienst einsetzen zu lassen – der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit|''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] unterstellen wollte, stellte Obmann-Stellvertreter ''Josef Dinkhauser'' im ''Engeren Ausschuss'' allerdings den Antrag, '''„die [[Exponat_des_Monats_11/2020#Der_barmherzige_Samariter_im_Kontext_des_Rettungswesens|''Samariterinnen'']] der Rettungsgesellschaft möglichst fern zu halten“, „was allseits Zustimmung“ fand''' (''Sitzung des Engeren Ausschusses vom 24.10.1934''). Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich stattdessen darauf, „mit dem Roten Kreuz ein Übereinkommen zu treffen, lt. welchem die Samariterinnen vollkommen selbständige Organisation zu bleiben haben“. „Nur bei gewissen Veranstaltungen, wie grossen Kundgebungen, Unruhen, Notständen etc. Uebungen im Grossalarm usw. sollen die Samariterinnen fallweise zur Mithilfe herangezogen werden.“ (ibd.) Bis zum Anschluss im März 1938 erwähnen zeitgenössische Blätter immer wieder die Versorgung von Verletzten durch Samariterinnen bei Ambulanzen oder als private Ersthelferinnen bei Unglücksfällen. Bei der Übernahme der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' durch das ''Deutsche Rote Kreuz'' ging auch das ''Samariterinnenkorps'' im ''DRK'' auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkrieges wurden, wie erwähnt, Rotkreuz-Schwestern erstmals im rettungsdienstlichen Fahrdienst eingesetzt. War dieser Umstand auch dem Krieg geschuldet, so wurde er von den hauptsächlich wohl jungen Frauen sicherlich als emanzipatorischer Zugewinn persönlicher Freiheit erlebt. Er führte nach dem Krieg jedenfalls zu Diskussionen mit „Schwestern“, die weiterhin auch rettungsdienstlich tätig sein wollten. Tatsächlich lässt sich die '''Verwendung von weiblichem Personal im Rettungs- und Krankentransportdienst bis in die Nachkriegszeit hinein – nicht nur in Innsbruck – belegen'''. In der Monatsversammlung vom 11.07.1947, in der „eine volle Klärung des Verhältnisses der weiblichen Helferinnen zum Rettungsdienst“ – wobei der Protokollant die ursprünglich gewählte Formulierung „Samariter“ durchgestrichen und verräterisch durch „Helferinnen“ ersetzt hatte – angeregt wurde, verstieg sich Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' zu der Aussage, „dass der Nachtdienst für Frauen unwürdig sei“. Gegen die Äußerung wurde von anwesenden „Helferinnen“ protestiert. Dennoch wurden die Betätigungsmöglichkeiten der Frauen bei der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'', möglicherweise sogar erst ab 1953, auf Dienste bei Veranstaltungsambulanzen, außerordentlichen Notfällen und in der Bahnhofsambulanz beschränkt. Damit war man wieder auf den „status quo“ von Oktober 1934 zurückgefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weibliche DRK-Bereitschaft ging nach dem Zweiten Weltkrieg einigermaßen nahtlos in eine Abteilung „Hilfsschwestern“ über, die als „Abteilung III” jahrzehntelang neben zwei reorganisierten männlichen Abteilungen I und II bestanden hatte. Aus der Abteilung III erwuchs Schwesternpersonal u. a. für die Betreuung von Kriegsheimkehrern und die Verteilung ausländischer Spenden in der Nachkriegszeit, später für „Sozialdienst“, Ambulanzdienste, Katastrophenschutz u. a. Seit [[Exponat_des_Monats_12/2016|Bestehen eines Sprechfunksystems (1956)]] leistete die ''Abteilung III'', die sogenannte „Schwesternabteilung“, traditionell die Leitstellendienste. Aus der ''Abteilung III'' erwuchs auch das Schwesternpersonal für den „Sozialdienst“. Am Regelfahrdienst konnten die Schwestern nur als Dritte am Rettungswagen teilnehmen. Frauen gar am Steuer eines Rettungswagens wurden als widersinnig empfunden. Als in den 1970er-Jahren eine Schwester in einer ''Monatsversammlung'' forderte, man möge Frauen Rettungswägen fahren lassen, erntete sie von Seiten der männlichen Mannschaft schallendes Gelächter. Erst 1988 wurden Frauen den männlichen Transportführern (Beifahrerin am Rettungswagen) gleichgestellt, 1991 durfte ''Claudia Schmiedt'' als erste Frau die Einsatzfahrerausbildung absolvieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irreguläre hauptberufliche Tätigkeiten von Frauen im Rettungsdienst''' sind bei der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] '''seit 1995 belegbar'''. ''Sonja Peer'', heute verheiratete ''Egger'', wäre Ende November 1994 für die Nachbesetzung einer Planstelle für einen von zwei Sanitätsgehilfen&amp;lt;ref&amp;gt;„Sanitätsgehilfe“ war die damals gebräuchliche Bezeichnung für hauptberufliche Sanitäter, während ehrenamtliche als „Sanitätshelfer“ bezeichnet wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die mit Ende des Jahres 1994 ausschieden, vorgesehen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 29.11.1994, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;Da der Geschäftsführende Ausschuss aber an ihrer Fahrpraxis zweifelte – ''Peer'' hatte den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst seit mehr als einem Jahr –, wurde sie mit 01.01.1995&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DAW, Dienstanweisungen, Mitteilungen, Informationen: Personelle Veränderungen, Mitteilung des Geschäftsführer-Stellvertreters Rudolf Stampfer vom 02.01.1995; vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-JHV, Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Roten Kreuzes Innsbruck: Personalübersicht, Stand per 01.02.1995. Beilage zum Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 19.05.1995, o. Pag.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorläufig nur für den Leistungsbereich [[Essen auf Rädern|„Essen auf Rädern“]] beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-VLeit-GESA-GFA: Protokoll der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses vom 13.12.1994, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich hatten aber wohl auch Ressentiments gegen die Anstellung von Frauen für den Rettungsdienst eine Rolle dabei gespielt, ''Peer'' nicht sofort für den RKT anzustellen: So war ''Sonja Peer'' von Vorstandsmitgliedern mangelnde Qualifikation, obwohl ihr weniger qualifizierte Männer vorgezogen worden waren, vorgeworfen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kam, dass tendenziell bezweifelt wurde, Frauen seien kräftig genug, um Patienten treppauf- und -ab zu tragen, und Personalausfälle durch Schwangerschaften wurden befürchtet. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres wurde nicht nur ''Sonja Peer'', sondern noch einige Jahre später andern Frauen  gegenüber ins Treffen geführt, die für den Rettungsdienst angestellt werden wollten. Außerdem gab es (unbegründete) medizinische Bedenken mit Hinblick auf Gebärmuttersenkungen und etwaige Sterilität von Frauen durch körperliche Arbeit. Unter diesen Voraussetzungen bedurfte es der Unterstützung einer hauptberuflich angestellten Führungskraft&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sonja Egger, Mündliche Information in einem Zeitzeugengespräch vom 16.02.2022. Die betreffende ehemalige Führungskraft kann sich an die damalige Unterstützung heute nicht mehr erinnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, '''damit ''Sonja Peer'' mit 01.09.1995 schließlich in den Rettungsdienst wechseln konnte''': Ab diesem Datum war sie mit ihrer zweistelligen, hauptberuflichen Dienstnummer 88&amp;lt;ref&amp;gt;Dienstnummern für ehrenamtliche Mitglieder waren damals dreistellig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sie seit 01.01.1995 innehatte, der Regelfahrdienstgruppe IV zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|AdFRI]], OERK-FRI-DF-DP, Dienstpläne aller Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen Rettung Innsbruck, Wochenpläne für den hauptamtlichen Dienst, 1990–1995, 1997–1998, 2000: Wochenplan vom 28.08.1995 bis 03.09.1995, 2. Woche, KW 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der hauptberufliche Rettungsdienst des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] war damals in insgesamt vier Dienstgruppen organisiert. Bei der vierten Gruppe handelte es sich um eine Teilzeitdienstgruppe, deren Mitglieder neben ihrer Tätigkeit im Rettungs- und Krankentransportdienst als Springer für [[Essen auf Rädern]] eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später wurde mit ''Monika Larcher'', heute verheiratete ''Müller'', eine zweite Frau im Rahmen einer Fixanstellung für den Leitstellendienst immer wieder auch im Rettungsdienst eingesetzt. ''Monika Larcher'' war nach eigener Aussage seit Oktober 1991 Mitglied der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im August 1996 bewarb sie sich für eine Stelle als Sanitäterin, wurde aber abgelehnt. Die Ablehnung sei aus „ethnischen Gründen“ erfolgt, wie ''Monika Larcher'' in einem Zeitungsartikel zu Frauen in Männerberufen angibt, ohne dass sie oder der Autor des Beitrages spezifiziert hätten, was genau damit gemeint war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. N. N.: Frauen in Männerberufen: Auch heute noch eine wahre Odyssee. Stadtblatt Innsbruck-Stadt (1996) o. Jg., Nr. 34, 26.08.1996, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieses zeitliche Umfeld dürfte auch eine Intervention aus den Reihen der Tiroler Landespolitik zugunsten einer Anstellung von ''Monika Larcher'' fallen. Daraufhin sei sie mit 14.12.1996 für die ''Bezirksleitstelle Innsbruck-Stadt'' angestellt worden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Monika Larcher'' wechselte mit [[Exponat_des_Monats_11/2019|Ende der ''Rettungsleitzentrale Innsbruck'' im November 1999]] in die Bereichsleitstelle Tirol-Mitte und 2001 zur ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' des ''Österreichischen Roten Kreuzes''.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Müller, Monika: 2000 als Hauptberuf? Kommentar und Thread zu einem Posting von Ernst Pavelka vom 10.11.2021, 18:27 Uhr, https://www.facebook.com/ernst.pavelka/posts/pfbid0LLTLM59Jwbxjb1XcpF6ZfAHNa9jaeyu2hRMTPFjF5m4J5dMN4WLbHazLWRiZqkLJl (Zugriff: 30.07.2023, 18:23 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war sie lange Zeit Tirols erste Dienstführerin und bekleidet seit 2023 die Funktion der Bezirksrettungskommandantin Innsbruck-Land.&amp;lt;ref&amp;gt;Domanig, Michael: Tirolweit erste Frau in dieser Position: „Moni“ hat nun das Kommando bei der Rettung in Innsbruck-Land, https://www.tt.com/artikel/30860606/tirolweit-erste-frau-in-dieser-position-moni-hat-nun-das-kommando-bei-der-rettung-in-innsbruck-land?state=%7B%22loginEndpointFlags%22:%5B%5D%7D (Zugriff: 30.07.2023, 20:16 Uhr).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden genannten Fällen wurden die Anstellungen erst nach internen oder externen Interventionen sowie durch Druck, der mit Hilfe eines Medienberichtes aufgebaut worden war, gegen den ursprünglichen Willen und die damalige Gepflogenheit des Ausschusses der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''], Frauen als Hauptamtliche nicht zuzulassen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Geschäftsführende Ausschuss lehnte in seiner Sitzung vom 16.01.1996 die Anstellung von Frauen für den Rettungs- und Krankentransportdienst grundsätzlich ab. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-16: Protokoll 310. (2/06) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 16.01.1996, 4. Die Frage war in der Sitzung des nämlichen Gremiums am 02.01.1996 „aus gegebener Veranlassung“ aufgeworfen worden. Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLEIT-APV-GESA-GFA, 1996-01-02: Protokoll 309. (1/06) Sitzung des Geschäfstführenden Ausschusses der Freiwilligen Rettung Innsbruck vom 02.01.1996, 4. Man wird nicht fehlgehen, anzunehmen, dass es sich bei der „gegebene[n] Veranlassung“ um den Wechsel im September 1995 erfolgten Wechsel von ''Sonja Peer'' in den rettungsdienstlichen Regelfahrdienst handelte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durchgesetzt. Wenn sie von daher auch nicht als regelhafte Anstellungen von Frauen für den Rettungsdienst angesehen werden können, dürften sie doch den Boden dafür bereitet haben, dass es Frauen ab dem Jahre 2000 durch eine Aufnahmeprüfung, die alle, die für den Rettungsdienst angestellt wurden, positiv absolvieren mussten, ermöglicht wurde, unter denselben Bedingungen wie Männer für den Rettungsdienst angestellt zu werden. Im Jänner 2019 wurde mit [https://www.unsertirol24.com/2019/01/08/erste-dienstfuehrerin-fuer-das-rote-kreuz/ ''Isabella Eberl''] erstmals in der Geschichte der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettung Innsbruck''] eine Frau ''Dienstführerin'' (Offizierin vom Dienst). Sie war schon im Jahre 2000 eine von zwei Frauen gewesen, die durch Bestehen der Aufnahmeprüfung erstmals regulär bei der ''Rettung Innsbruck'' beschäftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsdienstleistung im Hinterland und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon während des Ersten Weltkriegs bestand die '''Kriegsdienstleistung''' der ''Berereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'', die neben dem normalen Rettungs- und Krankentransportdienst durchgeführt wurde, vorerst in der '''Abwicklung von Verwundetentransporten vom und zum Innsbrucker Hauptbahnhof'''. Dabei wurden Lazarettzüge ent- und für den Weitertransport der Verwundeten beladen. In der am Hauptbahnhof eingerichteten ''Wehrmachts-Betreuuungs- und Verpflegsstelle'' versahen Hilfsschwestern über 24 Stunden täglich Dienst. Versorgt wurden auch auf dem Weg in den Heimaturlaub oder an die Front durchreisende Soldaten. In der Bahnhofshalle wurde ihnen gegen Verpflegungsscheine an langen Tischen sitzend, Suppe, Brot und Ersatzkaffee serviert. Die Schwesternhelferinnen mussten zudem die Kleidung und das Geschirr waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit '''Beginn des Bombenkrieges im Dezember 1943''' konnten die Transporte der Verwundeten nur noch bei Nacht durchgeführt werden, was durch die unregelmäßigen Zugsfolgen oft stundenlanges Warten bei Dunkelheit und Kälte bedeutete. Nachdem der ''Innsbrucker Hauptbahnhof'' als strategisches Hauptziel der alliierten Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde, verschärfte sich die Situation, weil die Kriegsversehrten nun vom Haller Bahnhof überführt werden mussten. Gleichzeitig war kein einziges Gebäude der Innsbrucker Klinik unbeschädigt geblieben. Die Transporte erfolgten nun in Ausweichspitäler in ''Seefeld'', ''Natters'' und ''Volderwaldhof''. Gerade im Winter stellten dabei die oftmals verschneiten und vereisten Bergstraßen größte Schwierigkeiten dar. Während der Fliegeralarme leisteten die Sanitäter und Hilfsschwestern Dienste in den zahlreichen, in die beidseitigen Talhänge getriebenen Luftschutzstollen. Insgesamt versorgte die ''Ortsbereitschaft Innsbruck des Deutschen Roten Kreuzes'' während insgesamt 22 Luftangriffen auf Innsbruck (inkl. Angriff auf den Verschiebebahnhof Thaur vom 14.2.1945) 3.117 Verletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem '''Kriegsende im Frühjahr 1945''' endete die Versorgungsleistung für Militärangehörige nicht schlagartig. Im ehemaligen Arbeitserziehungslager Reichenau wurden von den Rot-Kreuz-Schwestern in 373 Tag- und 428 Nachtdiensten tausende von Heimkehrern betreut. 37 Heimkehrerzüge wurden versorgt und 100 kranke Heimkehrer von Schwestern und Sanitätern aus einem Lazarett in Jugoslawien heimgeholt. Dazu kam die Versorgung durchreisender Heimkehrer mit Hilfe fliegender Ambulanzen, die zu jedem Transport gestellt wurden, sowie die Betreuung von Rücktransporten Ausgewiesener oder von Bombenflüchtlingen. Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes wurden verteilt und in vier Transporten über tausend Kinder auf ihrem Weg zur Erholung in der Schweiz an die Grenze gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Weiter]] zur [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|Freiwilligen Rettungsgesesellschaft Innsbruck in der Nachkriegszeit]]!&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Rot-Kreuz-Museum_Innsbruck&amp;diff=2415</id>
		<title>Rot-Kreuz-Museum Innsbruck</title>
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		<updated>2026-04-21T10:29:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Soziale Medien */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
⇨ [https://www.roteskreuz-innsbruck.at Österreichisches Rotes Kreuz Innsbruck]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''''Rotkreuz-Museum Innsbruck''''' existiert derzeit '''lediglich im weltweiten Netz'''. Es nährt sich aus Materialien des [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] und versteht sich als '''Work-in-Progress'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Jubiläen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jubiläumsbeiträge|⇨ ''Beiträge zu vergangenen Jubiläen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Marie Gabrielle Lodron|95 Jahre Verleihung der Florence-Nightingale-Medaille an und 60. Todestag von Marie Gabrielle Lodron]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: 2020-03-04-02 20200304155259 r marie gabrielle lodron auszeichnung 1915 cut.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Marie_Gabrielle_Lodron]]&lt;br /&gt;
| [[Marie Gabrielle Lodron|''Marie Gabrielle Lodron'']] (14.11.1880 – 14.06.1964) war eine Tiroler Berufskrankenschwester, die vor allem für ihre Leistungen im Rahmen der Sanitätsversorgung während des ''Ersten Weltkrieges'' am 02.07.1929 mit der ''Florence-Nightingale-Medaille'', der höchsten Auszeichung des ''Internationalen Roten Kreuzes'' für Pflegekräfte, geehrt worden war.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Karl Pobitzer|60 Jahre Obmann Ing. Karl Pobitzer – der „Haus- und Hofbaumeister“ des Roten Kreuzes Innsbruck]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: AmtsT-PobI-FOT-22 20240416073652 portrait.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Karl_Pobitzer]]&lt;br /&gt;
| [[Karl Pobitzer|''Ing. Karl Pobitzer'']] (27.05.1923 – 03.02.2009) war mit 25 Funktionsjahren der nach Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' (32 Jahre) am längsten gedient habende Obmann des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Am 10.04.1964 hatte sich seine Wahl zum, am 29.05.1964 der Beginn seiner ersten Amtsperiode als Obmann zum 60. Mal gejährt. Unter die Zeit seiner Obmannschaft fallen Ausbau und Errichtung zenraler Tätigkeitsbereiche des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Sein größtes Projekt aber war sicherlich die Planung und Umsetzung des Neubaues des Rettungsheimes der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''] am ''Tivoli''. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964|60 Jahre Olympische Winterspiele in Innsbruck (29.01. – 09.02.1964)]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: Olympiade 1964 02.png|thumb|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964]]&lt;br /&gt;
| Bei den 1964 in Innsbruck ausgetragenen IX. Olympischen Winterspielen stellte die [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] gemeinsam mit den ''Rotkreuz-Bezirksstellen'' ''Innsbruck-Land'', ''Solbad Hall'', ''Telfs'', ''Reutte'', ''Landeck'' und ''Imst'' sowie der ''„Burghard-Breitner-Gruppe“'' des ''Jugendrotkreuz''es ihre erste Großambulanz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Größenordnung des Einsatzes war für die damalige Zeit neu und stellte an die beteiligten Organisationen erhebliche Anforderungen. Diese führten allerdings auch zu einem Erfahrungsschub und einer Modernisierung von Teilen der Ausrüstung. Erste Erfahrungen mit Großambulanzen konnten gemeinsam mit dem Roten Kreuz ''Solbad Hall'' und der ''Ortsstelle Seefeld'' des ''Roten Kreuzes Innsbruck-Land'' bereits bei der ''Vorolympiade'' ein Jahr vor den eigentlichen Spielen gesammelt werden.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Veranstaltungen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Veranstaltungen | ⇨ ''Vergangene Veranstaltungen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leo Stainer und das Rettungswesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Pavelkae bueste leo stainer.png|thumb|225 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5a/Pavelkae_bueste_leo_stainer.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''[[Leo Stainer]]'' (1870–1964), dessen 60. Todestag wir heuer begangen haben, war einer der wichtigsten Gründerväter des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Er wurde als einer der beiden Söhne der Kunstmalerin wie Geschäftsfrau ''Anna Stainer-Knittel'' und des Kunstformers ''Engelbert Stainer'' geboren. Er war der Bruder des Wattener Gemeindearztes, Wohltäters und Heimatforschers ''Dr. Karl Stainer''. Diesem widmet das Museum Wattens noch bis 30. November 2024 eine Sonderausstellung. Im Rahmen eines begleitenden Vortragsprogrammes wird der Archivar des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] [https://www.facebook.com/profile.php?id=61565940219735 ''Ernst Pavelka''] einen Vortrag zu ''[[Leo Stainer]]'' halten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wo:''' [https://www.museum-wattens.com/ ''Museum Wattens''] ([https://www.openstreetmap.org/node/11779145387 ''Wattens, Innsbrucker Straße 2''])&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wann:''' 22. November 2024&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Vortragender:''' ''Ernst Pavelka (Archivar)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;Alle Spendenerlöse der Veranstaltungen kommen der Finanzierung der sozialen Aufgaben des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] sowie des Neubaues unseres ''Rotkreuz-Zentrums Innsbruck'' zugute.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spenden unter:''' https://tir.mein-roteskreuz.at/spenden-helfen/spendenprojekte/neubau-innsbruck&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spendenkonto:''' IBAN AT92 3600 0000 0062 0955&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zur '''[[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Geschichte]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freiwillige Rettung Innsbruck ist – wie viele andere Rettungsdienste in und außerhalb Österreichs auch – aus dem [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Das_fr.C3.BChe_Rettungswesen|'''Feuerwehrwesen''']] hervorgegangen. Von der '''1881''' gegründeten [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Sanit.C3.A4tsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck|'''Sanitätsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''']] führt eine direkte historische Linie über die Gründung der [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|'''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''' im Jahre '''1907''']], die damit auch erstmals den '''öffentlichen Rettungsdienst''' stellte, und deren [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Der_Weg_in_die_Selbst.C3.A4ndigkeit|Ausscheiden aus der Feuerwehr 1925]] zu jenem Verein, der heute [https://www.roteskreuz-innsbruck.at „'''Österreichisches Rotes Kreuz – Freiwillige Rettung Innsbruck'''“] heißt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Tirol =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Rote Kreuz Tirol|Hier]] geht's zur '''[[Das Rote Kreuz Tirol|Geschichte des Roten Kreuzes Tirol]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Online-Museum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:GM204 2-12 R13F1-20130625182753 aeg telefunken telesignal c 02.png|160px|link=Exponat_des_Monats_09/2022]]&lt;br /&gt;
| [[Exponat des Monats 09/2022|Gegenstand des Monats September 2022]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ⇨ [[Online-Museum|'''Online-Museum''']] wird '''monatlich ein ausgewähltes Exponat''' aus den Beständen des ''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck]]'' vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Medien ==&lt;br /&gt;
[[Soziale Medien|⇨ zur Übersicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:AV-FOT-1912-05-12-28 FOT7 20260414192239r schauuebung linxweiler.png|160px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/c/c9/AV-FOT-1912-05-12-28_FOT7_20260414192239r_schauuebung_linxweiler.png]]&lt;br /&gt;
| '''[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid02eZHzEDaFDprjXWeAF6UposbDKposwv5M7Fqcff66mscu76UfGDqepcfYi3rmHjhrl ⇨ Facebook][https://www.instagram.com/p/DXMs9tLCO99/?img_index=1 ⇨ Instagram] am 16.04.2026.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schon vor über 100 Jahren zeigten Einsatzorganisationen bei Schauübungen, was sie draufhaben. In Innsbruck sorgte damals ein ganz besonderes Gerät für Aufmerksamkeit: der „Linxweiler’sche Einlagerungsapparat&amp;quot;. 👍️&lt;br /&gt;
Bei einer Schauübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahr 1912 wurde der Aufbau und die Funktion dieses cleveren Systems präsentiert – sogar Erzherzog Eugen schaute persönlich vorbei und ließ sich alles genau erklären. 👀&lt;br /&gt;
Der „Linxweiler“ war für den Massentransport von Verwundeten per Eisenbahn gedacht: modular, stoßgedämpft und sicher. Ein wichtiger Bestandteil des damaligen Kriegssanitätswesens: Der „Linxweiler“ bestand aus metallenen Stützen mit Querstangen, die zwischen Boden und Decke von Güterwaggons eingespreizt wurden. In die Querstangen wurden mehrere Tragen mit Schleifen eingehängt - ein starkes Beispiel für frühe humanitäre Hilfe.❤️&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag [[Leo Stainer]]''. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck 17 deckblatt 80 dpi.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/0/03/Zeit_raum_innsbruck_17_deckblatt_80_dpi.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Das Deutsche Rote Kreuz Freiburg im Breisgau und das Rote Kreuz Innsbruck – Schlaglichter auf eine Partnerschaft'''&amp;lt;br/&amp;gt;In: Freiburg i. Br. – Innsbruck&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 17.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2023, S. 113–140.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck bd14 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/d/db/Zeit_raum_innsbruck_bd14_2017.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''SRD-69D2'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Notizen zur Vor- und Frühgeschichte des Innsbrucker Rettungswesens bis zur Einrichtung des allgemeinen öffentlichen Rettungsdienstes im Jahre 1907.'''&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 14.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2017, S. 47-77.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Band kann beim [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv ''Innsbrucker Stadtarchiv''] oder im '''Büro der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] ([http://www.openstreetmap.org/way/95640809#map=19/47.26001/11.40488 6020 Innsbruck, Sillufer 3]) für EUR 16,–– käuflich erworben werden. Bei Kauf über das [https://roteskreuz-innsbruck.at ''Rote Kreuz Innsbruck''] fließt ein Teil des Erlöses als '''Spende''' dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] zu.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:OERK-JUB-2017-01 cover festschrift 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/bc/RK_110_Festbroschuere_web02.pdf]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Österreichisches Rotes Kreuz, Freiwillige Rettung Innsbruck'' (Hg.)]&lt;br /&gt;
'''Freiwillige Rettung Innsbruck, 1907–2017'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Selbstverlag, 2017.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Festschrift kann im '''Sekretariat der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] gratis bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). Wir freuen uns aber über eine Spende!&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kalender Wagnersche 2022.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/b4/Kalender_Wagnersche_2022.png]]&lt;br /&gt;
|&amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''Rotes Kreuz Innsbruck, Kalender 2022'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Verlag der Wagner'schen Universitätsbuchhandlung, 2021.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kalender kann im [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/service/unser-ausbildungszentrum/ '''Ausbildungszentrum] des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/spenden/ '''Wir freuen uns über eine Spende!''']&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Publikationen|Weitere Publikationen zur Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck und des Innsbrucker Rettungswesens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zum '''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archiv]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 1970er-Jahren wurden vom ehemaligen Dienstleiter Rudolf Stampfer Gegenstände, Fotografien und schriftliche Dokumente, die aus dem Dienstbetrieb der Freiwilligen Rettung Innsbruck unmittelbar erwachsen sind, lose gesammelt. Seit 1991 wird das Archiv als betreute Einrichtung geführt. Auf der folgenden Seite finden Sie die '''Archivgeschichte''', eine '''Bestandsübersicht''' sowie einige '''allgemeine Informationen''' zum Archiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Quellentexte =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Quellentexte|Hier]] geht's zu den '''[[Quellentexte|Quellen]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier entsteht eine '''[[Quellentexte|Sammlung von Quellentexten]]''' sowohl aus dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] als auch aus anderen Archiven, auf die bei Bedarf verwiesen wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Datei:AV-FOT-1912-05-12-28_FOT7_20260414192239r_schauuebung_linxweiler.png&amp;diff=2414</id>
		<title>Datei:AV-FOT-1912-05-12-28 FOT7 20260414192239r schauuebung linxweiler.png</title>
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		<updated>2026-04-21T10:24:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: ''Erzherzog Eugen'' lässt sich den Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck erklären. Im Hintergrund im Mantel Bürgermeister ''Wilhelm Greil''. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag Leo Stainer''. – ''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck''.)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
''Erzherzog Eugen'' lässt sich den Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck erklären. Im Hintergrund im Mantel Bürgermeister ''Wilhelm Greil''. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag [[Leo Stainer]]''. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Soziale_Medien&amp;diff=2413</id>
		<title>Soziale Medien</title>
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		<updated>2026-04-21T10:21:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|'''Datum'''&lt;br /&gt;
|'''Typ'''&lt;br /&gt;
|'''Bild'''&lt;br /&gt;
|'''Posting'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[16.04.2026]]&lt;br /&gt;
| Throwback Thursday&lt;br /&gt;
| [[Bild: AV-FOT-1912-05-12-27 FOT7 20260414192239r schauuebung linxweiler.png|440px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/7/7f/AV-FOT-1912-05-12-27_FOT7_20260414192239r_schauuebung_linxweiler.png]]&lt;br /&gt;
| Schon vor über 100 Jahren zeigten Einsatzorganisationen bei Schauübungen, was sie draufhaben. In Innsbruck sorgte damals ein ganz besonderes Gerät für Aufmerksamkeit: der „Linxweiler’sche Einlagerungsapparat&amp;quot;. 👍️&lt;br /&gt;
Bei einer Schauübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahr 1912 wurde der Aufbau und die Funktion dieses cleveren Systems präsentiert – sogar Erzherzog Eugen schaute persönlich vorbei und ließ sich alles genau erklären. 👀&lt;br /&gt;
Der „Linxweiler“ war für den Massentransport von Verwundeten per Eisenbahn gedacht: modular, stoßgedämpft und sicher. Ein wichtiger Bestandteil des damaligen Kriegssanitätswesens: Der „Linxweiler“ bestand aus metallenen Stützen mit Querstangen, die zwischen Boden und Decke von Güterwaggons eingespreizt wurden. In die Querstangen wurden mehrere Tragen mit Schleifen eingehängt - ein starkes Beispiel für frühe humanitäre Hilfe.❤️&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Foto: Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag [[Leo Stainer]]''. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid02eZHzEDaFDprjXWeAF6UposbDKposwv5M7Fqcff66mscu76UfGDqepcfYi3rmHjhrl ⇨ Facebook]&amp;lt;br&amp;gt;[https://www.instagram.com/p/DXMs9tLCO99/?img_index=1 ⇨ Instagram]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[15.05.2025]]&lt;br /&gt;
| Throwback Thursday&lt;br /&gt;
| [[Bild:AdfFRI-AV-FOT-1934-02 FOT8 20250501182136 erster landessamariterkurs 1934.png|400 px|link=Der erste Tiroler Landessamariterkurs 1934]]&lt;br /&gt;
| Am heutigen #throwbackthursday blicken wir zurück auf den ersten Versuch, die Ausbildung von Sanitäter:innen tirolweit zu vereinheitlichen. Auf unserem Foto sehen wir die 35 Teilnehmer des ersten „Landessamariterkurses“ („Samariter“ = veraltet für „Sanitäter”). Der Kurs dauerte vom 18. – 21. Oktober 1934 und wurde vom „Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“ organisiert.  Dieser wurde auf Initiative der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet. Das Ziel: Es sollten in ganz Tirol Rettungsabteilungen errichtet und das Tiroler Rettungswesen vereinheitlicht werden.&lt;br /&gt;
Ganz besonders wichtig war dabei die ärztliche Ausbildung von Sanitätern. Das Programm umfasste Vorträge u. a. von Professoren der Universitätsklinik Innsbruck sowie tägliche Übungen im Anlegen von Verbänden und in der Benutzung von Transportmitteln. Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Anatomischen Institutes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Foto: [https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtarchiv ⇨ ''Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck''], Sammlung Walter Kreutz)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid0333Q3GXfYjdeEbZQBHRBekxZ7KJnNzHyCA954mnJeUi8vsHhvhiBAP4rt3rqADseKl?locale=de_DE ⇨ Facebook]&amp;lt;br&amp;gt;[https://www.instagram.com/p/DJrh1HhOl3O/ ⇨ Instagram]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Soziale_Medien&amp;diff=2412</id>
		<title>Soziale Medien</title>
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		<updated>2026-04-21T10:12:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|'''Datum'''&lt;br /&gt;
|'''Typ'''&lt;br /&gt;
|'''Bild'''&lt;br /&gt;
|'''Posting'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[15.05.2025]]&lt;br /&gt;
| Throwback Thursday&lt;br /&gt;
| [[Bild:AdfFRI-AV-FOT-1934-02 FOT8 20250501182136 erster landessamariterkurs 1934.png|400 px|link=Der erste Tiroler Landessamariterkurs 1934]]&lt;br /&gt;
| Am heutigen #throwbackthursday blicken wir zurück auf den ersten Versuch, die Ausbildung von Sanitäter:innen tirolweit zu vereinheitlichen. Auf unserem Foto sehen wir die 35 Teilnehmer des ersten „Landessamariterkurses“ („Samariter“ = veraltet für „Sanitäter”). Der Kurs dauerte vom 18. – 21. Oktober 1934 und wurde vom „Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“ organisiert.  Dieser wurde auf Initiative der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet. Das Ziel: Es sollten in ganz Tirol Rettungsabteilungen errichtet und das Tiroler Rettungswesen vereinheitlicht werden.&lt;br /&gt;
Ganz besonders wichtig war dabei die ärztliche Ausbildung von Sanitätern. Das Programm umfasste Vorträge u. a. von Professoren der Universitätsklinik Innsbruck sowie tägliche Übungen im Anlegen von Verbänden und in der Benutzung von Transportmitteln. Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Anatomischen Institutes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Foto: [https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtarchiv ⇨ ''Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck''], Sammlung Walter Kreutz)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid0333Q3GXfYjdeEbZQBHRBekxZ7KJnNzHyCA954mnJeUi8vsHhvhiBAP4rt3rqADseKl?locale=de_DE ⇨ Facebook]&amp;lt;br&amp;gt;[https://www.instagram.com/p/DJrh1HhOl3O/ ⇨ Instagram]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[16.04.2026]]&lt;br /&gt;
| Throwback Thursday&lt;br /&gt;
| [[Bild: AV-FOT-1912-05-12-27 FOT7 20260414192239r schauuebung linxweiler.png|440px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/7/7f/AV-FOT-1912-05-12-27_FOT7_20260414192239r_schauuebung_linxweiler.png]]&lt;br /&gt;
| Schon vor über 100 Jahren zeigten Einsatzorganisationen bei Schauübungen, was sie draufhaben. In Innsbruck sorgte damals ein ganz besonderes Gerät für Aufmerksamkeit: der „Linxweiler’sche Einlagerungsapparat&amp;quot;. 👍️&lt;br /&gt;
Bei einer Schauübung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahr 1912 wurde der Aufbau und die Funktion dieses cleveren Systems präsentiert – sogar Erzherzog Eugen schaute persönlich vorbei und ließ sich alles genau erklären. 👀&lt;br /&gt;
Der „Linxweiler“ war für den Massentransport von Verwundeten per Eisenbahn gedacht: modular, stoßgedämpft und sicher. Ein wichtiger Bestandteil des damaligen Kriegssanitätswesens: Der „Linxweiler“ bestand aus metallenen Stützen mit Querstangen, die zwischen Boden und Decke von Güterwaggons eingespreizt wurden. In die Querstangen wurden mehrere Tragen mit Schleifen eingehängt - ein starkes Beispiel für frühe humanitäre Hilfe.❤️&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Foto: Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag [[Leo Stainer]]''. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid02eZHzEDaFDprjXWeAF6UposbDKposwv5M7Fqcff66mscu76UfGDqepcfYi3rmHjhrl ⇨ Facebook]&amp;lt;br&amp;gt;[https://www.instagram.com/p/DXMs9tLCO99/?img_index=1 ⇨ Instagram]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
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		<updated>2026-04-21T10:02:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag Leo Stainer''. – ''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck''.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Aufbau eines „Linxweiler'schen Eisenbahneinlagerungsapparates“ durch Mitglieder der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck bei einer Schauübung am 12.05.1912 in der Ausstellungshalle zu Innsbruck. – Fotografie (Bildpostkarte), s/w, 14 x 9 cm. – ''Kunstverlag [[Leo Stainer]]''. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Exponat_des_Monats_10/2016&amp;diff=2410</id>
		<title>Exponat des Monats 10/2016</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Exponat_des_Monats_10/2016&amp;diff=2410"/>
		<updated>2026-04-19T09:30:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;sup&amp;gt;Im ⇨ [[Online-Museum|Online-Museum]] wird jeden Monat ein Gegenstand aus dem ⇨ [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck]] vorgestellt.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' beim Entladen eines Verwundetenzuges am Innsbrucker Hauptbahnhof im Jahre 1916. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:RKT1916_1_13_RKT-20140526123128_r_lokal-krankentransport-kolonne.png|none|800 px|framed|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/3/33/RKT1916_1_13_RKT-20140526123128_r_lokal-krankentransport-kolonne.png|&amp;lt;sup&amp;gt;''Karl Dornach'': Lokal-Krankentransport-Kolonne vom Roten Kreuze, Ansichtskarte, s/w, 12x9 cm, Innsbruck: Kunstverlag [[Leo Stainer]], 1916.&amp;lt;/sup&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Mit Beginn des ''Ersten Weltkriegs'' Anfang August 1914, wurde für die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' ein bereits 1892 zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' abgeschlossenes Abkommen schlagend, durch das sich die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfall zur Hilfeleistung für Militärangehörige verpflichteten. Konkret bestand die Hilfeleistung im Ent- und Beladen von Verwundetenzügen und in der Versorgung durchreisender Verwundeter. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits am 8.8., wenige Tage nach der allgemeinen Mobilisierung am 1., rief die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Feuerwehren zum sog. „Verwundetenabschub“ auf den Bahnhöfen auf. Aufgrund Personalmangels infolge der Einberufungen – schon im ersten Kriegsjahr musste die Hälfte der aktiven Mitglieder der Rettungsabteilung einrücken – wurde die Zivilbevölkerung mit Anschlägen und Zeitungsannoncen zur Mithilfe aufgerufen. „[J]unge, kräftige, noch nicht militärdienstpflichtige Männer“ [Innsbrucker Nachrichten (1914) 61, Nr. 201, 14.08.1914, S. 7] sollten sich an der Privat- und Geschäftsadresse von Obmann ''[[Leo Stainer]]'' in der Maria-Theresien-Straße 38 melden. Aufgeteilt auf mehrere Termine wurden sie im zweiten Hof des Neuen Rathauses, wo die ''Rettungsabteilung'' ihre Wache hatte, gemustert und auf das Heben und Tragen von Verwundeten sowie die Handhabung der Geräte eingeschult. Zu dieser Zeit häuften sich die Schulungsvorträge ''[[Dr. Viktor Tschamler]]s'' zu einschlägigen Themen: „Verbands- und Transportimprovisationen“, „Verwundetentransporte und Schutzpockenimpfung“, „Labedienst bei durchfahrenden Verwundetentransporten“. Auch eine gemeinsame Übung aller an den Verwundetentransporten Beteiligten wurde durchgeführt. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Transportmittel standen der ''Rettungsabteilung'' selbst nur drei Pferdewagen in Landauerbauform zur Verfügung. Deswegen musste auch hier die Zivilbevölkerung mit Privatautomobilen, Handbrückenwagen, Räderbahren, Rollstühlen, Tragbahren und anderen Transportgeräten aushelfen. Allerdings mussten auch Wagen, die normalerweise von Pferden bewegt wurden. aus Mangel an Bespannung großteils von der Mannschaft gezogen werden. Zusätzlich richtete man zehn „Nottransportliegewagen“ ein. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele dieser Hilfsmittel wurden von Unternehmen und Standesvertretungen beigesteuert. So überließ 1915 der Besitzer der ''Glasschleiferei Wattens'', ''Daniel Swarovski I'', der ''Rettungsabteilung'' ihren ersten Sanitätskraftwagen „in freien Betrieb”. Der Wagen war im Wattener Werk ergänzend zu einem dort betriebenen Notlazarett aufgebaut worden. Wegen des kriegsbedingten Zusammenbruches der Außenhandelsbeziehungen war die Glasschleiferei zunehmend dazu übergegangen, Material, das man nicht mehr geliefert bekam, selbst herzustellen. Ein Brauch, der bis heute beibehalten wird. Von der ''Rettungsabteilung'' wurde der Wagen noch mit einer zweiten Liege und anderen Ergänzungen versehen. Der Kraftfahrer, die Betriebsstoffe und die Reparaturen wurden vom ''K. u. k. Kriegsministerium'' gestellt. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwundetenzüge kamen bei Tag und bei Nacht. Bereits im zweiten Kriegsjahr 1915 waren 15570 Mann bei 242 Verwundetenabschüben transportiert worden. Gegen Ende 1916 waren es 34425 und bis zum Ende des Krieges 1918 61027 Soldaten. Die Verletzten wurden von der ''Rettungsabteilung'' und ihren zivilen Helfern entweder nach Hause, in eines der der Pflege von Verwundeten gewidmeten Spitäler oder von dort zu den Zügen verbracht. Neben dem ''k. u. k. Garnisonsspital'' und dem ''k. u. k. klinischen Reservespital'' wurden 1917/18 in Innsbruck noch 12 Reservespitäler und 19 Notreservespitäler betrieben. Davon standen das ''Vereinsreservespital vom Roten Kreuz'' im ''Pädagogium'' (heute: [https://www.openstreetmap.org/way/562015220 ''Bundesoberstufenrealgymnasium Fallmerayerstraße'']) und das Notreservespital [https://www.openstreetmap.org/way/106298567 ''Schloss Mentlberg''] unter der Verwaltung des ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol'', des Tiroler Ablegers der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den jungen Männern, die sich damals zu den Verwundetenabschüben am Innsbrucker Hauptbahnhof meldeten, befand sich der spätere Obmann der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ''[[Karl Kačičnik]]''. Er war 1915 als Mittelschüler einem der Aufrufe der ''Rettungsabteilung'' zum Bahnhofsabschub an den Gymnasien gefolgt. Siebzehn Jahre später wird er in der Festschrift der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' aus Anlass ihres 25-jährigen Bestandsjubiläums einen eindrücklichen Bericht über den Ablauf der Transporte abliefern:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der größte Teil der [[Der barmherzige Samariter|Samariter]] war 1915 bereits zum Kriegsdienst eingezogen, ein kläglicher Rest versuchte nach besten Kräften den schweren Dienst auch weiterhin klaglos durchzuführen. Nach der ersten großen Isonzoschlacht stieg jedoch die zu bewältigende Arbeit ins Uferlose an. Ein Zug löste den andern ab, jeder war mit Schwerverletzten überfüllt, die, je nach ihrer Verletzung, sofort in die verschiedenen Kliniken und Notspitäler transportiert werden mußten. Am Rückweg zum Bahnhof waren aus den Reservespitälern Leichtverletzte und Genesende zu übernehmen und in einen bereitstehenden Krankenzug zu verladen. Bis zum letzten Platz gefüllt, ging der Zug weiter ins Hinterland ab und schon rollte ein neuer Zug, vom Brenner kommend, in den Bahnhof. So ging es Tag für Tag, Nacht für Nacht. […] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hin und wieder knurrte wohl der Magen ganz bedenklich – die Verpflegung war nicht sehr reichlich, oft hatten wir überhaupt nicht Zeit zum Essen, doch wer fragte viel danach, es gab ja so viel zu sehen und zu lernen. Dann gab es für uns noch was ganz besonders Feines! Das Reservespital Mentelberg [sic]! Einen Transport dorthin mitmachen zu dürfen, war für jeden eine ganz ungewöhnliche Belohnung. Schloß Mentelberg [sic] war als Lungenheilstätte in Verwendung und aus diesem Grunde mit der Verpflegung nach damaligen Begriffen ganz vorzüglich gestellt. Brachten wir einen Patienten hinaus, dann war es für die von uns als gütige Feen verehrten Pflegerinnen eine besondere Freude, uns Jungens mit allerhand Leckerbissen zu füttern. Ein Stück Schinken oder kalter Braten und Semmeln, richtige weiße Semmeln! Kein Wunder, daß hin und wieder förmliche Kämpfe unter uns entstanden, um die Frage zu klären, wer beim nächsten Transport mitfahren dürfe. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Isonzooffensive brachte uns womöglich noch mehr Arbeit, besonders Nachtarbeit; denn der Großteil der Verwundetenzüge kam nach Mitternacht. Drei Tage und Nächte kamen wir nicht mehr nach Hause, nicht aus den Kleidern. In den kurzen Ruhepausen schliefen wir todmüde auf der Tragbahre; kurz vorher starb auf ihr erst ein Schwerverwundeter oder lag ein Typhus- oder Ruhrkranker darauf. Was kümmerte dies uns, wir schliefen traumlos, bis der schrille Pfiff des einfahrenden Verwundetenzuges uns wieder weckte. Einen Schluck schwarzen Kaffee und wir waren wieder zu neuer Arbeit bereit.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;''Kačičnik, Karl'': Kriegshilfsdienst. In: 25 Jahre Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck, 20 Jahre Tiroler Samariterbund. Innsbruck: Selbstverlag, 1932, S. 28-29.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Online-Museum|Zurück zum '''Online-Museum'''!]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Burghard Breitner</title>
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		<updated>2026-03-25T09:37:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. Als Truppenarzt im Ersten Weltkrieg geriet er bereits 1914 in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1920 – angeblich freiwillig, was neuere Forschungsergebnisse in Frage stellen – verblieb und – wie es für kriegsgefangene Ärzte üblich war – als Arzt wirkte. ''Burghard Breitners'' Renommee war nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ungeheuer, er erhielt von der Öffentlichkeit den Beinamen „Engel von Sibirien”, eine Legendenbildung, an der er selbst durchaus mitwirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Rückkehr aus dem ''Ersten Weltkrieg'' galt ''Breitners'' Interesse neben der Chirurgie der Ausbildung von Personal und der Vereinheitlichung von Strukturen im Rettungswesen. Als Vizepräsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' (1932) wie als Präsident des 1928 gegründeten ''Österreichischen Zentralverbandes für Rettungswesen'' (1933) bemühte er sich um die operative Zusammenarbeit beider Organisationen. Als Vorstand der ''Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie'' führte er deren von seinem Vorgänger Egon Ranzi begonnene Öffnung für die Ausbildung von Sanitätern weiter und hielt darüber hinaus notfallmedizinische Schulungsvorträge. Vermutlich folgte ''Burghard Breitner'' ''Egon Ranzi'' 1932 auch als Vizepräsident des ''Landesvereines vom Roten Kreuz für Tirol'' nach, spätestens 1934 ist er in dieser Funktion zweifelsfrei belegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Burghard Breitners'' Rolle im ''Dritten Reich'' stellt sich schillernd dar: Einerseits konnte er als Deutschnationaler am ''Nationalsozialismus'' ideologisch sehr gut andocken und wurde spätestens 1939 gesichert, möglicherweise schon 1932&amp;lt;ref&amp;gt;LFU (Archiv der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Personalakt Burghard Breitner: Personalnachrichten über den Direktor der chirurg. Univ. Klinik Innsbruck Prof. Dr. Burghard Breitner, o. Dat. [1939 – 1945]; in dem von Breitner eigenhändig ausgefüllten Personalbogen wird als Eintrittsdatum in die NSDAP „Nov. 1932 ” mit der Mitgliedsnummer 72.92.580 angegeben. Dem stehen Einträge auf seiner Karteikarte in der NSADP-Mitgliederkartei [vgl. BArch (Bundesarchiv Berlin), BDC MF-Ortsgruppenkartei, R 9361, VIII/Kartei C0145, Burghard Breitner: Aufnahme beantragt am 16.12.1938, Aufnahme am 1.12.1939, Mitgliedsnummer 7.292.58, zit. N. Ina Friedmann, „Man könnte direkt zweifeln, ob der Frager oder die&lt;br /&gt;
Befragte schwachsinnig ist!“. Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol-Vorarlberg unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung der Universität Innsbruck.. Endbericht des Forschungsprojektes „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitätskliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Institut für Zeitgeschichte, 2020, https://www.erinnern.at/media/bc24cfe361c141649859e854732d3c35/zwangssterilisierungen-und-zwangskastrationen-im-gau-tirol-vorarlberg.pdf/@@download/file/Zwangssterilisierungen%20und%20Zwangskastrationen%20im%20Gau%20Tirol-%20Vorarlberg.pdf (Zugriff: 12.06.2025, 11:08).]. entgegen. Daher besteht der Verdacht, dass Breitners Personalbogen an dieser Stelle manipuliert wurde, wofür eine vermutete Löschung eines früheren Eintrages mit Tintenkiller hindeuten könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglied der NSDAP, andererseits war seine Stellung als Vorstand der Innsbrucker Chirurgie immer wieder dadurch bedroht, dass ''Breitner'' den vollen Ariernachweis nicht erbringen konnte. Er wurde mehrmals formal zwangspensioniert, verblieb aber realiter in seiner Funktion. Vom hochgradig nationalsozialistisch geprägten Rektor der ''Universität Innsbruck'' ''Harold Steinacker'' unterstützt, gelangte sein Fall bis in die Reichskanzlei, die 1941 – angeblich auch auf Intervention von Emmy Göring&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Breitner, Burghard: Hand an zwei Pflügen. Innsbruck: Inn-Verlag, o. J. [1956], 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; – entschied, ''Breitner'' innerhalb der Wehrmacht (Breitner war beratender Chirurg des Chirurgen des ''XVIII. Armeekorps'') Deutschblütigen gleichzustellen, nicht aber innerhalb der ''NSDAP''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. LFU, Personalakt Burghard Breitner: Brief von Hans Heinrich Lammers, Leiter der Reichskanzlei, an Burghard Breitner vom 26.07.1941, Abschrift vom 20.08.1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Davon unbeschadet wurde er qua seiner Funktion „ad personam“ ermächtigt, an der Innsbrucker Chirurgie gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierungen und -kastrationen vorzunehmen. Ein Quellennachweis dafür, dass Breitner selbst Zwangssterilisierungen und -kastrationen durchführte, existiert – bei allerdings allgemein schlechter Quellenlage – nicht, er schlug aber durchaus Maßnahmen vor, um die Abläufe zu optimieren. ''Burghard Breitner'' trug in seiner Funktion als Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' jedenfalls die Verantwortung für die Durchführung von mindestens 40 belegbaren Eingriffen zur Zwangssterilisation und -kastration. Neben Breitners Rolle im Rahmen der Erbgesundheitspolitik im Gau Tirol-Vorarlberg wirft seine Rolle bei der Austestung eines von SS-Lagerarzt ''Sigmund Rascher'' entwickelten Blutstillungsmedikamentes an der Innsbrucker Chirurgie ethische Fragen auf. ''Rascher'' hatte das Medikament im ''Außenlager Lochau'' des ''Konzentrationslagers Dachau'' entwickelt und es getestet, indem er Gefangene anschoss. Er wurde später verhaftet, das Medikament von ''Kurt Plötner'' weiterentwickelt. Der Oxforder Medizinhistoriker ''Paul Weindling'', der den Fall untersuchte, gab 2016, kurz nachdem er zu einem Forschungsaufenthalt in ''Innsbruck'' gewesen war, folgende Einschätzung ab: „I presume that Breitner only tested the product while conducting operations, and that he did this with due care. That the initial contact was with Rascher shows that Breitner did not see a problem with dealing with an SS physician at Dachau. This could be seen as ethically a problem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Weindling, Paul: Re: Burghard Breitner and the Faculty of Medicine of the University of Innsbruck, E-Mail an Ernst Pavelka vom 06.12.2016, 22:11 Uhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch des ''Dritten Reiches'' wurde ''Burghard Breitner'' im Jahre 1946 als nach dem ''Verbotsgesetz vom 08.05.1945'' registrierungspflichtiger ehemaliger Nationalsozialist seiner Stelle als Professor der ''Universität Innsbruck'' enthoben. Wohl ausgelöst durch das nun folgende Volksgerichtsverfahren (NS-Registrierungsverfahren, vulgo „Entnazifizierungsverfahren“) trat er im September 1946 als Präsident des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zurück. Nachdem es ihm gelungen war, wahrheitswidrig glaubhaft zu machen, dass er niemals Mitglied der NSDAP gewesen sei bzw. von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP nichts gewusst habe, wurde er aus der Liste der registrierungspflichtigen Nationalsozialisten komplett gestrichen. 1948 rehabilitierte ihn der Landesverband und die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ernannte ihn zum Ehrenmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ''Burghard Breitner'' Präsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'', 1952/53 Rektor der ''Universität Innsbruck''. Bei der Bundespräsidentenwahl 1951 kandidierte er als Parteiloser auf Vorschlag des ''Verbandes der Unabhängigen'' (VDU), der Vorgängerpartei der heutigen FPÖ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Burghard Breitner 1956 verstarb, stellte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' Totenwache und Sargträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Ernst Pavelka'', 27.03.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Burghard Breitner</title>
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		<updated>2026-03-25T09:35:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. Als Truppenarzt im Ersten Weltkrieg geriet er bereits 1914 in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1920 – angeblich freiwillig, was neuere Forschungsergebnisse in Frage stellen – verblieb und – wie es für kriegsgefangene Ärzte üblich war – als Arzt wirkte. ''Burghard Breitners'' Renommee war nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ungeheuer, er erhielt von der Öffentlichkeit den Beinamen „Engel von Sibirien”, eine Legendenbildung, an der er selbst durchaus mitwirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Rückkehr aus dem ''Ersten Weltkrieg'' galt ''Breitners'' Interesse neben der Chirurgie der Ausbildung von Personal und der Vereinheitlichung von Strukturen im Rettungswesen. Als Vizepräsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' (1932) wie als Präsident des 1928 gegründeten ''Österreichischen Zentralverbandes für Rettungswesen'' (1933) bemühte er sich um die operative Zusammenarbeit beider Organisationen. Als Vorstand der ''Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie'' führte er deren von seinem Vorgänger Egon Ranzi begonnene Öffnung für die Ausbildung von Sanitätern weiter und hielt darüber hinaus notfallmedizinische Schulungsvorträge. Vermutlich folgte ''Burghard Breitner'' ''Egon Ranzi'' 1932 auch als Vizepräsident des ''Landesvereines vom Roten Kreuz für Tirol'' nach, spätestens 1934 ist er in dieser Funktion zweifelsfrei belegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Burghard Breitners'' Rolle im ''Dritten Reich'' stellt sich schillernd dar: Einerseits konnte er als Deutschnationaler am ''Nationalsozialismus'' ideologisch sehr gut andocken und wurde spätestens 1939 gesichert, möglicherweise schon 1932&amp;lt;ref&amp;gt;LFU (Archiv der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Personalakt Burghard Breitner: Personalnachrichten über den Direktor der chirurg. Univ. Klinik Innsbruck Prof. Dr. Burghard Breitner, o. Dat. [1939 – 1945]; in dem von Breitner eigenhändig ausgefüllten Personalbogen wird als Eintrittsdatum in die NSDAP „Nov. 1932 ” mit der Mitgliedsnummer 72.92.580 angegeben. Dem stehen Einträge auf seiner Karteikarte in der NSADP-Mitgliederkartei [vgl. BArch (Bundesarchiv Berlin), BDC MF-Ortsgruppenkartei, R 9361, VIII/Kartei C0145, Burghard Breitner: Aufnahme beantragt am 16.12.1938, Aufnahme am 1.12.1939, Mitgliedsnummer 7.292.58, zit. N. Ina Friedmann, „Man könnte direkt zweifeln, ob der Frager oder die&lt;br /&gt;
Befragte schwachsinnig ist!“. Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol-Vorarlberg unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung der Universität Innsbruck.. Endbericht des Forschungsprojektes „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitätskliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Institut für Zeitgeschichte, 2020, https://www.erinnern.at/media/bc24cfe361c141649859e854732d3c35/zwangssterilisierungen-und-zwangskastrationen-im-gau-tirol-vorarlberg.pdf/@@download/file/Zwangssterilisierungen%20und%20Zwangskastrationen%20im%20Gau%20Tirol-%20Vorarlberg.pdf (Zugriff: 12.06.2025, 11:08).]. entgegen. Daher besteht der Verdacht, dass Breitners Personalbogen an dieser Stelle manipuliert wurde, wofür eine vermutete Löschung eines früheren Eintrages mit Tintenkiller hindeuten könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglied der NSDAP, andererseits war seine Stellung als Vorstand der Innsbrucker Chirurgie immer wieder dadurch bedroht, dass ''Breitner'' den vollen Ariernachweis nicht erbringen konnte. Er wurde mehrmals formal zwangspensioniert, verblieb aber realiter in seine Funktion. Vom hochgradig nationalsozialistisch geprägten Rektor der ''Universität Innsbruck'' ''Harold Steinacker'' unterstützt, gelangte sein Fall bis in die Reichskanzlei, die 1941 – angeblich auch auf Intervention von Emmy Göring&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Breitner, Burghard: Hand an zwei Pflügen. Innsbruck: Inn-Verlag, o. J. [1956], 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; – entschied, ''Breitner'' innerhalb der Wehrmacht (Breitner war beratender Chirurg des Chirurgen des ''XVIII. Armeekorps'') Deutschblütigen gleichzustellen, nicht aber innerhalb der ''NSDAP''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. LFU, Personalakt Burghard Breitner: Brief von Hans Heinrich Lammers, Leiter der Reichskanzlei, an Burghard Breitner vom 26.07.1941, Abschrift vom 20.08.1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Davon unbeschadet wurde er qua seiner Funktion „ad personam“ ermächtigt, an der Innsbrucker Chirurgie gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierungen und -kastrationen vorzunehmen. Ein Quellennachweis dafür, dass Breitner selbst Zwangssterilisierungen und -kastrationen durchführte, existiert – bei allerdings allgemein schlechter Quellenlage – nicht, er schlug aber durchaus Maßnahmen vor, um die Abläufe zu optimieren. ''Burghard Breitner'' trug in seiner Funktion als Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' jedenfalls die Verantwortung für die Durchführung von mindestens 40 belegbaren Eingriffen zur Zwangssterilisation und -kastration. Neben Breitners Rolle im Rahmen der Erbgesundheitspolitik im Gau Tirol-Vorarlberg wirft seine Rolle bei der Austestung eines von SS-Lagerarzt ''Sigmund Rascher'' entwickelten Blutstillungsmedikamentes an der Innsbrucker Chirurgie ethische Fragen auf. ''Rascher'' hatte das Medikament im ''Außenlager Lochau'' des ''Konzentrationslagers Dachau'' entwickelt und es getestet, indem er Gefangene anschoss. Er wurde später verhaftet, das Medikament von ''Kurt Plötner'' weiterentwickelt. Der Oxforder Medizinhistoriker ''Paul Weindling'', der den Fall untersuchte, gab 2016, kurz nachdem er zu einem Forschungsaufenthalt in ''Innsbruck'' gewesen war, folgende Einschätzung ab: „I presume that Breitner only tested the product while conducting operations, and that he did this with due care. That the initial contact was with Rascher shows that Breitner did not see a problem with dealing with an SS physician at Dachau. This could be seen as ethically a problem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Weindling, Paul: Re: Burghard Breitner and the Faculty of Medicine of the University of Innsbruck, E-Mail an Ernst Pavelka vom 06.12.2016, 22:11 Uhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch des ''Dritten Reiches'' wurde ''Burghard Breitner'' im Jahre 1946 als nach dem ''Verbotsgesetz vom 08.05.1945'' registrierungspflichtiger ehemaliger Nationalsozialist seiner Stelle als Professor der ''Universität Innsbruck'' enthoben. Wohl ausgelöst durch das nun folgende Volksgerichtsverfahren (NS-Registrierungsverfahren, vulgo „Entnazifizierungsverfahren“) trat er im September 1946 als Präsident des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zurück. Nachdem es ihm gelungen war, wahrheitswidrig glaubhaft zu machen, dass er niemals Mitglied der NSDAP gewesen sei bzw. von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP nichts gewusst habe, wurde er aus der Liste der registrierungspflichtigen Nationalsozialisten komplett gestrichen. 1948 rehabilitierte ihn der Landesverband und die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ernannte ihn zum Ehrenmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ''Burghard Breitner'' Präsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'', 1952/53 Rektor der ''Universität Innsbruck''. Bei der Bundespräsidentenwahl 1951 kandidierte er als Parteiloser auf Vorschlag des ''Verbandes der Unabhängigen'' (VDU), der Vorgängerpartei der heutigen FPÖ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Burghard Breitner 1956 verstarb, stellte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' Totenwache und Sargträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;sup&amp;gt;''Ernst Pavelka'', 27.03.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2407</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-23T15:49:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 wird die ''Landesstelle XVII (Wien)'' und im August die ''Landesstelle XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob es sich bei der Funktion [[Burghard Breitner|''Breitners'']] um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || 1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – ||Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach/Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2406</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-23T15:01:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob es sich bei der Funktion [[Burghard Breitner|''Breitners'']] um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || 1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – ||Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach/Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-23T15:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob es sich bei der Funktion [[Burghard Breitner|''Breitners'']] um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || 1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – ||Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach/Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2404</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2404"/>
		<updated>2025-06-22T22:02:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || 1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – ||Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach/Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ angesprochen, bildeten aber keine vom Landesverband unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:58:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2402</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2402"/>
		<updated>2025-06-22T17:57:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes: Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910 – †1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren. Haidl macht sich die Tatsache zunutze, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet ist und keiner Entnazifizierung bedarf. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl versteht es außerdem, Synergien zu nutzen, und gründet in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnimmt. Die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Jugendkulturwochen sind gleichzeitig im ÖJRK gestaltend tätig. Folgerichtig erscheint auch in Innsbruck die erste ÖJRK-Zeitschrift mit dem Titel „Jungösterreich“. Der damals noch junge Paul Flora (1922 – †2009) übernimmt die Illustration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird. Josef Berti schildert die Anfänge des ÖJRK der zweiten Generation folgendermaßen: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein14, wenn auch die erste Bundesleitung erst ein Jahr später, in der konstituierenden Sitzung vom 14.02.1948 in Wien gewählt und in der Sitzung des Arbeitsausschusses der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz vom 04.05.1948 bestätigt werden sollte15. Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung! Bis zur Annahme eines Statutes wurde mit provisorischen Bezeichnungen für die Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Organisationsstruktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen.16 Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte die Bezeichnung „Bezirksleitungen“ und deren Errichtung interessenterweise zunächst ab, weil man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt und Bedenken hatte, sie personell besetzen zu können. Alternativ wurde die Einsetzung von „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen zu den Bezirken vorgeschlagen.17 Im September 1948 wurde schließlich ein Entwurf für eine Geschäftsordnung des Österreichischen Jugendrotkreuzes vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz einstimmig genehmigt. „Der Entwurf gilt nunmehr als die tatsächliche 'Geschäftsordnung des Österr. Jugendrotkreuzes' und ist für alle Landesleitungen bindend.“18 Ende des Jahres eröffnete die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz für die Bundesleitung des Österreichischen Jugendrotkreuzes auch ein Postsparkassenkonto mit der Nummer 12905.19 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1948 wurde außerdem das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ unter Umbenennung des Titels in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ zum gesamtösterreichischen Blatt. Es bietet erzieherische Hinweise und Behelfe für die Arbeit im Sinne des Jugendrotkreuzes. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es der Landesleitung Tirol nicht möglich, jene Menge Papiers, die aufgrund der Auflagenerhöhung erforderlich ist, bereitzustellen. Die Landesleitungen sollen wegen der Zuteilung von Papier daher bei den Landwirtschaftsämtern vorsprechen. Desgleichen sollten die Landesleitungen die Kosten für die von ihnen bezogenen Exemplare selbst tragen. Das Generalsekretariat des Österreichischen Jugendrotkreuzes schlug daher den Landesleitungen daher vor, sich in der Sache an die jeweiligen Landesverbände wenden und von den Lehrern einen Kostenbeitrag einzuheben. Maßnahmen, die sich letztzlich als nicht mehr notwendig erwiesen, nachdem der Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz sich bereiterklärt hatte, die Kosten für die ersten drei Nummern zu übernehmen. Der Versand der Mitteilungen erfolgte durch die Landesleitung Tirol des ÖJRK an die anderen Landesleitungen, die sie wiederum an die Bezirksleitungen weiterleiten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reorganisation des Österreichischen Jugendrotkreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg ging freilich nicht nur von Tannheim aus, hier fanden im Sommer 1948 auch das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Herausgabe des Mitteilungsblattes standen auch viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit im Zeichen der Bewältigung der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Mangelkrise.   In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:47:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
''Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910–1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidl nutzte die Tatsache, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet war und keiner Entnazifizierung bedurfte. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl gründete in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnahm. Die Mitarbeiter:innen dieser Wochen waren zugleich im ÖJRK tätig. In Innsbruck erschien die erste ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“ mit Illustrationen des damals noch jungen Paul Flora (1922–2009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird.''&lt;br /&gt;
Berti: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung. Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte zunächst Bezirksleitungen ab, da man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt. Stattdessen wurden „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen vorgeschlagen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schreiben von Arthur Haidl an das Generalsekretariat des ÖJRK vom 19.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1948 wurde ein Entwurf für eine Geschäftsordnung vom Arbeitsausschuss einstimmig genehmigt&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ende 1948 eröffnete das Österreichische Rote Kreuz ein Postsparkassenkonto für die Bundesleitung des ÖJRK (Nr. 12905)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rundschreiben 14/1948 vom 17.12.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ wurde im März 1948 in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ umbenannt und als gesamtösterreichische Zeitschrift herausgegeben. Der Versand erfolgte durch die Landesleitung Tirol an die anderen Landesleitungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1948 fand in Tannheim das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt. Viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit standen im Zeichen der Bewältigung der Mangelkrise. In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2400</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:46:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
''Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910–1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidl nutzte die Tatsache, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet war und keiner Entnazifizierung bedurfte. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl gründete in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnahm. Die Mitarbeiter:innen dieser Wochen waren zugleich im ÖJRK tätig. In Innsbruck erschien die erste ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“ mit Illustrationen des damals noch jungen Paul Flora (1922–2009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird.''&lt;br /&gt;
Berti: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung. Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte zunächst Bezirksleitungen ab, da man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt. Stattdessen wurden „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen vorgeschlagen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schreiben von Arthur Haidl an das Generalsekretariat des ÖJRK vom 19.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1948 wurde ein Entwurf für eine Geschäftsordnung vom Arbeitsausschuss einstimmig genehmigt&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ende 1948 eröffnete das Österreichische Rote Kreuz ein Postsparkassenkonto für die Bundesleitung des ÖJRK (Nr. 12905)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rundschreiben 14/1948 vom 17.12.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ wurde im März 1948 in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ umbenannt und als gesamtösterreichische Zeitschrift herausgegeben. Der Versand erfolgte durch die Landesleitung Tirol an die anderen Landesleitungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1948 fand in Tannheim das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt. Viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit standen im Zeichen der Bewältigung der Mangelkrise. In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2399</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2399"/>
		<updated>2025-06-22T17:46:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichisches Jugendrotkreuz Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, 1922/23 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Jugendrotkreuzbewegungen vor allem in den USA, aber auch in Australien, die nach Ende des ''Ersten Weltkrieges'' österreichische Kinder mit kleinen Geschenken und Briefen bedachten, entwickelte ein von einer Delegierten des ''American Junior Red Cross'' beratener Vorbereitungsausschuss im April 1922 das erste Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Am 12. Feber 1923 fand auf Einladung des Präsidenten der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' die Gründungsversammlung statt. Grundgedanke der neuen Organisation war, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente zugunsten Hilfsbedürftiger einsetzen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Barbara Wankmüller'', die für die Wiedergründung des ''Österreichischen Jugendrotkreuzes'' nach dem ''Zweiten Weltkrieg'' zentrale Persönlichkeiten interviewt hat, beschreibt die Entstehung folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Berti, langjähriger Landessekretär und Chefredakteur der ehemaligen ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“, berichtet von den legendenhaft anmutenden Anfängen des ÖJRK Folgendes:&lt;br /&gt;
''Im Winter 1946 schicken die USA Hilfsgüter nach Tirol, darunter einen Eisenbahnwaggon voll Wolle und Berge von Stoffballen mit der Bestimmung für Kinder und Jugendliche in Tirol. Der gerade eben aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte gebürtige Elbigenalper Arthur Haidl (1910–1979), späterer Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck, hat die Idee, die Verteilung der Güter den Schulen zu übertragen […]. Es entstehen im Nu Kleidungsstücke aus der Wolle und den Stoffen, und diese werden an die verteilt, die zu wenig davon haben: Die bis heute bestehende Aktion „Schüler helfen Schülern“ ist geboren.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidl nutzte die Tatsache, dass der Name Jugendrotkreuz politisch unbelastet war und keiner Entnazifizierung bedurfte. Diese Aktion wertet Berti als den Startschuss des ÖJRK der zweiten Generation. Haidl gründete in der Folge auch die Österreichischen Jugendkulturwochen, an denen die Spitze der österreichischen freischaffenden Autor:innen der Nachkriegszeit teilnahm. Die Mitarbeiter:innen dieser Wochen waren zugleich im ÖJRK tätig. In Innsbruck erschien die erste ÖJRK-Zeitschrift „Jungösterreich“ mit Illustrationen des damals noch jungen Paul Flora (1922–2009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Was dem Ungeist des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen ist, hat Arthur Haidl 1947 in Tannheim wiederbelebt. Auf seine Einladung hin treffen sich im Vereinshaus des Dorfes ca. 150 Menschen aus dem Schulwesen in leitender Funktion zu einer einwöchigen Tagung, als deren wichtigstes Ergebnis die Einleitung jenes Prozesses betrachtet werden kann, der in der formalen Wiedergründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes endet – und damit gleichzeitig der Beginn einer blühenden Organisation wird.''&lt;br /&gt;
Berti: „Getagt wurde in einem Zelt, genächtigt (wahrscheinlich) in einem Gasthaus. Doch die Spuren sind verweht. Es wurde nämlich kein Protokoll hinterlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wankmüller, Barbara: Das Österreichische Jugendrotkreuz reloaded: Eine Erfolgsgeschichte mit Außerferner Starthilfe. In: Extra Verren. Jahrbuch des Museumsvereines des Bezirkes Reutte (2022) 17, S. 161–168, hier S. 163f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens im Feber 1947 dürfte das Österreichische Jugendrotkreuz Tirol in Tannheim neu erstanden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRKT, Zehnjahresfeier TJRK 11.10.1957, F, 2: Landesleitung Tirol des Österreichischen Jugendrotkreuzes (Hg.): 10 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz in Tirol. Wie dienen und helfen. 1947–1957. Ein Bericht. Innsbruck: Selbstverlag, Typ: Wagner, 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wenn auch die erste Bundesleitung erst am 14.02.1948 in Wien gewählt und am 04.05.1948 vom Arbeitsausschuss der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz bestätigt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRKT, Generalsekretariat Rundschreiben 1947/48–1967/1968, Rundschreiben 3/1948 vom 07.04.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt existierten weder Statut noch Geschäftsordnung. Bis zur Annahme eines Statuts wurde mit provisorischen Bezeichnungen für Dienststellen und Funktionen gearbeitet. Diese enthielten bereits die spätere Struktur aus Bundesleitung, Generalsekretariat, Landes- und Bezirksleitungen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tiroler Jugendrotkreuz lehnte zunächst Bezirksleitungen ab, da man diese in der Aufbauphase für verfrüht hielt. Stattdessen wurden „Bezirksvertrauenspersonen“ als Verbindungsstellen vorgeschlagen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schreiben von Arthur Haidl an das Generalsekretariat des ÖJRK vom 19.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1948 wurde ein Entwurf für eine Geschäftsordnung vom Arbeitsausschuss einstimmig genehmigt&amp;lt;ref&amp;gt;ÖJRK, Generalsekretariat Rundschreiben 5/1948 vom 12.05.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ende 1948 eröffnete das Österreichische Rote Kreuz ein Postsparkassenkonto für die Bundesleitung des ÖJRK (Nr. 12905)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rundschreiben 14/1948 vom 17.12.1948.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mitteilungsblatt „Tiroler Jugendrotkreuz“ wurde im März 1948 in „Österreichisches Jugendrotkreuz – Arbeitsblätter für Erzieher“ umbenannt und als gesamtösterreichische Zeitschrift herausgegeben. Der Versand erfolgte durch die Landesleitung Tirol an die anderen Landesleitungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1948 fand in Tannheim das erste Internationale Sommertreffen sowie die zweite Bundestagung statt. Viele Tätigkeiten des Jugendrotkreuzes in der Nachkriegszeit standen im Zeichen der Bewältigung der Mangelkrise. In der Festschrift zum 25-jährigen Bestandsjubiläum heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Not der Zeit entsprechend trat das Jugendrotkreuz zuerst durch karitative Leistungen in Erscheinung. So wurden damals unter anderem Schuh- und Milchaktionen durchgeführt, Spenden des amerikanischen Roten Kreuzes waren die Grundlage dafür. Über 1000 Schülerinnen beteiligten sich an einer Wollaktion. In vielen Arbeitsstunden konnten so Kindersachen hergestellt werden. Aus der ersten Sammlung nach dem Krieg wurden S 36.000.— für eine Ferienaktion zur Verfügung gestellt. Bald darauf erbrachte eine andere Sammlung, diesmal für Rußlandheimkehrer, S 50.000.—. Nachher wurden die Aktionen vielfältiger, sie reichten von Holzaktionen für alte Frauen bis zur Hilfe für Bergbauernkinder. Seit dem Jahr 1948 führt das Tiroler Jugendrotkreuz mit dem Christkindl- und Nikolauseinzug zwei Weihnachtsaktionen durch, die für die Landeshauptstadt zur Tradition geworden sind.''&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes; o. O. [Innsbruck]: o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Das_Rote_Kreuz_Tirol&amp;diff=2398</id>
		<title>Das Rote Kreuz Tirol</title>
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		<updated>2025-06-22T17:39:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1879&lt;br /&gt;
| Gründung des Frauenhilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1880&lt;br /&gt;
| Gründung des Landeshilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1891&lt;br /&gt;
| Zusammenschluss zum Patriotischen Landes- und Frauenshilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1907&lt;br /&gt;
| Gründung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1912&lt;br /&gt;
| Gründung des Deutsch-tirolischen Samariterlandesverbandes (Tirol Samariterbund vom Roten Kreuz)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1922&lt;br /&gt;
| Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1932&lt;br /&gt;
| Umbenennung des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol in Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, Übernahme eines neuen Rahmenstatus der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1938&lt;br /&gt;
| Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz, Errichtung des Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1945&lt;br /&gt;
| Gründung des [[Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes|''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'']]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1947&lt;br /&gt;
| Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes Tirol und von da aus Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Rot-Kreuz-Museum_Innsbruck&amp;diff=2397</id>
		<title>Rot-Kreuz-Museum Innsbruck</title>
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		<updated>2025-06-22T17:35:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Geschichte des Roten Kreuzes Tirol */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
⇨ [https://www.roteskreuz-innsbruck.at Österreichisches Rotes Kreuz Innsbruck]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''''Rotkreuz-Museum Innsbruck''''' existiert derzeit '''lediglich im weltweiten Netz'''. Es nährt sich aus Materialien des [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] und versteht sich als '''Work-in-Progress'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Jubiläen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jubiläumsbeiträge|⇨ ''Beiträge zu vergangenen Jubiläen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Marie Gabrielle Lodron|95 Jahre Verleihung der Florence-Nightingale-Medaille an und 60. Todestag von Marie Gabrielle Lodron]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: 2020-03-04-02 20200304155259 r marie gabrielle lodron auszeichnung 1915 cut.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Marie_Gabrielle_Lodron]]&lt;br /&gt;
| [[Marie Gabrielle Lodron|''Marie Gabrielle Lodron'']] (14.11.1880 – 14.06.1964) war eine Tiroler Berufskrankenschwester, die vor allem für ihre Leistungen im Rahmen der Sanitätsversorgung während des ''Ersten Weltkrieges'' am 02.07.1929 mit der ''Florence-Nightingale-Medaille'', der höchsten Auszeichung des ''Internationalen Roten Kreuzes'' für Pflegekräfte, geehrt worden war.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Karl Pobitzer|60 Jahre Obmann Ing. Karl Pobitzer – der „Haus- und Hofbaumeister“ des Roten Kreuzes Innsbruck]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: AmtsT-PobI-FOT-22 20240416073652 portrait.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Karl_Pobitzer]]&lt;br /&gt;
| [[Karl Pobitzer|''Ing. Karl Pobitzer'']] (27.05.1923 – 03.02.2009) war mit 25 Funktionsjahren der nach Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' (32 Jahre) am längsten gedient habende Obmann des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Am 10.04.1964 hatte sich seine Wahl zum, am 29.05.1964 der Beginn seiner ersten Amtsperiode als Obmann zum 60. Mal gejährt. Unter die Zeit seiner Obmannschaft fallen Ausbau und Errichtung zenraler Tätigkeitsbereiche des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Sein größtes Projekt aber war sicherlich die Planung und Umsetzung des Neubaues des Rettungsheimes der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''] am ''Tivoli''. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964|60 Jahre Olympische Winterspiele in Innsbruck (29.01. – 09.02.1964)]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: Olympiade 1964 02.png|thumb|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964]]&lt;br /&gt;
| Bei den 1964 in Innsbruck ausgetragenen IX. Olympischen Winterspielen stellte die [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] gemeinsam mit den ''Rotkreuz-Bezirksstellen'' ''Innsbruck-Land'', ''Solbad Hall'', ''Telfs'', ''Reutte'', ''Landeck'' und ''Imst'' sowie der ''„Burghard-Breitner-Gruppe“'' des ''Jugendrotkreuz''es ihre erste Großambulanz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Größenordnung des Einsatzes war für die damalige Zeit neu und stellte an die beteiligten Organisationen erhebliche Anforderungen. Diese führten allerdings auch zu einem Erfahrungsschub und einer Modernisierung von Teilen der Ausrüstung. Erste Erfahrungen mit Großambulanzen konnten gemeinsam mit dem Roten Kreuz ''Solbad Hall'' und der ''Ortsstelle Seefeld'' des ''Roten Kreuzes Innsbruck-Land'' bereits bei der ''Vorolympiade'' ein Jahr vor den eigentlichen Spielen gesammelt werden.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Veranstaltungen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Veranstaltungen | ⇨ ''Vergangene Veranstaltungen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leo Stainer und das Rettungswesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Pavelkae bueste leo stainer.png|thumb|225 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5a/Pavelkae_bueste_leo_stainer.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''[[Leo Stainer]]'' (1870–1964), dessen 60. Todestag wir heuer begangen haben, war einer der wichtigsten Gründerväter des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Er wurde als einer der beiden Söhne der Kunstmalerin wie Geschäftsfrau ''Anna Stainer-Knittel'' und des Kunstformers ''Engelbert Stainer'' geboren. Er war der Bruder des Wattener Gemeindearztes, Wohltäters und Heimatforschers ''Dr. Karl Stainer''. Diesem widmet das Museum Wattens noch bis 30. November 2024 eine Sonderausstellung. Im Rahmen eines begleitenden Vortragsprogrammes wird der Archivar des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] [https://www.facebook.com/profile.php?id=61565940219735 ''Ernst Pavelka''] einen Vortrag zu ''[[Leo Stainer]]'' halten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wo:''' [https://www.museum-wattens.com/ ''Museum Wattens''] ([https://www.openstreetmap.org/node/11779145387 ''Wattens, Innsbrucker Straße 2''])&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wann:''' 22. November 2024&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Vortragender:''' ''Ernst Pavelka (Archivar)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;Alle Spendenerlöse der Veranstaltungen kommen der Finanzierung der sozialen Aufgaben des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] sowie des Neubaues unseres ''Rotkreuz-Zentrums Innsbruck'' zugute.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spenden unter:''' https://tir.mein-roteskreuz.at/spenden-helfen/spendenprojekte/neubau-innsbruck&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spendenkonto:''' IBAN AT92 3600 0000 0062 0955&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zur '''[[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Geschichte]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freiwillige Rettung Innsbruck ist – wie viele andere Rettungsdienste in und außerhalb Österreichs auch – aus dem [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Das_fr.C3.BChe_Rettungswesen|'''Feuerwehrwesen''']] hervorgegangen. Von der '''1881''' gegründeten [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Sanit.C3.A4tsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck|'''Sanitätsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''']] führt eine direkte historische Linie über die Gründung der [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|'''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''' im Jahre '''1907''']], die damit auch erstmals den '''öffentlichen Rettungsdienst''' stellte, und deren [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Der_Weg_in_die_Selbst.C3.A4ndigkeit|Ausscheiden aus der Feuerwehr 1925]] zu jenem Verein, der heute [https://www.roteskreuz-innsbruck.at „'''Österreichisches Rotes Kreuz – Freiwillige Rettung Innsbruck'''“] heißt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Tirol =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Rote Kreuz Tirol|Hier]] geht's zur '''[[Das Rote Kreuz Tirol|Geschichte des Roten Kreuzes Tirol]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Online-Museum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:GM204 2-12 R13F1-20130625182753 aeg telefunken telesignal c 02.png|160px|link=Exponat_des_Monats_09/2022]]&lt;br /&gt;
| [[Exponat des Monats 09/2022|Gegenstand des Monats September 2022]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ⇨ [[Online-Museum|'''Online-Museum''']] wird '''monatlich ein ausgewähltes Exponat''' aus den Beständen des ''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck]]'' vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Medien ==&lt;br /&gt;
[[Soziale Medien|⇨ zur Übersicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:AdfFRI-AV-FOT-1934-02 FOT8 20250501182136 erster landessamariterkurs 1934.png|160px|link=Der erste Tiroler Landessamariterkurs 1934]]&lt;br /&gt;
| '''[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid0333Q3GXfYjdeEbZQBHRBekxZ7KJnNzHyCA954mnJeUi8vsHhvhiBAP4rt3rqADseKl?locale=de_DE ⇨ Facebook], [https://www.instagram.com/p/DJrh1HhOl3O/ ⇨ Instagram], am 15.05.2025'''&amp;lt;br&amp;gt;Am heutigen #throwbackthursday blicken wir zurück auf den ersten Versuch, die Ausbildung von Sanitäter:innen tirolweit zu vereinheitlichen. Auf unserem Foto sehen wir die 35 Teilnehmer des ersten „Landessamariterkurses“ („Samariter“ = veraltet für „Sanitäter”). Der Kurs dauerte vom 18. – 21. Oktober 1934 und wurde vom „Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“ organisiert. Dieser wurde auf Initiative der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet. Das Ziel: Es sollten in ganz Tirol Rettungsabteilungen errichtet und das Tiroler Rettungswesen vereinheitlicht werden. Ganz besonders wichtig war dabei die ärztliche Ausbildung von Sanitätern. Das Programm umfasste Vorträge u. a. von Professoren der Universitätsklinik Innsbruck sowie tägliche Übungen im Anlegen von Verbänden und in der Benutzung von Transportmitteln. Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Anatomischen Institutes.&amp;lt;br&amp;gt;(Foto: [https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtarchiv ⇨ Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck], Sammlung Walter Kreutz.) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck 17 deckblatt 80 dpi.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/0/03/Zeit_raum_innsbruck_17_deckblatt_80_dpi.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Das Deutsche Rote Kreuz Freiburg im Breisgau und das Rote Kreuz Innsbruck – Schlaglichter auf eine Partnerschaft'''&amp;lt;br/&amp;gt;In: Freiburg i. Br. – Innsbruck&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 17.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2023, S. 113–140.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck bd14 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/d/db/Zeit_raum_innsbruck_bd14_2017.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''SRD-69D2'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Notizen zur Vor- und Frühgeschichte des Innsbrucker Rettungswesens bis zur Einrichtung des allgemeinen öffentlichen Rettungsdienstes im Jahre 1907.'''&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 14.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2017, S. 47-77.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Band kann beim [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv ''Innsbrucker Stadtarchiv''] oder im '''Büro der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] ([http://www.openstreetmap.org/way/95640809#map=19/47.26001/11.40488 6020 Innsbruck, Sillufer 3]) für EUR 16,–– käuflich erworben werden. Bei Kauf über das [https://roteskreuz-innsbruck.at ''Rote Kreuz Innsbruck''] fließt ein Teil des Erlöses als '''Spende''' dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] zu.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:OERK-JUB-2017-01 cover festschrift 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/bc/RK_110_Festbroschuere_web02.pdf]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Österreichisches Rotes Kreuz, Freiwillige Rettung Innsbruck'' (Hg.)]&lt;br /&gt;
'''Freiwillige Rettung Innsbruck, 1907–2017'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Selbstverlag, 2017.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Festschrift kann im '''Sekretariat der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] gratis bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). Wir freuen uns aber über eine Spende!&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kalender Wagnersche 2022.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/b4/Kalender_Wagnersche_2022.png]]&lt;br /&gt;
|&amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''Rotes Kreuz Innsbruck, Kalender 2022'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Verlag der Wagner'schen Universitätsbuchhandlung, 2021.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kalender kann im [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/service/unser-ausbildungszentrum/ '''Ausbildungszentrum] des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/spenden/ '''Wir freuen uns über eine Spende!''']&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Publikationen|Weitere Publikationen zur Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck und des Innsbrucker Rettungswesens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zum '''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archiv]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 1970er-Jahren wurden vom ehemaligen Dienstleiter Rudolf Stampfer Gegenstände, Fotografien und schriftliche Dokumente, die aus dem Dienstbetrieb der Freiwilligen Rettung Innsbruck unmittelbar erwachsen sind, lose gesammelt. Seit 1991 wird das Archiv als betreute Einrichtung geführt. Auf der folgenden Seite finden Sie die '''Archivgeschichte''', eine '''Bestandsübersicht''' sowie einige '''allgemeine Informationen''' zum Archiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Quellentexte =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Quellentexte|Hier]] geht's zu den '''[[Quellentexte|Quellen]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier entsteht eine '''[[Quellentexte|Sammlung von Quellentexten]]''' sowohl aus dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] als auch aus anderen Archiven, auf die bei Bedarf verwiesen wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Rot-Kreuz-Museum_Innsbruck&amp;diff=2396</id>
		<title>Rot-Kreuz-Museum Innsbruck</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Rot-Kreuz-Museum_Innsbruck&amp;diff=2396"/>
		<updated>2025-06-22T17:34:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
⇨ [https://www.roteskreuz-innsbruck.at Österreichisches Rotes Kreuz Innsbruck]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''''Rotkreuz-Museum Innsbruck''''' existiert derzeit '''lediglich im weltweiten Netz'''. Es nährt sich aus Materialien des [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] und versteht sich als '''Work-in-Progress'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Jubiläen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jubiläumsbeiträge|⇨ ''Beiträge zu vergangenen Jubiläen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Marie Gabrielle Lodron|95 Jahre Verleihung der Florence-Nightingale-Medaille an und 60. Todestag von Marie Gabrielle Lodron]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: 2020-03-04-02 20200304155259 r marie gabrielle lodron auszeichnung 1915 cut.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Marie_Gabrielle_Lodron]]&lt;br /&gt;
| [[Marie Gabrielle Lodron|''Marie Gabrielle Lodron'']] (14.11.1880 – 14.06.1964) war eine Tiroler Berufskrankenschwester, die vor allem für ihre Leistungen im Rahmen der Sanitätsversorgung während des ''Ersten Weltkrieges'' am 02.07.1929 mit der ''Florence-Nightingale-Medaille'', der höchsten Auszeichung des ''Internationalen Roten Kreuzes'' für Pflegekräfte, geehrt worden war.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Karl Pobitzer|60 Jahre Obmann Ing. Karl Pobitzer – der „Haus- und Hofbaumeister“ des Roten Kreuzes Innsbruck]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: AmtsT-PobI-FOT-22 20240416073652 portrait.png|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Karl_Pobitzer]]&lt;br /&gt;
| [[Karl Pobitzer|''Ing. Karl Pobitzer'']] (27.05.1923 – 03.02.2009) war mit 25 Funktionsjahren der nach Gründervater ''[[Leo Stainer]]'' (32 Jahre) am längsten gedient habende Obmann des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Am 10.04.1964 hatte sich seine Wahl zum, am 29.05.1964 der Beginn seiner ersten Amtsperiode als Obmann zum 60. Mal gejährt. Unter die Zeit seiner Obmannschaft fallen Ausbau und Errichtung zenraler Tätigkeitsbereiche des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Sein größtes Projekt aber war sicherlich die Planung und Umsetzung des Neubaues des Rettungsheimes der [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck''] am ''Tivoli''. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964|60 Jahre Olympische Winterspiele in Innsbruck (29.01. – 09.02.1964)]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild: Olympiade 1964 02.png|thumb|80 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php/Die_Großambulanz_zu_den_Olympischen_Winterspielen_1964]]&lt;br /&gt;
| Bei den 1964 in Innsbruck ausgetragenen IX. Olympischen Winterspielen stellte die [[Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_der_Nachkriegszeit|''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'']] gemeinsam mit den ''Rotkreuz-Bezirksstellen'' ''Innsbruck-Land'', ''Solbad Hall'', ''Telfs'', ''Reutte'', ''Landeck'' und ''Imst'' sowie der ''„Burghard-Breitner-Gruppe“'' des ''Jugendrotkreuz''es ihre erste Großambulanz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Größenordnung des Einsatzes war für die damalige Zeit neu und stellte an die beteiligten Organisationen erhebliche Anforderungen. Diese führten allerdings auch zu einem Erfahrungsschub und einer Modernisierung von Teilen der Ausrüstung. Erste Erfahrungen mit Großambulanzen konnten gemeinsam mit dem Roten Kreuz ''Solbad Hall'' und der ''Ortsstelle Seefeld'' des ''Roten Kreuzes Innsbruck-Land'' bereits bei der ''Vorolympiade'' ein Jahr vor den eigentlichen Spielen gesammelt werden.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Veranstaltungen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Veranstaltungen | ⇨ ''Vergangene Veranstaltungen'']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leo Stainer und das Rettungswesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Pavelkae bueste leo stainer.png|thumb|225 px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5a/Pavelkae_bueste_leo_stainer.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''[[Leo Stainer]]'' (1870–1964), dessen 60. Todestag wir heuer begangen haben, war einer der wichtigsten Gründerväter des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck'']. Er wurde als einer der beiden Söhne der Kunstmalerin wie Geschäftsfrau ''Anna Stainer-Knittel'' und des Kunstformers ''Engelbert Stainer'' geboren. Er war der Bruder des Wattener Gemeindearztes, Wohltäters und Heimatforschers ''Dr. Karl Stainer''. Diesem widmet das Museum Wattens noch bis 30. November 2024 eine Sonderausstellung. Im Rahmen eines begleitenden Vortragsprogrammes wird der Archivar des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] [https://www.facebook.com/profile.php?id=61565940219735 ''Ernst Pavelka''] einen Vortrag zu ''[[Leo Stainer]]'' halten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wo:''' [https://www.museum-wattens.com/ ''Museum Wattens''] ([https://www.openstreetmap.org/node/11779145387 ''Wattens, Innsbrucker Straße 2''])&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Wann:''' 22. November 2024&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Vortragender:''' ''Ernst Pavelka (Archivar)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;Alle Spendenerlöse der Veranstaltungen kommen der Finanzierung der sozialen Aufgaben des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] sowie des Neubaues unseres ''Rotkreuz-Zentrums Innsbruck'' zugute.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spenden unter:''' https://tir.mein-roteskreuz.at/spenden-helfen/spendenprojekte/neubau-innsbruck&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Spendenkonto:''' IBAN AT92 3600 0000 0062 0955&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zur '''[[Die Geschichte der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Geschichte]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freiwillige Rettung Innsbruck ist – wie viele andere Rettungsdienste in und außerhalb Österreichs auch – aus dem [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Das_fr.C3.BChe_Rettungswesen|'''Feuerwehrwesen''']] hervorgegangen. Von der '''1881''' gegründeten [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Sanit.C3.A4tsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck|'''Sanitätsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''']] führt eine direkte historische Linie über die Gründung der [[1881-1907_Frühgeschichte_des_Innsbrucker_Rettungswesens#Die_Gr.C3.BCndung_der_Rettungsabteilung_der_Freiwilligen_Feuerwehr_Innsbruck_am_12.4.1907|'''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck''' im Jahre '''1907''']], die damit auch erstmals den '''öffentlichen Rettungsdienst''' stellte, und deren [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Der_Weg_in_die_Selbst.C3.A4ndigkeit|Ausscheiden aus der Feuerwehr 1925]] zu jenem Verein, der heute [https://www.roteskreuz-innsbruck.at „'''Österreichisches Rotes Kreuz – Freiwillige Rettung Innsbruck'''“] heißt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Geschichte des Roten Kreuzes Tirol =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Rote Kreuz Tirol|Hier]] geht's zur '''[[Das Rote Kreuze Tirol|Geschichte des Roten Kreuzes Tirol]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Online-Museum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:GM204 2-12 R13F1-20130625182753 aeg telefunken telesignal c 02.png|160px|link=Exponat_des_Monats_09/2022]]&lt;br /&gt;
| [[Exponat des Monats 09/2022|Gegenstand des Monats September 2022]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ⇨ [[Online-Museum|'''Online-Museum''']] wird '''monatlich ein ausgewähltes Exponat''' aus den Beständen des ''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archivs der Freiwilligen Rettung Innsbruck]]'' vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Medien ==&lt;br /&gt;
[[Soziale Medien|⇨ zur Übersicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:AdfFRI-AV-FOT-1934-02 FOT8 20250501182136 erster landessamariterkurs 1934.png|160px|link=Der erste Tiroler Landessamariterkurs 1934]]&lt;br /&gt;
| '''[https://www.facebook.com/rkibk/posts/pfbid0333Q3GXfYjdeEbZQBHRBekxZ7KJnNzHyCA954mnJeUi8vsHhvhiBAP4rt3rqADseKl?locale=de_DE ⇨ Facebook], [https://www.instagram.com/p/DJrh1HhOl3O/ ⇨ Instagram], am 15.05.2025'''&amp;lt;br&amp;gt;Am heutigen #throwbackthursday blicken wir zurück auf den ersten Versuch, die Ausbildung von Sanitäter:innen tirolweit zu vereinheitlichen. Auf unserem Foto sehen wir die 35 Teilnehmer des ersten „Landessamariterkurses“ („Samariter“ = veraltet für „Sanitäter”). Der Kurs dauerte vom 18. – 21. Oktober 1934 und wurde vom „Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“ organisiert. Dieser wurde auf Initiative der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet. Das Ziel: Es sollten in ganz Tirol Rettungsabteilungen errichtet und das Tiroler Rettungswesen vereinheitlicht werden. Ganz besonders wichtig war dabei die ärztliche Ausbildung von Sanitätern. Das Programm umfasste Vorträge u. a. von Professoren der Universitätsklinik Innsbruck sowie tägliche Übungen im Anlegen von Verbänden und in der Benutzung von Transportmitteln. Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Anatomischen Institutes.&amp;lt;br&amp;gt;(Foto: [https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtarchiv ⇨ Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck], Sammlung Walter Kreutz.) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck 17 deckblatt 80 dpi.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/0/03/Zeit_raum_innsbruck_17_deckblatt_80_dpi.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Das Deutsche Rote Kreuz Freiburg im Breisgau und das Rote Kreuz Innsbruck – Schlaglichter auf eine Partnerschaft'''&amp;lt;br/&amp;gt;In: Freiburg i. Br. – Innsbruck&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 17.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2023, S. 113–140.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zeit raum innsbruck bd14 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/d/db/Zeit_raum_innsbruck_bd14_2017.png]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''SRD-69D2'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Notizen zur Vor- und Frühgeschichte des Innsbrucker Rettungswesens bis zur Einrichtung des allgemeinen öffentlichen Rettungsdienstes im Jahre 1907.'''&amp;lt;br/&amp;gt;[https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtmuseen--stadtgalerie/shop&amp;amp;genericpageid=16654 Zeit – Raum – Innsbruck]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schriftenreihe des [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv Innsbrucker Stadtarchivs], Bd. 14.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2017, S. 47-77.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Band kann beim [https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=bildung--kultur/stadtarchiv ''Innsbrucker Stadtarchiv''] oder im '''Büro der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] ([http://www.openstreetmap.org/way/95640809#map=19/47.26001/11.40488 6020 Innsbruck, Sillufer 3]) für EUR 16,–– käuflich erworben werden. Bei Kauf über das [https://roteskreuz-innsbruck.at ''Rote Kreuz Innsbruck''] fließt ein Teil des Erlöses als '''Spende''' dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] zu.&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:OERK-JUB-2017-01 cover festschrift 2017.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/bc/RK_110_Festbroschuere_web02.pdf]]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;sup&amp;gt;[https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Österreichisches Rotes Kreuz, Freiwillige Rettung Innsbruck'' (Hg.)]&lt;br /&gt;
'''Freiwillige Rettung Innsbruck, 1907–2017'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Selbstverlag, 2017.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Festschrift kann im '''Sekretariat der Buchhaltung des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] gratis bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). Wir freuen uns aber über eine Spende!&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kalender Wagnersche 2022.png|80 px|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/b/b4/Kalender_Wagnersche_2022.png]]&lt;br /&gt;
|&amp;lt;sup&amp;gt;[mailto:ernst.pavelka@roteskreuz-innsbruck.at?subject=E-Mail%20Anfrage:%C2%A0Ernst%20Pavelka%C2%A0-%C2%A0Rotkreuz-Museum&amp;amp;body=Name:%0D%0ARufnummer:%0D%0AE-Mail:%0D%0AGrund%20des%20Mails:%0D%0ADetails: Ernst ''Pavelka'']&lt;br /&gt;
'''Rotes Kreuz Innsbruck, Kalender 2022'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innsbruck: Verlag der Wagner'schen Universitätsbuchhandlung, 2021.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kalender kann im [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/service/unser-ausbildungszentrum/ '''Ausbildungszentrum] des''' [https://www.roteskreuz-innsbruck.at '''''Roten Kreuzes Innsbruck'''''] bezogen werden (bei Versand werden die Unkosten verrechnet). [https://www.roteskreuz-innsbruck.at/spenden/ '''Wir freuen uns über eine Spende!''']&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Publikationen|Weitere Publikationen zur Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck und des Innsbrucker Rettungswesens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck =&lt;br /&gt;
⇨ [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Hier]] geht's zum '''[[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|Archiv]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 1970er-Jahren wurden vom ehemaligen Dienstleiter Rudolf Stampfer Gegenstände, Fotografien und schriftliche Dokumente, die aus dem Dienstbetrieb der Freiwilligen Rettung Innsbruck unmittelbar erwachsen sind, lose gesammelt. Seit 1991 wird das Archiv als betreute Einrichtung geführt. Auf der folgenden Seite finden Sie die '''Archivgeschichte''', eine '''Bestandsübersicht''' sowie einige '''allgemeine Informationen''' zum Archiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Quellentexte =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
⇨ [[Quellentexte|Hier]] geht's zu den '''[[Quellentexte|Quellen]]'''!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier entsteht eine '''[[Quellentexte|Sammlung von Quellentexten]]''' sowohl aus dem [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']] als auch aus anderen Archiven, auf die bei Bedarf verwiesen wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2395</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:24:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Nachkriegszeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz''. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für ''Tirol'' gab es während des ''Ersten Weltkriegs'' in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das ''Deutsche Rote Kreuz'' einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des ''Roten Kreuzes Tirol'' ab Kriegsende 1945 fungierten an den Adressen [https://www.openstreetmap.org/way/56048953 ''Maria-Theresien-Straße'' 7] und [https://www.openstreetmap.org/node/748361874 29] Kontaktbüros. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das ''Internationale Rote Kreuz'' wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem ''Roten Kreuz Salzburg'' und ''Oberösterreich'' durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des ''Tiroler Roten Kreuzes'' beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des ''Bayerischen Roten Kreuzes'', die in der [https://www.openstreetmap.org/way/25124283#map=19/47.268276/11.396010 ''Angerzellgasse 6''] (eine Adresse, die so heute nicht mehr zu existieren scheint) angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des ''Bayerischen Roten Kreuzes'' im September 1946 vom ''Roten Kreuz Tirol'' übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Suchdienst'' des ''Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes'' erfuhr im Jahre 2006 eine vom ''Österreichischen Roten Kreuz'' ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2394</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:14:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Suchdienst */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2393</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:13:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von '''Ambulanzen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|320px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2392</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T17:13:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''', Durchführung von Ambulanzen und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|320px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2391</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2391"/>
		<updated>2025-06-22T17:11:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Nachkriegszeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png|thumb|320px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/4/42/AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Datei:AdfFRI-OERK-BD-T-11-01_20190612104150_0001r_suchantrag_an_ikrk_1946_anonym.png&amp;diff=2390</id>
		<title>Datei:AdfFRI-OERK-BD-T-11-01 20190612104150 0001r suchantrag an ikrk 1946 anonym.png</title>
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		<updated>2025-06-22T17:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – ''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck''.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Suchantrag des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' an das ''Internationale Komitee vom Roten Kreuz'' mit Poststempel vom 25.01.1946 (Antrag anonymisiert). – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2389</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T16:59:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|250px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2388</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T16:36:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|350px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2387</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-22T16:35:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: AdFRI-SchTh-VITA-02 DIG-20221229092228 0001r lv tirol oegvrk personalausweis nr 1 dinkhauser ausschnitt.png |thumb|350px|left|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/5f/AdFRI-SchTh-VITA-02_DIG-20221229092228_0001r_lv_tirol_oegvrk_personalausweis_nr_1_dinkhauser_ausschnitt.png|&amp;lt;sup&amp;gt;Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
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		<updated>2025-06-22T16:33:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Deckblatt des Personalausweises des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
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		<updated>2025-06-22T16:32:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Personalausweis des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – ''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck''.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Personalausweis des Präsidenten-Stellvertreters des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ''Josef Dinkhauser'' mit der Nr. 0001 vom 01.01.1947. – [[Das Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck|''Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck'']].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Burghard_Breitner&amp;diff=2384</id>
		<title>Burghard Breitner</title>
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		<updated>2025-06-20T19:13:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. Als Truppenarzt im Ersten Weltkrieg geriet er bereits 1914 in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1920 – angeblich freiwillig, was neuere Forschungsergebnisse in Frage stellen – verblieb und – wie es für kriegsgefangene Ärzte üblich war – als Arzt wirkte. ''Burghard Breitners'' Renommee war nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ungeheuer, er erhielt von der Öffentlichkeit den Beinamen „Engel von Sibirien”, eine Legendenbildung, an der er selbst durchaus mitwirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Rückkehr aus dem ''Ersten Weltkrieg'' galt ''Breitners'' Interesse neben der Chirurgie der Ausbildung von Personal und der Vereinheitlichung von Strukturen im Rettungswesen. Als Vizepräsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' (1932) wie als Präsident des 1928 gegründeten ''Österreichischen Zentralverbandes für Rettungswesen'' (1933) bemühte er sich um die operative Zusammenarbeit beider Organisationen. Als Vorstand der ''Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie'' führte er deren von seinem Vorgänger Egon Ranzi begonnene Öffnung für die Ausbildung von Sanitätern weiter und hielt darüber hinaus notfallmedizinische Schulungsvorträge. Vermutlich folgte ''Burghard Breitner'' ''Egon Ranzi'' 1932 auch als Vizepräsident des ''Landesvereines vom Roten Kreuz für Tirol'' nach, spätestens 1934 ist er in dieser Funktion zweifelsfrei belegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Burghard Breitners'' Rolle im ''Dritten Reich'' stellt sich schillernd dar: Einerseits konnte er als Deutschnationaler am ''Nationalsozialismus'' ideologisch sehr gut andocken und wurde spätestens 1939 gesichert, möglicherweise schon 1932&amp;lt;ref&amp;gt;LFU (Archiv der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Personalakt Burghard Breitner: Personalnachrichten über den Direktor der chirurg. Univ. Klinik Innsbruck Prof. Dr. Burghard Breitner, o. Dat. [1939 – 1945]; in dem von Breitner eigenhändig ausgefüllten Personalbogen wird als Eintrittsdatum in die NSDAP „Nov. 1932 ” mit der Mitgliedsnummer 72.92.580 angegeben. Dem stehen Einträge auf seiner Karteikarte in der NSADP-Mitgliederkartei [vgl. BArch (Bundesarchiv Berlin), BDC MF-Ortsgruppenkartei, R 9361, VIII/Kartei C0145, Burghard Breitner: Aufnahme beantragt am 16.12.1938, Aufnahme am 1.12.1939, Mitgliedsnummer 7.292.58, zit. N. Ina Friedmann, „Man könnte direkt zweifeln, ob der Frager oder die&lt;br /&gt;
Befragte schwachsinnig ist!“. Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol-Vorarlberg unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung der Universität Innsbruck.. Endbericht des Forschungsprojektes „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitätskliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Institut für Zeitgeschichte, 2020, https://www.erinnern.at/media/bc24cfe361c141649859e854732d3c35/zwangssterilisierungen-und-zwangskastrationen-im-gau-tirol-vorarlberg.pdf/@@download/file/Zwangssterilisierungen%20und%20Zwangskastrationen%20im%20Gau%20Tirol-%20Vorarlberg.pdf (Zugriff: 12.06.2025, 11:08).]. entgegen. Daher besteht der Verdacht, dass Breitners Personalbogen an dieser Stelle manipuliert wurde, wofür eine vermutete Löschung eines früheren Eintrages mit Tintenkiller hindeuten könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglied der NSDAP, andererseits war seine Stellung als Vorstand der Innsbrucker Chirurgie immer wieder dadurch bedroht, dass ''Breitner'' den vollen Ariernachweis nicht erbringen konnte. Er wurde mehrmals zwangspensioniert, dann aber immer wieder in seine Funktion eingesetzt. Vom hochgradig nationalsozialistisch geprägten Rektor der ''Universität Innsbruck'' ''Harold Steinacker'' unterstützt, gelangte sein Fall bis in die Reichskanzlei, die 1941 – angeblich auch auf Intervention von Emmy Göring&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Breitner, Burghard: Hand an zwei Pflügen. Innsbruck: Inn-Verlag, o. J. [1956], 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; – entschied, ''Breitner'' innerhalb der Wehrmacht (Breitner war beratender Chirurg des Chirurgen des ''XVIII. Armeekorps'') Deutschblütigen gleichzustellen, nicht aber innerhalb der ''NSDAP''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. LFU, Personalakt Burghard Breitner: Brief von Hans Heinrich Lammers, Leiter der Reichskanzlei, an Burghard Breitner vom 26.07.1941, Abschrift vom 20.08.1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Davon unbeschadet wurde er qua seiner Funktion „ad personam“ ermächtigt, an der Innsbrucker Chirurgie gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierungen und -kastrationen vorzunehmen. Ein Quellennachweis dafür, dass Breitner selbst Zwangssterilisierungen und -kastrationen durchführte, existiert – bei allerdings allgemein schlechter Quellenlage – nicht, er schlug aber durchaus Maßnahmen vor, um die Abläufe zu optimieren. ''Burghard Breitner'' trug in seiner Funktion als Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' jedenfalls die Verantwortung für die Durchführung von mindestens 40 belegbaren Eingriffen zur Zwangssterilisation und -kastration. Neben Breitners Rolle im Rahmen der Erbgesundheitspolitik im Gau Tirol-Vorarlberg wirft seine Rolle bei der Austestung eines von SS-Lagerarzt ''Sigmund Rascher'' entwickelten Blutstillungsmedikamentes an der Innsbrucker Chirurgie ethische Fragen auf. ''Rascher'' hatte das Medikament im ''Außenlager Lochau'' des ''Konzentrationslagers Dachau'' entwickelt und es getestet, indem er Gefangene anschoss. Er wurde später verhaftet, das Medikament von ''Kurt Plötner'' weiterentwickelt. Der Oxforder Medizinhistoriker ''Paul Weindling'', der den Fall untersuchte, gab 2016, kurz nachdem er zu einem Forschungsaufenthalt in ''Innsbruck'' gewesen war, folgende Einschätzung ab: „I presume that Breitner only tested the product while conducting operations, and that he did this with due care. That the initial contact was with Rascher shows that Breitner did not see a problem with dealing with an SS physician at Dachau. This could be seen as ethically a problem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Weindling, Paul: Re: Burghard Breitner and the Faculty of Medicine of the University of Innsbruck, E-Mail an Ernst Pavelka vom 06.12.2016, 22:11 Uhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch des ''Dritten Reiches'' wurde ''Burghard Breitner'' im Jahre 1946 als nach dem ''Verbotsgesetz vom 08.05.1945'' registrierungspflichtiger ehemaliger Nationalsozialist seiner Stelle als Professor der ''Universität Innsbruck'' enthoben. Wohl ausgelöst durch das nun folgende Volksgerichtsverfahren (NS-Registrierungsverfahren, vulgo „Entnazifizierungsverfahren“) trat er im September 1946 als Präsident des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zurück. Nachdem es ihm gelungen war, wahrheitswidrig glaubhaft zu machen, dass er niemals Mitglied der NSDAP gewesen sei bzw. von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP nichts gewusst habe, wurde er aus der Liste der registrierungspflichtigen Nationalsozialisten komplett gestrichen. 1948 rehabilitierte ihn der Landesverband und die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ernannte ihn zum Ehrenmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ''Burghard Breitner'' Präsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'', 1952/53 Rektor der ''Universität Innsbruck''. Bei der Bundespräsidentenwahl 1951 kandidierte er als Parteiloser auf Vorschlag des ''Verbandes der Unabhängigen'' (VDU), der Vorgängerpartei der heutigen FPÖ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Burghard Breitner 1956 verstarb, stellte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' Totenwache und Sargträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Ernst Pavelka'', 27.03.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Burghard_Breitner&amp;diff=2383</id>
		<title>Burghard Breitner</title>
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		<updated>2025-06-20T19:12:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Quellennachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. Als Truppenarzt im Ersten Weltkrieg geriet er bereits 1914 in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1920 – angeblich freiwillig, was neuere Forschungsergebnisse in Frage stellen – verblieb und – wie es für kriegsgefangene Ärzte üblich war – als Arzt wirkte. ''Burghard Breitners'' Renommee war nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ungeheuer, er erhielt von der Öffentlichkeit den Beinamen „Engel von Sibirien”, eine Legendenbildung, an der er selbst durchaus mitwirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Rückkehr aus dem ''Ersten Weltkrieg'' galt ''Breitners'' Interesse neben der Chirurgie der Ausbildung von Personal und der Vereinheitlichung von Strukturen im Rettungswesen. Als Vizepräsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' (1932) wie als Präsident des 1928 gegründeten ''Österreichischen Zentralverbandes für Rettungswesen'' (1933) bemühte er sich um die operative Zusammenarbeit beider Organisationen. Als Vorstand der ''Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie'' führte er deren von seinem Vorgänger Egon Ranzi begonnene Öffnung für die Ausbildung von Sanitätern weiter und hielt darüber hinaus notfallmedizinische Schulungsvorträge. Vermutlich folgte ''Burghard Breitner'' ''Egon Ranzi'' 1932 auch als Vizepräsident des ''Landesvereines vom Roten Kreuz für Tirol'' nach, spätestens 1934 ist er in dieser Funktion zweifelsfrei belegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Burghard Breitners'' Rolle im ''Dritten Reich'' stellt sich schillernd dar: Einerseits konnte er als Deutschnationaler am ''Nationalsozialismus'' ideologisch sehr gut andocken und wurde spätestens seit 1939 gesichert, möglicherweise schon 1932&amp;lt;ref&amp;gt;LFU (Archiv der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Personalakt Burghard Breitner: Personalnachrichten über den Direktor der chirurg. Univ. Klinik Innsbruck Prof. Dr. Burghard Breitner, o. Dat. [1939 – 1945]; in dem von Breitner eigenhändig ausgefüllten Personalbogen wird als Eintrittsdatum in die NSDAP „Nov. 1932 ” mit der Mitgliedsnummer 72.92.580 angegeben. Dem stehen Einträge auf seiner Karteikarte in der NSADP-Mitgliederkartei [vgl. BArch (Bundesarchiv Berlin), BDC MF-Ortsgruppenkartei, R 9361, VIII/Kartei C0145, Burghard Breitner: Aufnahme beantragt am 16.12.1938, Aufnahme am 1.12.1939, Mitgliedsnummer 7.292.58, zit. N. Ina Friedmann, „Man könnte direkt zweifeln, ob der Frager oder die&lt;br /&gt;
Befragte schwachsinnig ist!“. Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol-Vorarlberg unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung der Universität Innsbruck.. Endbericht des Forschungsprojektes „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitätskliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Institut für Zeitgeschichte, 2020, https://www.erinnern.at/media/bc24cfe361c141649859e854732d3c35/zwangssterilisierungen-und-zwangskastrationen-im-gau-tirol-vorarlberg.pdf/@@download/file/Zwangssterilisierungen%20und%20Zwangskastrationen%20im%20Gau%20Tirol-%20Vorarlberg.pdf (Zugriff: 12.06.2025, 11:08).]. entgegen. Daher besteht der Verdacht, dass Breitners Personalbogen an dieser Stelle manipuliert wurde, wofür eine vermutete Löschung eines früheren Eintrages mit Tintenkiller hindeuten könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglied der NSDAP, andererseits war seine Stellung als Vorstand der Innsbrucker Chirurgie immer wieder dadurch bedroht, dass ''Breitner'' den vollen Ariernachweis nicht erbringen konnte. Er wurde mehrmals zwangspensioniert, dann aber immer wieder in seine Funktion eingesetzt. Vom hochgradig nationalsozialistisch geprägten Rektor der ''Universität Innsbruck'' ''Harold Steinacker'' unterstützt, gelangte sein Fall bis in die Reichskanzlei, die 1941 – angeblich auch auf Intervention von Emmy Göring&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Breitner, Burghard: Hand an zwei Pflügen. Innsbruck: Inn-Verlag, o. J. [1956], 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; – entschied, ''Breitner'' innerhalb der Wehrmacht (Breitner war beratender Chirurg des Chirurgen des ''XVIII. Armeekorps'') Deutschblütigen gleichzustellen, nicht aber innerhalb der ''NSDAP''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. LFU, Personalakt Burghard Breitner: Brief von Hans Heinrich Lammers, Leiter der Reichskanzlei, an Burghard Breitner vom 26.07.1941, Abschrift vom 20.08.1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Davon unbeschadet wurde er qua seiner Funktion „ad personam“ ermächtigt, an der Innsbrucker Chirurgie gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierungen und -kastrationen vorzunehmen. Ein Quellennachweis dafür, dass Breitner selbst Zwangssterilisierungen und -kastrationen durchführte, existiert – bei allerdings allgemein schlechter Quellenlage – nicht, er schlug aber durchaus Maßnahmen vor, um die Abläufe zu optimieren. ''Burghard Breitner'' trug in seiner Funktion als Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' jedenfalls die Verantwortung für die Durchführung von mindestens 40 belegbaren Eingriffen zur Zwangssterilisation und -kastration. Neben Breitners Rolle im Rahmen der Erbgesundheitspolitik im Gau Tirol-Vorarlberg wirft seine Rolle bei der Austestung eines von SS-Lagerarzt ''Sigmund Rascher'' entwickelten Blutstillungsmedikamentes an der Innsbrucker Chirurgie ethische Fragen auf. ''Rascher'' hatte das Medikament im ''Außenlager Lochau'' des ''Konzentrationslagers Dachau'' entwickelt und es getestet, indem er Gefangene anschoss. Er wurde später verhaftet, das Medikament von ''Kurt Plötner'' weiterentwickelt. Der Oxforder Medizinhistoriker ''Paul Weindling'', der den Fall untersuchte, gab 2016, kurz nachdem er zu einem Forschungsaufenthalt in ''Innsbruck'' gewesen war, folgende Einschätzung ab: „I presume that Breitner only tested the product while conducting operations, and that he did this with due care. That the initial contact was with Rascher shows that Breitner did not see a problem with dealing with an SS physician at Dachau. This could be seen as ethically a problem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Weindling, Paul: Re: Burghard Breitner and the Faculty of Medicine of the University of Innsbruck, E-Mail an Ernst Pavelka vom 06.12.2016, 22:11 Uhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch des ''Dritten Reiches'' wurde ''Burghard Breitner'' im Jahre 1946 als nach dem ''Verbotsgesetz vom 08.05.1945'' registrierungspflichtiger ehemaliger Nationalsozialist seiner Stelle als Professor der ''Universität Innsbruck'' enthoben. Wohl ausgelöst durch das nun folgende Volksgerichtsverfahren (NS-Registrierungsverfahren, vulgo „Entnazifizierungsverfahren“) trat er im September 1946 als Präsident des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zurück. Nachdem es ihm gelungen war, wahrheitswidrig glaubhaft zu machen, dass er niemals Mitglied der NSDAP gewesen sei bzw. von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP nichts gewusst habe, wurde er aus der Liste der registrierungspflichtigen Nationalsozialisten komplett gestrichen. 1948 rehabilitierte ihn der Landesverband und die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ernannte ihn zum Ehrenmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ''Burghard Breitner'' Präsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'', 1952/53 Rektor der ''Universität Innsbruck''. Bei der Bundespräsidentenwahl 1951 kandidierte er als Parteiloser auf Vorschlag des ''Verbandes der Unabhängigen'' (VDU), der Vorgängerpartei der heutigen FPÖ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Burghard Breitner 1956 verstarb, stellte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' Totenwache und Sargträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Ernst Pavelka'', 27.03.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Burghard Breitner</title>
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		<updated>2025-06-20T19:11:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Die Seite wurde neu angelegt: „=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===  Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. A…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Burghard Breitner (16.6.1884 – 28.3.1956) und das Rote Kreuz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Mattsee geborene ''Burghard Breitner'' wurde 1932 in der Nachfolge von ''Egon Ranzi'' Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' in Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seit genau zwanzig Jahren im ''Roten Kreuz'' engagiert. 1912 wurde er delegierter Arzt der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und nahm als solcher an beiden Balkankriegen teil. Als Truppenarzt im Ersten Weltkrieg geriet er bereits 1914 in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1920 – angeblich freiwillig, was neuere Forschungsergebnisse in Frage stellen – verblieb und – wie es für kriegsgefangene Ärzte üblich war – als Arzt wirkte. ''Burghard Breitners'' Renommee war nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft ungeheuer, er erhielt von der Öffentlichkeit den Beinamen „Engel von Sibirien”, eine Legendenbildung, an der er selbst durchaus mitwirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Rückkehr aus dem ''Ersten Weltkrieg'' galt ''Breitners'' Interesse neben der Chirurgie der Ausbildung von Personal und der Vereinheitlichung von Strukturen im Rettungswesen. Als Vizepräsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' (1932) wie als Präsident des 1928 gegründeten ''Österreichischen Zentralverbandes für Rettungswesen'' (1933) bemühte er sich um die operative Zusammenarbeit beider Organisationen. Als Vorstand der ''Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie'' führte er deren von seinem Vorgänger Egon Ranzi begonnene Öffnung für die Ausbildung von Sanitätern weiter und hielt darüber hinaus notfallmedizinische Schulungsvorträge. Vermutlich folgte ''Burghard Breitner'' ''Egon Ranzi'' 1932 auch als Vizepräsident des ''Landesvereines vom Roten Kreuz für Tirol'' nach, spätestens 1934 ist er in dieser Funktion zweifelsfrei belegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Burghard Breitners'' Rolle im ''Dritten Reich'' stellt sich schillernd dar: Einerseits konnte er als Deutschnationaler am ''Nationalsozialismus'' ideologisch sehr gut andocken und wurde spätestens seit 1939 gesichert, möglicherweise schon 1932&amp;lt;ref&amp;gt;LFU (Archiv der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Personalakt Burghard Breitner: Personalnachrichten über den Direktor der chirurg. Univ. Klinik Innsbruck Prof. Dr. Burghard Breitner, o. Dat. [1939 – 1945]; in dem von Breitner eigenhändig ausgefüllten Personalbogen wird als Eintrittsdatum in die NSDAP „Nov. 1932 ” mit der Mitgliedsnummer 72.92.580 angegeben. Dem stehen Einträge auf seiner Karteikarte in der NSADP-Mitgliederkartei [vgl. BArch (Bundesarchiv Berlin), BDC MF-Ortsgruppenkartei, R 9361, VIII/Kartei C0145, Burghard Breitner: Aufnahme beantragt am 16.12.1938, Aufnahme am 1.12.1939, Mitgliedsnummer 7.292.58, zit. N. Ina Friedmann, „Man könnte direkt zweifeln, ob der Frager oder die&lt;br /&gt;
Befragte schwachsinnig ist!“. Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen im Gau Tirol-Vorarlberg unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung der Universität Innsbruck.. Endbericht des Forschungsprojektes „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitätskliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Institut für Zeitgeschichte, 2020, https://www.erinnern.at/media/bc24cfe361c141649859e854732d3c35/zwangssterilisierungen-und-zwangskastrationen-im-gau-tirol-vorarlberg.pdf/@@download/file/Zwangssterilisierungen%20und%20Zwangskastrationen%20im%20Gau%20Tirol-%20Vorarlberg.pdf (Zugriff: 12.06.2025, 11:08).]. entgegen. Daher besteht der Verdacht, dass Breitners Personalbogen an dieser Stelle manipuliert wurde, wofür eine vermutete Löschung eines früheren Eintrages mit Tintenkiller hindeuten könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglied der NSDAP, andererseits war seine Stellung als Vorstand der Innsbrucker Chirurgie immer wieder dadurch bedroht, dass ''Breitner'' den vollen Ariernachweis nicht erbringen konnte. Er wurde mehrmals zwangspensioniert, dann aber immer wieder in seine Funktion eingesetzt. Vom hochgradig nationalsozialistisch geprägten Rektor der ''Universität Innsbruck'' ''Harold Steinacker'' unterstützt, gelangte sein Fall bis in die Reichskanzlei, die 1941 – angeblich auch auf Intervention von Emmy Göring&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Breitner, Burghard: Hand an zwei Pflügen. Innsbruck: Inn-Verlag, o. J. [1956], 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; – entschied, ''Breitner'' innerhalb der Wehrmacht (Breitner war beratender Chirurg des Chirurgen des ''XVIII. Armeekorps'') Deutschblütigen gleichzustellen, nicht aber innerhalb der ''NSDAP''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. LFU, Personalakt Burghard Breitner: Brief von Hans Heinrich Lammers, Leiter der Reichskanzlei, an Burghard Breitner vom 26.07.1941, Abschrift vom 20.08.1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Davon unbeschadet wurde er qua seiner Funktion „ad personam“ ermächtigt, an der Innsbrucker Chirurgie gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierungen und -kastrationen vorzunehmen. Ein Quellennachweis dafür, dass Breitner selbst Zwangssterilisierungen und -kastrationen durchführte, existiert – bei allerdings allgemein schlechter Quellenlage – nicht, er schlug aber durchaus Maßnahmen vor, um die Abläufe zu optimieren. ''Burghard Breitner'' trug in seiner Funktion als Vorstand der ''Universitätsklinik für Chirurgie'' jedenfalls die Verantwortung für die Durchführung von mindestens 40 belegbaren Eingriffen zur Zwangssterilisation und -kastration. Neben Breitners Rolle im Rahmen der Erbgesundheitspolitik im Gau Tirol-Vorarlberg wirft seine Rolle bei der Austestung eines von SS-Lagerarzt ''Sigmund Rascher'' entwickelten Blutstillungsmedikamentes an der Innsbrucker Chirurgie ethische Fragen auf. ''Rascher'' hatte das Medikament im ''Außenlager Lochau'' des ''Konzentrationslagers Dachau'' entwickelt und es getestet, indem er Gefangene anschoss. Er wurde später verhaftet, das Medikament von ''Kurt Plötner'' weiterentwickelt. Der Oxforder Medizinhistoriker ''Paul Weindling'', der den Fall untersuchte, gab 2016, kurz nachdem er zu einem Forschungsaufenthalt in ''Innsbruck'' gewesen war, folgende Einschätzung ab: „I presume that Breitner only tested the product while conducting operations, and that he did this with due care. That the initial contact was with Rascher shows that Breitner did not see a problem with dealing with an SS physician at Dachau. This could be seen as ethically a problem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Weindling, Paul: Re: Burghard Breitner and the Faculty of Medicine of the University of Innsbruck, E-Mail an Ernst Pavelka vom 06.12.2016, 22:11 Uhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch des ''Dritten Reiches'' wurde ''Burghard Breitner'' im Jahre 1946 als nach dem ''Verbotsgesetz vom 08.05.1945'' registrierungspflichtiger ehemaliger Nationalsozialist seiner Stelle als Professor der ''Universität Innsbruck'' enthoben. Wohl ausgelöst durch das nun folgende Volksgerichtsverfahren (NS-Registrierungsverfahren, vulgo „Entnazifizierungsverfahren“) trat er im September 1946 als Präsident des ''Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zurück. Nachdem es ihm gelungen war, wahrheitswidrig glaubhaft zu machen, dass er niemals Mitglied der NSDAP gewesen sei bzw. von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP nichts gewusst habe, wurde er aus der Liste der registrierungspflichtigen Nationalsozialisten komplett gestrichen. 1948 rehabilitierte ihn der Landesverband und die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' ernannte ihn zum Ehrenmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ''Burghard Breitner'' Präsident der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'', 1952/53 Rektor der ''Universität Innsbruck''. Bei der Bundespräsidentenwahl 1951 kandidierte er als Parteiloser auf Vorschlag des ''Verbandes der Unabhängigen'' (VDU), der Vorgängerpartei der heutigen FPÖ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Burghard Breitner 1956 verstarb, stellte die ''Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck'' Totenwache und Sargträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;''Ernst Pavelka'', 27.03.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2381</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T18:44:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
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		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2380</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T18:42:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2379</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T18:40:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Rotkreuz-Bezirksstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in ''Tirol'' am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom ''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein'' resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der ''Genfer Konvention'' übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' und dem ''Österreichischen Feuerwehrausschuss'' von '''Mai 1892'''. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. '''„Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“''', den sog. '''„Verwundetenabschub“''' im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In ''Innsbruck'' wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen ''Österreichischem Feuerwehrausschuss'' und der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' über die '''Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren''' zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am '''21.03.1914'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in ''Wörgl'', gefolgt von den ''Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs'' und ''Lienz'' (beide 1910), ''Bozen'' (1912), ''Kitzbühel'' (1913) und ''Schwaz'' (1913), aber auch ''Mutters'' (1912), und ''Leutasch'' (1913), wo es heute keine Bezirks- oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige ausgewählte Tätigkeitsfelder des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in der Nachkriegszeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rettungs- und Krankentransportdienst ===&lt;br /&gt;
Der Rettungs- und Krankentransport soll im Jahre 1946 mit 17 Fahrzeugen tirolweit durchgeführt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüchtlingsversorgung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Europa 14 Mio. Flüchtlinge, davon 1,6 Mio. (auf 6 Mio. Einwohner) in Österreich und rund 600.000 in Tirol. Durch das ''Rote Kreuz Tirol'' wurden damals Ostflüchtlinge, Heimatvertriebene, Umsiedler und „Displaced Persons“ betreut sowie Heimkehrerzüge u. a. aus Jugoslawien und Züge von reichsdeutschen Rückkehrern nach Deutschland begleitet. Heimkehrer wurden von Rotkreuz-Schwestern auch im ehemaligen NS-Arbeitserziehungslager Reichenau versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Suchdienst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Suchdienst der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurde schon mit August 1914 geschaffen. Vermutlich seit 1906 waren kriegführende Länder verpflichtet, Auskunftsbüros zu unterhalten. Unter dem Titel „Auskunftsbureau vom Roten Kreuze“ wurden von der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ab Beginn des Ersten Weltkriegs Nachrichten über kranke Militärpersonen, Gefallene, Verstorbene, Vermisste, Kriegsgefangene u. a. weitergeleitet. Der Bund österreichischer Frauenvereine erklärte sich erbötig, seine Mitglieder anzuregen, in den lokalen Verwundetenspitälern nach vermissten Militärpersonen zu suchen. In den ersten fünf Wochen des Krieges sollen bereits 192.000 (!) Anfragen bearbeitet worden sein. Die Zentralvermittlung erfolgte durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September 1914 schuf der Schweizer Bundesrat zudem ein Büro zur Heimschaffung von Zivilinternierten. Für Tirol gab es während des Ersten Weltkriegs in Bozen eine „Hilfs- und Auskunftsstelle vom Roten Kreuz“, ob es eine ähnliche Einrichtung auch in Nordtirol bzw. Innsbruck gab, ließ sich noch nicht klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nationalsozialistischen Diktatur unterhielt auch das Deutsche Rote Kreuz einen Suchdienst für Angehörige von Vermissten. Ansprechpartner waren die Dienststellen des DRK, die sich mit den Ortsgruppenleitungen der NSDAP abstimmten. Auch direkte Suchanfragen an das Internationale Rote Kreuz waren möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Suchdienst des Roten Kreuzes Tirol ab Kriegsende 1945 fungierten Stellen an den Hausnummern 7 und 29 in der Maria-Theresien-Straße als Kontaktadressen. Neben der Weiterleitung von Suchanfragen und Korrespondenzen über das Internationale Rote Kreuz wurden auch spezielle Suchaktionen z. B. für Zivilflüchtlinge und Kriegsgefangene durchgeführt. Der Ablauf sei anhand einer dieser Aktionen für Zivilflüchtlinge, ehemalige KZ-Insassen und Evakuierte von Juli 1945 beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine zentrale Suchkartei angelegt, der us-amerikanische Besatzungssender „Rot-Weiß-Rot“ gab täglich die Suchmeldungen durch und in Tabaktrafiken, Zeitungsläden sowie auf dem Land in den Bürgermeisterämtern und Rotkreuz-Dienststellen wurden Suchkarten mit Formularvordruck ausgelegt. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz Salzburg und Oberösterreich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Suchdienst des Tiroler Roten Kreuzes beschäftigte sich außerdem eine Niederlassung des Bayerischen Roten Kreuzes, die in der Angerzellgasse 6 angesiedelt war, mit der Suche nach und der Repatriierung von Reichs- und Volksdeutschen (Staatsangehörige es Deutschen Reiches, die sich während der Existenz des Großdeutschen Reiches auf dem früheren österreichischen Gebiet niederließen). Deren Agenden wurden mit der Auflösung dieser Außenstelle des BRK im September 1946 vom Roten Kreuz Tirol übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Monaten nach Kriegsende sollen 250.700 Personen den Suchdienst in Anspruch genommen haben, wobei 112.105 Anträge bearbeitet wurden, von denen 24.486 Fällen Sucherfolge erzielt wurden. Die große Menge an Anfragen konnte nur mit Hilfe von Studenten abgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den spärlichen Erwähnungen des Suchdienstes in späteren Jahren lässt sich herausarbeiten, dass dieser spätestens in den 1960er- und 1970er-Jahren einer Abteilung „Karitative Tätigkeit“ zugeordnet war und im Jahre 1967 102 Anfragen zu bearbeiten hatte, wobei er fünf bis sieben Nachforschungen pro Monat in die Wege leitete.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-01-JHV-1967: Protokoll der 20. ordentlichen Generalversammlung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz am 22.04.1967, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er-Jahren wurde zwischen Militär- und zivilem Suchdienst unterschieden, wobei letzterer noch im Jahre 1978 32.324 offene Fälle aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorliegen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Suchdienst des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes erfuhr im Jahre 2006 eine vom Österreichischen Roten Kreuz ausgehende Neuorganisation. Antragsteller sollten in den Landesverbänden lokale Ansprechpartner vorfinden, damit die Daten besser erfasst würden und eine bessere Ausgangsbasis für die Recherchen gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation von Medikamenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Landessanitätsdirektion, bemüht, fehlende Medikamente für die Kliniken, Bezirkskrankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte ins Land zu bringen, trat umgehend nach Kriegsende an das Rote Kreuz mit der Bitte um deren Beschaffung über das Internationale Rote Kreuz in Genf heran. Eine Tiroler Rotkreuzdelegation konnte bereits im August 1945 in Genf die erste Medikamentensendung nach Tirol erreichen. Während dieser Reise gelang es den Vertretern des Tiroler Roten Kreuzes, eine Verbindung mit dem Schweizer Roten Kreuz aufzunehmen und die Verschickung gesundheitsgefährdeter und unterernährter Kinder in die Schweiz zu vereinbaren.“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsaufenthalte österreichischer Kinder in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion dürfte ursprünglich vom Schweizerischen Roten Kreuz ausgegangen sein und verfolgte den Zweck, unter der Mangelkrise der Nachkriegszeit besonders leidende Kinder in der Schweiz wieder „aufzupäppeln“. Schwestern des Tiroler Roten Kreuzes begleiteten die Züge nach Buchs, wo die Kinder auf übertragbare Krankheiten und Tuberkulose untersucht und an das Schweizerische Rote Kreuz übergeben wurden. Eine Zeitzeugin, die als Sechsjährige an einem der Aufenthalte in der Schweiz teilgenommen hatte, schildert die Fahrt folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Züge waren voll beladen und da waren Schwestern mit. Die Schwestern waren Innsbrucker Schwestern wahrscheinlich. Da hatten wir ein Tafele, ein Holztafele umgehängt, mit Namen und wo wir hinkommen sollen. In Buchs mussten wir aussteigen und da hatten wir die ärztliche Untersuchung wegen Tuberkulose und Läusen. Und die, die nicht durchgekommen sind, mussten wieder nach Hause. […] Ich habe nur ein Rucksackl gehabt, Gummistiefel, ein gestricktes Kleid, blau, mit Glocken und Blümeln, beim Rucksackl hat der Bär rausgeschaut und so bin ich gefahren. […] Wir sind in Buchs Hand in Hand in einen Raum gekommen und da sind die Leute gewesen, die uns abgeholt haben. Da wurde mein Name aufgerufen. Wir sind dann von Buchs über Zürich nach Bern gefahren, erste Klasse. Dann sind wir gegen Abend angekommen. Die Straßenbahn war faszinierend, weil sie sehr modern war. Dann hat er mich der gesamten Familie vorgestellt. Die ersten Tage hatte ich schon Heimweh. Da haben sie mich mit allem Möglichen abgelenkt. Und dann hat sich das gelegt. In den Geschäften ist man sich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Schokolade, Nüsse, das haben wir ja alles nicht gekannt. Wir waren da auch im Zoo bei den Bären, die dort getanzt haben. Die Tierhandlungen! Ich bin mir vorgekommen wie in einer anderen Welt. Und das Schwimmbad, wo dann die Wellen gekommen sind! Sie haben mir auch alles getan und mich sehr verwöhnt. Und auch die Kinder haben mich gut aufgenommen. Denn die habe ich ja nicht verstanden zuerst. Aber wie ich dann heimgefahren bin, da habe ich so Schwyzerdütsch gesprochen, dass mich die Leute hier fast nicht verstanden haben. Das habe ich gleich gelernt. […] Für uns war es schon ein Erlebnis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Keller, Irmhild: Zeitzeugengespräch, geführt von Ernst Pavelka am 02.03.2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt begleiteten Schwestern des Roten Kreuzes vier Kinderzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wiener Kinderhilfe in Tirol ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Tiroler Kinder in die Schweiz fuhren, befasste sich die Wiener Kinderhilfe mit der Durchführung von Erholungsaufenthalten für Wiener und niederösterreichische Kinder in den westlichen Bundesländern. Beteiligt war nicht nur das Tiroler Rote Kreuz, sondern auch die Caritas, die Freie Österreichische Jugend, die ÖBB, die SPÖ sowie die KPÖ. Die Zentralstelle für die Aktion wurde auf gemeinsamen Beschluss der Aktionspartner vom Tiroler Roten Kreuz gestellt, das dafür ein eigenes Referat „Kinderhilfe“ in der Abteilung VII des Landesverbandes im ersten Stock der Hofburg schuf. Insgesamt wurden in Tirol 3000 Unterbringungsplätze für Wiener Kinder organisiert. Die ersten 1100 Kinder trafen am 21.02.1946 mit dem Zug ein, die Weiterreise zu den Gastfamilien in ganz Nordtirol wurde mit Postbussen durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI, OERK-BDL-T-LV-JUB-1970-01: Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes (Hg.): 25 Jahre Landesverband Tirol des Österr. Roten Kreuzes ; o. O. [Innsbruck] : o. V. [Selbstverlag], o. J. [1971?], 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2378</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T18:18:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Die Rotkreuz-Bezirksstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in Tirol am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der Genfer Konvention übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz und dem Österreichischen Feuerwehrausschuss von Mai 1892. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. „Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“, den sog. „Verwundetenabschub“ im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In Innsbruck wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen Österreichischem Feuerwehrausschuss und der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz über die Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am 21.03.1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in Wörgl, gefolgt von den Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs und Lienz (beide 1910), Bozen (1912), Kitzbühel (1913) und Schwaz (1913), aber auch Mutters (1912), und Leutasch (1913), wo es heute keine Bezirksstellen oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gründungsdaten der Tiroler Rotkreuz-Bezirksstellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2377</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2377"/>
		<updated>2025-06-20T18:07:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des ''Österreichischen Roten Kreuzes'' in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die ''Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in Tirol am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der Genfer Konvention übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz und dem Österreichischen Feuerwehrausschuss von Mai 1892. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. „Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“, den sog. „Verwundetenabschub“ im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In Innsbruck wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen Österreichischem Feuerwehrausschuss und der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz über die Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am 21.03.1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in Wörgl, gefolgt von den Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs und Lienz (beide 1910), Bozen (1912), Kitzbühel (1913) und Schwaz (1913), aber auch Mutters (1912), und Leutasch (1913), wo es heute keine Bezirksstellen oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2376</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2376"/>
		<updated>2025-06-20T18:00:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rotkreuz-Bezirksstellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der organisatorische Aufbau des Österreichischen Roten Kreuzes in Landesverbände und Bezirksstellen geht erst auf die Konstituierung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz in den Jahren 1945 bis 1947 zurück. Die Tiroler Rotkreuz-Bezirks- und Ortsstellen, sofern sie nicht erst nach 1945 gegründet wurden, führen unbeschadet dessen ihre offiziellen Gründungsdaten auf unterschiedliche Vorgängerorganisationen zurück. Manche machen sie an der Gründung einer Rettungsabteilung der jeweiligen örtlichen Freiwilligen Feuerwehr fest, wieder andere an der Entstehung einer späteren Rettungsgesellschaft. Häufig wird darüber hinaus auf einen früher entstandenen regionalen Zweigverein des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol verwiesen, allerdings ohne dass auch nur eine einzige Bezirksstelle ihre Gründung mit diesem in Zusammenhang bringt. Der Rückgriff auf Rettungsabteilungen und Rettungsgesellschaften bei der Wahl der Gründungsdaten von Rotkreuz-Bezirks- und Ortstellen spricht für eine personelle und operative Kontinuität, die in Bezug auf Personal und Art der Kerntätigkeit auch die Ortsgemeinschaften und Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes während der nationalsozialistischen Diktatur umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren und die Freiwilligen Rettungsgesellschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettungsabteilungen entstanden sukzessive im Gefolge der Gründung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck als der ersten Gründung einer Rettungsabteilung innerhalb einer Feuerwehr in Tirol am 12.04.1907, oftmals unter deren Beratung. In gewissen Fällen konnte dabei schon auf früher bestehende Sanitätsabteilungen zurückgegriffen werden, die allerdings nur bei Einsätzen der Feuerwehr ausrückten. Die Gründungen wurden vom Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein resp. dessen regionalen Zweigvereinen finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Rettungsabteilungen der Feuerwehren sollten im Gegenzug im Kriegsfalle Aufgaben im Sinne der Genfer Konvention übernehmen, dafür erhielten sie das Recht, das Rote Kreuz als Kennzeichen zu führen. Die Verpflichtung beruhte auf einem Arbeitsübereinkommen zwischen der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz und dem Österreichischen Feuerwehrausschuss von Mai 1892. Es verpflichtete die Freiwilligen Feuerwehren im Kriegsfalle als sog. „Lokalkrankentransportkolonnen vom Roten Kreuz“, den sog. „Verwundetenabschub“ im Hinterland durchzuführen. Dieser bestand im Transport der an den Bahnhöfen ankommenden Verwundeten in Reservespitäler oder nach Hause sowie in der Versorgung durchreisender Verwundeter. In Innsbruck wurden von 1914 bis 1917 über 60.000 Verwundete solcherart transportiert. Ein weiteres Abkommen zwischen Österreichischem Feuerwehrausschuss und der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz über die Einrichtung von zivilen Rettungsabteilungen bei den Feuerwehren zur Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes folgte am 21.03.1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beschluss des Feuerwehrlandesverbandstages vom 15.08.1925 in Reutte sollten die großen Rettungsabteilungen aus den Feuerwehren ausgeschieden werden. Als Begründung wurde angegeben, dass diese bereits von den Feuerwehren weitgehend unabhängig agierten. Konkret war damit gemeint, dass viele Sanitäter der Rettungsabteilungen gar keine Feuerwehrmänner, sondern eben nur mehr Sanitäter waren. Trotz des Beschlusses traten nicht alle Rettungsabteilungen sofort, sondern einige erst viel später aus den Feuerwehren aus. Im Gefolge des Austrittes wurden die Rettungsabteilungen meistens zu „Rettungsgesellschaften“ neu gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Rettungsabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tirol nach der Gründung jener der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck am 12.04.1907 entstand vermutlich im Jahre 1909 in Wörgl, gefolgt von den Rettungsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Telfs und Lienz (beide 1910), Bozen (1912), Kitzbühel (1913) und Schwaz (1913), aber auch Mutters (1912), und Leutasch (1913), wo es heute keine Bezirksstellen oder Ortsstellen des Roten Kreuzes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden die Gründungsdaten lediglich der Tiroler Bezirksstellen sowie jener Ortsstellen der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'', die vor Gründung der ''Bezirksstelle Innsbruck-Land'' bestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gründungsdaten der Bezirksstellen und ausgewählter Ortsstellen&lt;br /&gt;
! Gründungsdatum !! Bezirksstelle / Ortsstelle !! Gegründet als / Teil von !! Patriotischer Landes- und Frauenhilfsverein v. RK !! Legende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12.04.1907 || Innsbruck-Stadt || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909 || Telfs || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.02.1913 || Kitzbühel || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1900 Landes- &amp;amp; Frauenhilfsverein || Lt. Zeitungsberichten vom 08.02.1913 habe die gründende Versammlung am 05.02.1913 stattgefunden, lt. Festschrift des ÖRK-KB zum 75-Jahr-Jubiläum sei es der 13.02.1913 gewesen. Da die Differenz zwischen den beiden Terminen genau sieben Tage beträgt, könnte es sich um zwei Versammlungen handeln, in deren erster der Beschluss zur Gründung gefasst wurde, der in deren zweiter umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1914 || Schwaz || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1881 Landeshilfsverein || Die Gründungsversammlung der RA der FF Schwaz fand bereits am 14.11.1913 statt, eine ausgebildete Mannschaft stand aber erst im Juli 1914 zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14.03.1914 || Hall in Tirol || Rettungsabteilung Feuerwehr || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26.06.1927 || Reutte || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17.01.1932 || Imst || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 31.07.1932 || Landeck || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 07.07.1936 || Kufstein || Freiwillige Rettungsgesellschaft || 1879 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1880 Landeshilfsverein || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 (1942?) || Lienz (Osttirol) || Rettungsabteilung Feuerwehr (DRK) || 1880 Frauenhilfsverein&amp;lt;br&amp;gt;1882 Landeshilfsverein || Unklar, was die Gründung 1942 war. Eine Kreisstelle Lienz des DRK scheint 1938 gegründet worden zu sein. Eine Rettungsabteilung der FF bestand ab 1910; eine Freiwillige Rettungsgesellschaft ist 1931 zumindest belegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1964 || Wattens || Bezirksstelle des ÖRK || – || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 || (Innsbruck-Land:) Fulpmes || Landesverband Tirol ÖRK || – || Die Ortsstellen Seefeld, Fulpmes und Steinach wurden vor 1982 als „Innsbruck-Land“ geführt, bildeten aber keine unabhängige Bezirksstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1949 || (Innsbruck-Land:) Seefeld || Landesverband Tirol ÖRK || 1880 Frauenhilfsverein || Gründung durch Fritz Pucher aus der Bergrettung heraus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1962 || (Innsbruck-Land:) Steinach am Brenner || Landesverband Tirol ÖRK || – || Siehe oben: keine eigenständige Bezirksstelle vor 1982.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1982 || Innsbruck-Land || Bezirksstelle Innsbruck-Land ÖRK || – || Zusammenschluss bzw. formale Gründung der Bezirksstelle aus den genannten Ortsstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_Landesverband_Tirol_des_%C3%96sterreichischen_Roten_Kreuzes&amp;diff=2375</id>
		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T17:39:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im '''Mai 1945''' soll sich ein '''Arbeitsausschuss''' selbst gebildet und am '''25. d. Mts.''' ''[[Burghard Breitner]]'' zum '''Präsidenten des Landesverbandes''' gewählt haben. Ob es sich bei der Funktion Breitners um eine kommissarische Leitung gehandelt hatte, bevor noch vereinsmäßige Strukturen des Landesverbandes ausgebildet waren, ließ sich nicht feststellen. ''[[Burghard Breitner]]'' soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass das Tiroler Rote Kreuz die „Anerkennung des Comité International de la Croix Rouge […] erlang[t] [habe] und damit auch die Bewilligung zum Tragen der Rot-Kreuz Armbinde“&amp;lt;ref&amp;gt;AdFRI (Archiv der Freiwilligen Rettung Innsbruck), OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Damit galt der ''Landesverband Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' als gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rotes Kreuz Tirol – 50 Jahre im Zeitraffer. RK Tirol Info (1995) o. Jg., Nr. 2, 05.1995, 4–8, hier 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Adresse fungierte anscheinend vorerst noch jene der ehemaligen ''DRK-Kreisstelle Innsbruck'' im „Stieglhaus“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, VIII. Verzeichnis der Vereine in Innsbruck, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ''Wilhelm-Greil-Straße 25'', während die Adresse in der ''Hofburg''&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. StAI, Adressbücher der Landeshauptstadt Innsbruck: Jahrbuch und Einwohnerverzeichnis der Landeshauptstadt Innsbruck 1946/1947, III. Verzeichnis der Behörden, Ämter, öffentlichen Stellen, Anstalten usw. in Innsbruck, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenfalls schon bestanden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das '''Vereinsregister''' weist den '''12.06.1945''' als Datum der Vereinsmeldung aus. Der ''Landesverband Tirol'' soll als der erste der Landesverbände der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' ins Leben gerufen worden sein, alle anderen Landesverbände seien nachgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1947-02-10: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 10.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hätten sich in der Folge zur ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' zusammengeschlossen. Als am 20.07.1946 in Wien deren Arbeitsausschuss gewählt und die Geschäftsordnung beschlossen wurde, sei dies ebenfalls unter dem Vorsitz von Burghard Breitner geschehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-Vleit-EA, 1946-07-19: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 19.07.1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Satzungen des Landesverbandes, so scheint es, wurden von der Landes- und Bundesregierung erst im Laufe des Jahre 1947 genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. AdFRI, OERK-FRI-VLeit-EA, 1947-02-18: Protokoll der Sitzung des Engeren Ausschusses der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck vom 18.02.1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenachweis ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Der Landesverband Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes</title>
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		<updated>2025-06-20T17:17:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Die Seite wurde neu angelegt: „== Vorgängerorganisationen ==  Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:  === Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===  Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Vorgängerorganisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor 1938 lassen sich zwei Vorgängerorganisationen ausmachen, die Aufgaben, die heutzutage eventuell der Landesverband übernehmen würde, erfüllen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Patriotische Hilfsvereine und der Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, 1879 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefolge des Beitrittes Österreichs zur ''Genfer Konvention'' im Jahre 1866 bildeten sich einigermaßen unkoordiniert in ganz Österreich ständige sog. „Patriotische Hilfsvereine“, die sich der Versorgung von Verwundeten im Kriegsfalle widmen wollten. Schon davor hatte es solche Einrichtungen gegeben, die erste 1859, die aber jeweils nur auf Kriegsdauer bestanden. Demgegenüber sollten nach ''[[Henry Dunant]]''s Vorstellungen die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht nur temporär wirken, sondern sich in Friedenszeiten auf die im Krieg anfallenden Aufgaben im Rahmen der ''Genfer Konvention'' vorbereiten. Der erste in diesem Sinne in Österreich ins Leben gerufene Patriotische Hilfsverein wurde am 02.05.1867 zur ständigen Institution erklärt. 1880 bildeten mit Gründungsdatum 14.03. die Patriotischen Hilfsvereine die ''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1879''' wurde der '''''Patriotische Frauenhilfsverein''''', '''1880''' der '''''Patriotische Landeshilfsverein''''' (Herren) in Tirol gegründet. Beide Vereine schlossen sich am '''19.09.1891''' im Alten Landtagssaal zum '''''Patriotischen Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol''''' zusammen. Obwohl erst mit dem Zusammenschluss der Begriff „Rotes Kreuz“ in den Vereinsnamen Einzug hielt, zeigt die Tätigkeit der beiden Vereine bereits in den ersten Jahren ihrer Gründung, dass sie sich selbstverständlich als Hilfsvereine im Sinne der Genfer Konvention, mithin des Roten Kreuzes verstanden: So wurden Vereinbarungen mit anderen Organisationen, wie den ''Barmherzigen Schwestern'', den ''Kreuzschwestern'', der ''Gesellschaft Jesu'' oder der ''Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' getroffen, im Kriegsfalle bestimmte Aufgaben zur Versorgung oder zum Transport von Verwundeten im Hinterland durchzuführen oder Räumlichkeiten zur Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Man beschäftigte sich außerdem mit der Entwicklung von sanitätstechnischem Material, wie der „Tiroler Sanitätskraxe“ zur Bergung von Verwundeten im alpinen Gelände, und dem Aufbau eines Vereinsspitales zur Unterbringung von Verwundeten. An zivilen Tätigkeiten wurden Sammlungen und Hilfeleistungen z. B. zugunsten der Opfer einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1883 durchgeführt.&lt;br /&gt;
Zwischen 1880 und 1905 bildeten sich insgesamt 61 Zweigvereine des Landeshilfsvereines sowie 34 des Frauen- und Frauen und Landeshilfsvereines. Diese können allerdings nur unter der Rücksicht, dass die Zweigvereine regionale Ableger einer landesweiten Dachorganisation vom Roten Kreuz darstellten, als Vorläufer der späteren Rotkreuz-Bezirksstellen angesehen werden. Während die Patriotischen Hilfsvereine ihre Wurzeln in der Kriegsopferfürsorge haben, gehen die meisten Rotkreuz-Bezirksstellen in Tirol, sofern sie nicht überhaupt erst nach 1945 gegründet wurden, organisatorisch und personell wohl auf Rettungsabteilungen der Feuerwehren oder Freiwillige Rettungsgesellschaften zurück. Sie haben ihren Ausgangspunkt also im zivilen Rettungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1932''' wurde der ''Patriotische Landes- und Frauenhilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol'' in ''''''„Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol“'''''' umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aufgrund eines neuen Rahmenstatuts der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz''. Die Tätigkeiten hatten sich bis dahin sukzessive in den zivilen Bereich hinein verbreitert. Dazu gehörte auch die erstmalige '''Ausbildung von Frauen zu Sanitäterinnen''' (1934), die Durchführung von '''Hauskrankenpflegekurse'''n (ab 1935) in ganz Tirol, die Ausrichtung von '''Übungen''' und die '''Beteiligung am Zivilschutz'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz, 1912 – 1938 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ''Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz'' wurde auf maßgebliche Initiative sowie durch organisatorische und finanzielle Unterstützung der ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' am '''12.05.1912''' als '''''„Deutsch-tirolischer Samariterlandesverband“''''' aus dem ''Deutsch-tirolischen Feuerwehrlandesverband'' heraus gegründet. Schon unmittelbar nach ihrer Gründung hatte die ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' Feuerwehren der Umgebung bei der Gründung von Rettungsabteilungen beratend unterstützt. Von daher war die Idee, eine Dachorganisation, der alle Rettungsabteilungen der Feuerwehren angehören sollten und das Feuerwehrrettungswesen vereinheitlichen sollte, zu gründen, nur folgerichtig. Ziel war, die Gründung von Rettungsabteilung der Feuerwehren in ganz Tirol zu fördern, wobei insbesondere an auch entlegene, schwer zugängliche Täler gedacht wurde, die Organisation des Tiroler Rettungswesens, die Ausrüstung sowie die Ausbildung der Sanitäter tirolweit zu vereinheitlichen. Vorbild waren Samariterlandesverbände in ''Schlesien'', ''Mähren'', ''Böhmen'' und ''Niederösterreich'' gewesen. 1916 übergab der ''Deutsch-tirolische Samariterlandesverband'' seine Agenden dem ''Tiroler Landesverband für Feuerwehr und Rettungswesen'', blieb aber wegen der Verwaltung von Spendengeldern weiter bestehen. '''1925''' kam es zur '''Abspaltung vom ''Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen''''' und zur '''„Neugründung“ als ''„Tiroler Samariterbund“''''', der sich kurz darauf, '''vermutlich 1927''', in '''''„Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz“''''' umbenannte. In der Zeit bis zu seiner Auflösung im Jahre 1938 weitete sich der Tätigkeitsbereich des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' immer weiter aus. Er war nun auch u. a. im Katastrophenschutz, dem Landstraßenrettungsdienst (Errichtung von mit Standleitungstelefonen und Sanitätskästen ausgerüsteten Rettungsstellen entlang der Landstraßen) sowie im Luftschutz tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Deutsche Rote Kreuz, 1938 – 1945 ===&lt;br /&gt;
Mit Verordnung des Reichsinnenministeriums vom '''23.05.1938''' wurde die '''''Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz'' aufgelöst''' und '''dem nationalsozialistisch gleichgeschalteten ''Deutschen Roten Kreuz''''' inkorporiert. Im Juli 1938 werden die ''Landesstellen XVII (Wien)'' und ''XVIII (Salzburg)'' des ''Deutschen Roten Kreuzes'' gegründet – die Landesstellen entsprachen den Wehrkreisen – und die einzelnen Dienststellen der ''Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz'' diesen eingegliedert. Im ''Gau Tirol-Vorarlberg'' entstehen die ''DRK-Kreisstellen Dornbirn'', ''Feldkirch'', ''Innsbruck'', ''Imst'', ''Kitzbühel'', ''Kufstein'', ''Landeck'', ''Reutte'' und ''Schwaz''. Zugeordnet waren sie der ''Landesstelle XVIII'' in Salzburg, die für die früheren Bundesländer ''Salzburg'', ''Steiermark'', ''Tirol'', ''Vorarlberg'' sowie für das ''Südburgenland'' zuständig war. Zeitgenössische Quellen sehen eine Übernahme insbesondere der Agenden des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' durch die ''DRK-Kreisstelle Innsbruck''. Diese umfasste die sog. Ortsgemeinschaften ''Wattens'', ''Solbad Hall'', ''Steinach/Brenner'' und ''Telfs'', also ungefähr das Gebiet, das heute als „Tirol Mitte“ bezeichnet wird.  Die bestehenden Dienststellen der Freiwilligen Rettungsgesellschaften wurden wohl zwischen August und Jahresende 1938 als DRK-Ortsstellen mitsamt dem Personal, sofern es nachweisen konnte, deutschblütig zu sein, übernommen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Das Rote Kreuz Tirol</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: /* Von der Geschichte des Roten Kreuzes in Tirol */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1879&lt;br /&gt;
| Gründung des Frauenhilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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| 1880&lt;br /&gt;
| Gründung des Landeshilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1891&lt;br /&gt;
| Zusammenschluss zum Patriotischen Landes- und Frauenshilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol&lt;br /&gt;
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| Gründung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck&lt;br /&gt;
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| 1912&lt;br /&gt;
| Gründung des Deutsch-tirolischen Samariterlandesverbandes (Tirol Samariterbund vom Roten Kreuz)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1922&lt;br /&gt;
| Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1932&lt;br /&gt;
| Umbenennung des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol in Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, Übernahme eines neuen Rahmenstatus der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1938&lt;br /&gt;
| Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz, Errichtung des Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1945&lt;br /&gt;
| Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz&lt;br /&gt;
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| 1947&lt;br /&gt;
| Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes Tirol und von da aus Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
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		<title>Das Rote Kreuz Tirol</title>
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		<updated>2025-06-20T16:28:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: Die Seite wurde neu angelegt: „== Von der Geschichte des Roten Kreuzes in Tirol ==  {| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; |- | | 1879 | Gründung des Frauenhilfsvereines für Tirol |- | | 1880 | Gründung des Landeshilfsvereines für Tirol |- | | 1891 | Zusammenschluss zum Patriotischen Landes- und Frauenshilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol |- | | 1907 | Gründung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck |- | | 1912 | Gründung des Deutsch-tirolischen Samariterlandesverbandes (Tiro…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Von der Geschichte des Roten Kreuzes in Tirol ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1879&lt;br /&gt;
| Gründung des Frauenhilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1880&lt;br /&gt;
| Gründung des Landeshilfsvereines für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1891&lt;br /&gt;
| Zusammenschluss zum Patriotischen Landes- und Frauenshilfsverein vom Roten Kreuz für Tirol&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1907&lt;br /&gt;
| Gründung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1912&lt;br /&gt;
| Gründung des Deutsch-tirolischen Samariterlandesverbandes (Tirol Samariterbund vom Roten Kreuz)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1922&lt;br /&gt;
| Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1932&lt;br /&gt;
| Umbenennung des Patriotischen Landes- und Frauenhilfsvereines vom Roten Kreuz für Tirol in Landesverein vom Roten Kreuz für Tirol, Übernahme eines neuen Rahmenstatus der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1938&lt;br /&gt;
| Auflösung der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz, Errichtung des Landesstellen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) des Deutschen Roten Kreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1945&lt;br /&gt;
| Gründung des Landesverbandes Tirol der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| 1947&lt;br /&gt;
| Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes Tirol und von da aus Neugründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/index.php?title=Der_erste_Tiroler_Landessamariterkurs_1934&amp;diff=2371</id>
		<title>Der erste Tiroler Landessamariterkurs 1934</title>
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		<updated>2025-05-15T17:59:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;9855: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:AdfFRI-AV-FOT-1934-02 FOT8 20250501182136 erster landessamariterkurs 1934.png|thumb|1024 px|center|link=https://museum.roteskreuz-innsbruck.at/images/5/53/AdfFRI-AV-FOT-1934-02_FOT8_20250501182136_erster_landessamariterkurs_1934.png|&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer des ersten Tiroler Landessamariterkurses. Fotografie, s/w, 14 x 9 cm. – [https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtarchiv ⇨ ''Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck''] (alle Rechte vorbehalten): Sammlung Walter Kreutz.&amp;lt;/br&amp;gt;&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am heutigen #ThrowbackThursday blicken wir zurück auf den ersten Versuch, die Ausbildung von Sanitätern tirolweit zu vereinheitlichen. Auf unserem Fotos sehen wir die Teilnehmer des ersten „Landessamariterkurses“ („Samariter“ = veraltet für „Sanitäter”). Der Kurs dauerte vom 18. – 21. Oktober 1934 und wurde vom ''[[Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz]]'' organisiert. Der ''[[Tiroler Samariterbund vom Roten Kreuz]]'' wurde als ''Deutschtirolischer Samariterlandesverband'' am 12. Mai 1912 auf Initiative der 1907 gegründeten ''Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck'' gegründet. Er sollte die Errichtung von Rettungsabteilungen auch außerhalb von Innsbruck, nämlich in ganz Tirol unterstützen und das Tiroler Rettungswesen vereinheitlichen. Eine wesentliche Rolle kam dabei der ärztlichen Ausbildung von Sanitätern zu. „Keine Abteilung ohne Arzt!“, hieß es programmatisch. 1930 gehörten dem ''Samariterbund'' bereits 742 ärztlich geschulte Sanitäter in 105 Rettungsabteilungen an. Unterstützte der Verband zunächst nur die Sanitätsausbildung der Rettungsabteilungen der lokalen Feuerwehren u. a. durch die Bereitstellung von Know-how und Unterrichtsmaterial aus einer umfangreichen, im Heim der ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'' vorgehaltenen Lehrmittelsammlung, so fanden ab 1934 überregionale Fortbildungsprogramme statt.&amp;lt;/br&amp;gt;&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am ersten Landessamariterkurs nahmen 35 Sanitäter aus ganz Tirol teil. Geleitet wurde er von ''[[Dr. Viktor Tschamler]]'' (4. v. li.), Chefarzt des ''Tiroler Samariterbundes vom Roten Kreuz'' sowie der [[1925-1938_Die_Freiwillige_Rettungsgesellschaft_Innsbruck_in_turbulenter_Zeit#Der_Weg_in_die_Selbständigkeit | ''Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck'']]. Das Programm umfasste Vorträge u. a. von Professoren der Universitätsklinik Innsbruck sowie tägliche Übungen im Anlegen von Verbänden und in der Benutzung von Transportmitteln, geleitet vom Gründervater des [https://www.roteskreuz-innsbruck.at ''Roten Kreuzes Innsbruck''] ''[[Leo Stainer]]'' (3. v. li.). Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Anatomischen Institutes.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;Ernst Pavelka, 13.05.2025&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>9855</name></author>
	</entry>
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